Zukunft der Containerschifffahrt: Von smarten Containern bis hin zur martitimen Energiewende
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Trotz extremer Preisschwankungen und gestörter Lieferketten ist die Containerschifffahrt aus der Logistik nicht mehr wegzudenken. Obwohl der LKW deutschlandweit das meistgenutzte Beförderungsmittel im Rahmen logistischer Prozesse ist, sind pro Tag mehr als 6.000 Containerschiffe auf den Weltmeeren unterwegs. In Zeiten der a href=https://www.kreiszeitung-wochenblatt.de/buxtehude/c-service/so-funktionieren-digitalisierung-und-energiewende-in-hamburg_a207493>Digitalisierung und Energiewende steht jedoch auch die Containerschifffahrt vor Herausforderungen.
Ein Zukunftsausblick.
Prognose zur Frachtschifffahrt: Was sich künftig ändern wird
Um globale Lieferketten am Laufen zu halten, braucht man Containerschiffe. Vor allem zwischen Asien und Europa ist die Verschiffung von Waren heute Standard, wobei etwa 45 Prozent aller deutschen Importe auf den chinesischen Raum entfallen. Allein im Hamburger Hafen legen so Tag für Tag rund zwölf Containerschiffe an. Dabei werden pro Schiff im Durchschnitt 2.000 Container verladen, die abhängig von ihrer Größe zehn bis 30 Paletten enthalten.
Dadurch hat allein Hamburg täglich mit 240.000 bis 720.000 Container-Paletten zu tun. Angesichts dieser Zahlen wird klar, wie unverzichtbar die Containerschifffahrt für funktionierende Lieferketten ist. Weltweit werden sogar rund 90 Prozent aller Waren und Güter per Containerschiff transportiert. Dadurch hat sich der Containertransport per Schiff seit der Erfindung durch Malcolm McLean im Jahr 1956 zu einem Symbol der globalen Wirtschaft entwickelt.
Effizienter Transport: Containerschiffe als Sinnbild der Globalisierung
Ohne die Containerschifffahrt würde der Welthandel im heutigen Umfang und mit dem gegenwärtigen Vernetzungsgrad nicht existieren, denn gegenüber dem Stückgutverkehr bringt die Warenversendung in standardisierten Containern viele Vorteile. Dazu gehört vor allem die gesteigerte Effizienz, die zu einer Kosten- und Zeitersparnis führt. Paletten müssen nicht mehr einzeln entladen werden, sondern sind in Containerform zu einem Objekt zusammengefasst. Ganz besonders effizienzsteigernd ist diese Art des globalen Transports, seit immer größere Schiffe mit Containern beladen werden. Im Vergleich zur heutigen Schiffskapazität von etwa 24.000 TEUs (Twenty feet equivalent unit) zeichnete sich das erste Containerschiff durch bescheidene 58 TEUs aus. Dabei gelten Warentransporte per Containerschiff im Vergleich zu anderen Transportwegen wegen ihrer hohen Effizienz als relativ klimafreundlich. Trotzdem steht die Branche in Zeiten der Klimakrise und Supply-Chain 4.0 Supply-Chain 4.0 vor einem Wandel.
Denn Prognosen zufolge wird der Containerverkehr bis 2050 voraussichtlich um etwa 80 Prozent wachsen. Obwohl gestörte Lieferketten im Rahmen der Corona-Krise zunächst auf eine Entglobalisierung hingedeutet hatten, ist die Nachfrage kurz nach der Krise explodiert.
Daher müssen die Transporte bis 2050 noch umweltfreundlicher und wirtschaftlicher werden.
Maritime Energiewende: Methanol und Ammoniak als alternative Schiffstreibstoffe
Pro transportierter Tonne und Kilometer verursachen Containerschiffe relativ wenig CO2-Emissionen. Während ein LKW bei 24 bis 40 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht mit rund 68 Gramm pro Tonnenkilometer zu Buche schlägt, entstehen durch Containerschiffe mit 3.000 bis 8.000 TEU pro Tonnenkilometer nur etwa 17 Gramm CO2-Emissionen. Trotz dieser vergleichsweise geringen Werte ist die Schifffahrtsindustrie für etwa drei Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Abgesehen davon verursachen Schiffe weitere Luftschadstoffe, die in der CO2-Bilanz unberücksichtigt bleiben. Das liegt vor allem daran, dass Schiffstreibstoff bis zu 3.500-mal mehr Schwefel enthält als Treibstoff an Land. Um angesichts des prognostizierten Anstiegs im Hinblick auf Schiffstransporte dem Pariser Klimaabkommen gerecht zu werden, muss die Branche handeln.
Der Trend geht in Richtung synthetische Treibstoffe, wobei sich die Emissionen bis 2050 im Vergleich zum Jahr 2008 halbieren sollen. Der Verband deutscher Reeder sieht bis zum Stichjahr sogar eine vollständige Dekarbonisierung vor. Erreichen will man dieses Ziel vor allem mit Methanol, das Schweröl und Diesel als Frachtertreibstoff ersetzen soll. Eine Alternative ist Ammoniak. Interesse besteht daran vor allem angesichts der Kostenbilanz und der leichter verfügbaren Ausgangsstoffe. Der Hamburger Hafen will in den kommenden Jahren sogar ein Terminal dafür fertigstellen. Um allerdings Methanol oder Ammoniak auf umweltfreundliche Art und Weise herzustellen, braucht man in großer Menge grünen Wasserstoff. Gegenwärtig setzt man vor allem auf Flüssigerdgas, das später durch künstlich hergestelltes Methan ersetzt werden soll. Allerdings fehlt es bislang an einem regulatorischen Rahmen seitens des Staates.
Supply-Chain 4.0: Smarte Containerfracht zur Effizienzverbesserung
Die maritime Energiewende ist nicht die einzige Veränderung, der sich die Containerschifffahrt bis 2050 gegenübersieht. Im Rahmen der Supply-Chain 4.0 sollen Container künftig auch smarter werden. Mikrochips, Sensoren und Sender in der Fracht sollen die Abfertigung und Abwicklung beschleunigen. Die Container-Technologie wird dadurch von Grund auf revolutioniert, wobei sich Container zu einem vernetzten und intelligenten Teil des Logistiksystems entwickeln. Dabei sollen sie den Kunden in den Fokus stellen und mittels digitaler Sensorik, Datenanalyse sowie künstlicher Intelligenz mit Schiffen in den Dialog treten. Der Hafenbetrieb lässt sich dank intelligenter Container besser planen, denn bis 2050 können die Kisten selbst Logistiker über ihren Inhalt, ihre Herkunft und ihren Zielort informieren. Ein angenehmer Nebeneffekt des optimierten Umschlages innerhalb der Häfen: Die Treibhausgas- und Schadstoffemissionen könnten so weiter sinken. Denn energieeffiziente Maßnahmen wie Slow Steaming lassen sich besser umsetzen. Zudem ließe sich die Emissionsbilanz mit smarten Containern bis ins Detail dokumentieren. So beispielsweise per digitalem Protokoll, das sämtliche Emissionen der Wertschöpfungskette enthält und bei zu hohen Werten Alarm schlägt.
Redakteur:Online Redaktion aus Buxtehude |
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