Beim Laufen hat er die besten Ideen
Stader Landrat mit Weitblick: So startet Kai Seefried in seinen Arbeitstag
- