Kunstmarkt wieder Publikumsmagnet
Mixtur aus Kunst und Unterhaltung

Andrang beim Stand der Familie Müller | Foto: ig
  • Andrang beim Stand der Familie Müller
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Seit nunmehr 48 Jahren gibt es den Drochterser Kunsthandwerker-Markt. Und er ist und bleibt ein Publikumsmagnet. Kürzlich strömten wieder Hunderte von Besucher und Besucherinnen in die Dreifachhalle, zeigten sich in dem weihnachtlich dekorierten Ausstellungsort begeistert von den Angeboten der Hobby-Künstler, die zum Teil von weit her angereist werden.

Darunter das Ehepaar Andrea und Jörg Müller, das seit 40 Jahren dabei ist „und immer wieder gern die Reise von Wedel nach Drochtersen antritt“. An ihrem Stand gab es viel zu sehen und zu erleben: Die beiden Kunsthandwerker präsentieren kunstvollen Fimo-Schmuck mit Halbedelsteinen, kleine Figuren und kreative Arbeiten aus ganz ungewöhnlichen Materialien. Gefäße und Uhren aus alten Schellack-Platten beispielsweise finde man nicht überall, erzählt Jörg Müller. „Ich bin begeisterter Sammler von alten Grammophonen und habe eine Menge Platten dafür. Viele lassen sich nicht mehr abspielen, aber zum Wegwerfen waren sie einfach zu schade.“ Was er am Drochterser Markt besonders findet? „Er ist sehr vielfältig und die Besucher sind treu. Wir haben eine Menge Stammkunden hier“, sagt der Künstler.

Aus Holland reist mit dem Wohnwagen seit Jahren Marian Dijkema an, die Teebeutel für ihren Schmuck verarbeitet. „Wir fühlen uns hier richtig wohl, schätzen die besondere Atmosphäre.“ Ein anderer Stand begeisterte mindestens ebenso. Die Weißstickereien und Decken mit Brügger Häkelspitzen der 85-jährigen Otterndorferin Ilse Krappa zog die Besucherinnen in den Bann. Die Sticktechniken auf Leinen, die schon vor 400 Jahren so ausgeführt wurden, sind sehr aufwendig gearbeitet. Es sei ihr letzter Markt, erzählt Krappa später traurig dem Chef-Organisator Dirk Ludewig. Die Kraft reiche nicht mehr. Aber sie komme bestimmt als Besucherin wieder.

„Wir sprechen vor allem die Hobbykünstler an“, betont Ludewig. Die Arbeiten der Aussteller seien hochwertig, liebevoll gefertigt und bezahlbar für die Besucher. „Ein außergewöhnliches Weihnachtsgeschenk konnte hier sicher jeder finden.“ Der Erfolg des Marktes sei auch dem Mix aus Kunstpräsentation, Unterhaltung und Bewirtung geschuldet, die ihn zu einem beliebten Familienausflugsort machen. Nach dem Motto „früh übt sich“ gab es auch in diesem Jahr wieder ein Mitmach-Bastel-Angebot für Kinder. Und Rolf Griebel erfreute traditionell mit seinem Saxophon.

Redakteur:

Dirk Ludewig aus Stade

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