Titelentscheidung auf dem Estering
RallyX Europe kürt ihre Meister in Buxtehude
- Auf dem Estering wurden spannende Rennen geboten
- Foto: Sven Kopf
- hochgeladen von Nicola Dultz
Mit Temperaturen um die 30 Grad wurden am vergangenen Wochenende Fans, Fahrer und Material auf dem Estering in Buxtehude auf eine besondere Probe gestellt. Die Doppelveranstaltung war zugleich das Europa-Finale der RallyX und brachte die Titelentscheidungen in mehreren Klassen.
Motorsport im heißen Kessel von Buxtehude
Der hochkarätig besetzte Saisonabschluss als sogenannter Double-Header bedeutete zwei Tage nahezu ununterbrochenen Motorsport. Im siedend heißen Kessel des Estering Buxtehude kamen nicht nur die Fahrerinnen und Fahrer in ihren Rennwagen ins Schwitzen. Auch die Fans auf den Rängen und die Mitglieder des ACN Buxtehude e.V. im ADAC waren der Sonne ausgesetzt.
Der Lohn für die Strapazen: spektakuläre Rennen, dramatische Szenen und spannende Titelkämpfe.
„Es ist die schwierigste Strecke der Welt“ – mit diesem Zitat von Andreas Eriksson hatte der ACN Buxtehude das große Finale der RallyX Europe beworben. Eriksson war selbst jahrelang aktiver Fahrer und ist heute Manager der internationalen Rennserie, die sich in RallyX South, RallyX North und RallyX Americas aufteilt.
Auf dem Estering wurde das Europa-Finale ausgetragen. Das sogenannte „Global Final“ folgt im Oktober in Portugal.
Diesmal keine Lokalmatadoren am Start
Während im vergangenen Jahr noch einige Fahrer aus der Region angetreten waren, blieben deren Nennungen diesmal aus.
Einzig Deutschlands Top-Team in der Rallycross-Europameisterschaft gab ein Gastspiel in der RallyX. René Münnich und Mandie August aus Neusalza-Spremberg gingen mit ihren beiden Seat Ibiza bei den Supercars an den Start.
Während August wegen technischer Probleme keinen Weg auf das Podium fand, konnte Münnich in vier Finalläufen an zwei Tagen zwei Siege und einen zweiten Platz einfahren.
Revanche für Lucas Gabrielsson
In der Klasse Open2WD fiel die Titelentscheidung bereits am Samstag.
Lucas Gabrielsson aus Finnland war mit seinem Toyota Starlet im vergangenen Jahr auf dem Estering noch knapp am Titel vorbeigefahren. Damals hatte der Schwede Victor Johansson im Mercedes 190 Evo Hybrid die Meisterschaft gewonnen.
In diesem Jahr drehte Gabrielsson den Spieß um.
Johansson dominierte die Rennen auf dem Estering zwar gegenüber dem Finnen, doch Gabrielsson hatte im Saisonverlauf kein einziges Mal das Podium verpasst. Dadurch hatte er ausreichend Punkte gesammelt, um auch hinter Johansson ins Ziel kommen zu können und sich dennoch den Meistertitel zu sichern.
So feierte Gabrielsson bereits am Samstag ausgiebig die Revanche für die Niederlage im Vorjahr, als er Vizemeister geworden war.
Rallycross schreibt eigene Geschichten
Eine besondere Geschichte schrieb auch der Schwede Oliver Eriksson.
Der Sohn von Serienmanager Andreas Eriksson entschied die FC2-Kategorie für sich und gewann damit den Titel in einer Rennserie, die sein Vater ins Leben gerufen hat. Hinzu kommt: Das eingesetzte Supercar wurde von Vater und Sohn gemeinsam entwickelt und konstruiert.
Weniger Glück hatte der amtierende Deutsche Rallycross-Meister Yorick Maeyninckx aus Belgien.
Er fuhr mit hohem Tempo auf die erste Kurve zu, als ein vorausfahrendes Fahrzeug ein komplettes Rad verlor. Maeyninckx hatte keine Möglichkeit mehr auszuweichen und fuhr mit seinem Volvo 242 über das Rad. Der Wagen wurde in die Höhe geschleudert und drehte sich in der Luft.
Beim Aufschlag wurde das Fahrzeug völlig zerstört. Maeyninckx wurde umgehend zum Check ins Krankenhaus gebracht. Am Abend war er jedoch wieder zurück an der Strecke.
