Was passiert bei "New Yorker"?
Leerstand ist in Buxtehude noch kein Problem

XXL-Leerstand: Die ehemalige "New Yorker"-Filiale an der Langen Straße
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tk. Buxtehude. Hat Corona mit dem zweiten Lockdown schon zu einem Ladensterben in Buxtehude geführt? Die seit mehr als einem Jahr leerstehende  "New Yorker"-Filiale an der Langen Straße und einige weitere Geschäfte, die neu vermietet werden sollen, könnten einen solchen Eindruck erwecken - der aber nicht stimmt: "In der Innenstadt haben wir eine Leerstandsquote von derzeit 2,51 Prozent", sagt die Buxtehuder Wirtschaftsförderin Kerstin Maack. Was geradezu erstaunlich ist: Seit März 2020, also dem Beginn des ersten Lockdowns, haben sich 15 Geschäfte neu in der Hansestadt angesiedelt. "Wir sind ein begehrter Handelsplatz und haben mutige Unternehmer", sagt Kerstin Maack.

Bei den Neueröffnungen handele es sich um einen bunten Mix von Café bis Einzelhandel mit Mode. Aktuell komme ein Laden für Babymode und einer hinzu, der Produkte aus Olivenholz anbiete. 

Gleichwohl verhehlt die Wirtschaftsförderin nicht, dass die positive Momentaufnahme nicht darüber hinwegtäuschen dürfe, dass die Pandemie noch negative Auswirkungen auf den Einzelhandel haben werde. "Es ist nicht alles rosarot", sagt Kerstin Maack. Man müsse abwarten, wie das Jahr jetzt verlaufe. Viele kleine Läden würden "unter Druck" stehen.

Ulrich Wiegel, Vorsitzender des Altstadtvereins, schätzt die Lage in der Estestadt ähnlich ein wie die Wirtschaftsförderin. "Uns geht es in Buxtehude vergleichsweise gut", sagt er mit Blick auf die niedrige Leerstandsquote. Die stabile Entwicklung gelte nicht nur für den Altstadtbereich, sondern betreffe auch die Bahnhofstraße. "Da haben wir vor einigen Jahren noch ganz andere Leerstandsprobleme gehabt", sagt Wiegel.

Ein Problem ist für den Altstadtverein aber die leerstehende Ex-"New Yorker"-Filiale: 700 Quadratmeter Verkaufsfläche in 1a-Lage mitten in der Fußgängerzone. Wiegel hatte bereits im Sommer 2020 angemahnt, dass Fenster- und Straßenfront vor dem Gebäude nicht verlottern dürfen.
Problem, nicht nur aus seiner Sicht: Eine Kaltmiete von mehr als 9.000 Euro werde heute keiner bezahlen. Mit Nebenkosten könne man davon ausgehen, dass rund 12.000 Euro erwirtschaftet werden müssten, ohne dass ein Euro fürs Personal schon eingerechnet wurde.

Problem Nummer zwei: Die Immobilie gehört einer Investmentgesellschaft mit Sitz in Belgien. Das Interesse an der Immobilie aus dem gesamten Portfolio im kleinen Buxtehude sei überschaubar. Zumal es häufiger bilanztechnisch günstiger sei, gar nicht zu vermieten, als die Miete spürbar abzusenken.
Nils Rademacher ist der Immobilienexperte, der für "New Yorker" einen neuen Mieter sucht. "Es gab potentielle Mieter, die ein ernsthaftes Interesse hatten", sagt er. Darunter seien größere Firmen gewesen. Corona und der zweite Lockdown haben jedoch als Bremse gewirkt. 

Die Frage, ob eine Kaltmiete von mehr als 9.000 Euro für die Buxtehuder Fußgängerzone angemessen sei, bejaht Rademacher. Schließlich habe das Objekt fast 800 Quadratmeter Verkaufsfläche.
Es wäre aber möglich, die Flächen zu teilen, so der Immobilienmakler. Ein Zeithorizont, wann der Leerstand beendet sein könne, sei schwer zu nennen.

XXL-Leerstand: Die ehemalige "New Yorker"-Filiale an der Langen Straße
Einkaufsbummel in einer vollen Innenstadt - das war vor Corona. Dennoch ist Buxtehude von einem Ladensterben bisher verschont geblieben
Autor:

Tom Kreib aus Buxtehude

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