Sorge um Zukunft des Stadtteils
Anwohner wollen gegen Bauprojekt in Altkloster klagen

Werner Heuer (li.) und Philipp Schlutt lehnen das Neubauprojekt in ihrer Nachbarschaft ab. "Zu groß und unpassend für Altkloster", lautet ihr Argument. Sie wollen dagegen auch mit juristischen Mitteln vorgehen
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  • Werner Heuer (li.) und Philipp Schlutt lehnen das Neubauprojekt in ihrer Nachbarschaft ab. "Zu groß und unpassend für Altkloster", lautet ihr Argument. Sie wollen dagegen auch mit juristischen Mitteln vorgehen
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tk. Buxtehude. Der Widerstand von Werner Heuer und Philipp Schlutt gegen ein Neubauprojekt an der Wilhelmstraße in Altkloster wird vermutlich vergeblich sein. Das kalkulieren sie ein und sagen: "Wir werden dennoch klagen." An der schmalen Straße sind zwei Mehrfamilienhäuser geplant, die nach Meinung von Heuer und Schlutt zu groß sind und nicht nach Altkloster passen. "Das Viertel wird sich schleichend verändern", befürchten sie. Denn diesem Projekt könnten weitere folgen. Damit stellt sich eine Grundsatzfrage, die in den Folgejahren immer wieder aufkommen wird: Wie und wo soll und darf in welcher Dimension in Buxtehude baulich verdichtet werden? Auch darum geht es Schlutt und Heuer mit Blick auf die Entwicklung Altklosters.

Das ist der Stand der Dinge: An der Wilhelmstraße ist eines der für Altkloster typischen kleineren Rotklinkerhäuser abgerissen worden. Dort sollen zwei Mehrfamilienhäuser entstehen. Eine Bauvoranfrage ist bereits positiv beschieden worden, teilt die Stadtverwaltung auf WOCHENBLATT-Nachfrage mit. Dagegen haben Heuer und andere einen sogenannten Drittwiderspruch eingelegt. Greift der Widerspruch nicht - wovon auszugehen ist -, werden sie klagen. Räumlich verbunden, aber nicht baurechtlich und planerisch, mit dem Bauvorhaben ist zudem ein Mehrfamilienhaus "An der Rennbahn", das bereits weit fortgeschritten ist.
Das grundsätzliche Problem: In Buxtehude fehlen Wohnungen und die Hansestadt ist nach wie vor ein sehr begehrter Ort fürs Wohnen und Leben. Im Vergleich zu Hamburg sind Buxtehuder Immobilienpreise noch niedrig. Hinzu kommt, dass der Flächenverbrauch für Neubauten reduziert werden soll. Sprich: Wo es möglich ist, sollen Neubauten in bestehende Strukturen integriert werden.

Das ist auch ein erklärtes Ziel der Politik. So wie jetzt in Altkloster, gibt es auch andernorts im Stadtgebiet noch zahlreiche große Grundstücke mit älteren Bestandsimmobilien, die für eine solche Form von Neubauten geeignet  wären. Ein Einfamilienhaus würde in der Regel dort nicht geplant werden. Für einen Investor sind größere Dimensionen interessanter. Genau daran stören sich Heuer und Schlutt. "Zu groß dimensioniert und mit viel zu wenig Grün drumherum", kritisieren sie die Planung für die Wilhelmstraße. Die Wohnungen seien ihrer Ansicht nach eher für Paare ohne Kinder als für Familien geeignet. Dadurch würde sich, wenn es noch weit mehr solcher Vorhaben gebe, auch die Sozialstruktur Altklosters verändern. "Früher kannte hier jeden jeden", sagt Werner Heuer. "Wir wollen das schöne Altkloster erhalten", fügt er hinzu.

Auch wenn Widerspruch und Klage gegen die beiden Mehrfamilienhäuser an der Wilhelmstraße wohl wenig Aussicht auf Erfolg haben - sie passen sich, vereinfacht ausgedrückt, in die bestehende Bebauung ein und sind damit genehmigungsfähig -, sollte sich der nächste Rat mit dem Thema der Lückenbebauung intensiver befassen. Der Wunsch, in Buxtehude zu wohnen, dürfte in den kommenden Jahren eher zu- als abnehmen.

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Autor:

Tom Kreib aus Buxtehude

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