An eine Reparatur des Renners war nicht zu denken. Nun bleiben dem Team zwei Wochen bis zum nächsten Lauf der Deutschen Meisterschaft, um wieder ein einsatzfähiges Rennfahrzeug auf die Beine zu stellen.
Meistertitel auch bei den Crosscarts
Auch bei den Crosscarts gab es deutsche Beteiligung.
Pierre Szallies konnte diesmal jedoch nicht in den Kampf um die Podiumsplätze eingreifen. Insbesondere mit der ersten Kurve haderte er. Er fand nicht den richtigen Ansatz für den besten Drift in die schwierige Bergaufpassage hin zur Sparkassenkurve mit ihrem anspruchsvollen Wechsel von Schotter auf Asphalt.
Den Titel bei den Crosscarts sicherte sich Espen Isaksaetre aus Norwegen. Die Crosscart-Junior-Kategorie entschied Iivaro Mannisto aus Finnland für sich. Meister der Supercar Lites wurde der Schwede Alexander Lindeqvist.
ACN Buxtehude zieht positives Fazit
„Trotz der enormen Temperaturen hat alles gut funktioniert. Die Veranstaltung lief planmäßig ab und wir haben viele atemberaubende Qualifikationsläufe und Finale gesehen. Obwohl zu Beginn der Veranstaltung noch alle Titel offen waren, blieben die Rennen absolut fair. An dieser Stelle noch gute Besserung an die Zuschauer, die aufgrund der Hitze auf medizinische Hilfe angewiesen waren“, zog Marcus Brassat, Vorsitzender des ACN Buxtehude, am Sonntagabend ein erstes Fazit.
Weitere Informationen sowie Links zu den Ergebnissen und Punkteständen und ein Programmheft zur Veranstaltung zum Download gibt es unter www.estering.de.
Wer gewann die Titel beim RallyX-Europe-Finale auf dem Estering in Buxtehude?
Beim Europa-Finale der RallyX auf dem Estering sicherten sich Lucas Gabrielsson (Open2WD), Oliver Eriksson (FC2), Espen Isaksaetre (Crosscarts), Iivaro Mannisto (Crosscart-Junior) und Alexander Lindeqvist (Supercar Lites) die Meistertitel ihrer Klassen.
Wie schnitt René Münnich beim RallyX-Wochenende in Buxtehude ab?
René Münnich, der gemeinsam mit Mandie August für Deutschlands Top-Team im Rallycross antrat, fuhr mit seinem Seat Ibiza in vier Finalläufen zwei Siege und einen zweiten Platz ein. Mandie August verpasste aufgrund technischer Probleme einen Podestplatz.
Warum war der Titelgewinn von Lucas Gabrielsson auf dem Estering besonders?
Lucas Gabrielsson gelang auf dem Estering die Revanche für das Vorjahr. Nachdem er 2025 noch Vizemeister geworden war, sicherte sich der Finne 2026 den Meistertitel in der Klasse Open2WD. Ausschlaggebend war seine konstante Saison mit Podestplätzen bei allen Rennen.
Was passierte beim schweren Unfall von Yorick Maeyninckx in Buxtehude?
Der amtierende Deutsche Rallycross-Meister Yorick Maeyninckx konnte einem verlorenen Rad eines vorausfahrenden Fahrzeugs nicht mehr ausweichen. Sein Volvo 242 wurde in die Luft geschleudert und beim Aufprall völlig zerstört. Maeyninckx wurde vorsorglich ins Krankenhaus gebracht, kehrte aber noch am Abend an die Rennstrecke zurück.
Wie fiel das Fazit des ACN Buxtehude zum RallyX-Europe-Finale aus?
Der ACN Buxtehude zog trotz Temperaturen um 30 Grad ein positives Fazit. Nach Angaben des Vorsitzenden Marcus Brassat verlief die Doppelveranstaltung planmäßig, die Rennen waren spannend und fair. Gleichzeitig wünschte er den Zuschauern gute Besserung, die aufgrund der Hitze medizinisch versorgt werden mussten.
Warum gilt der Estering in Buxtehude als besondere Rallycross-Strecke?
Der Estering war Austragungsort des Europa-Finales der RallyX-Serie und gilt unter Fahrern als besonders anspruchsvoll. Serienmanager Andreas Eriksson bezeichnete ihn als „die schwierigste Strecke der Welt“. Charakteristisch sind unter anderem der Wechsel zwischen Schotter und Asphalt sowie die anspruchsvolle Bergaufpassage zur Sparkassenkurve.
Redakteur:Nicola Dultz aus Buxtehude |
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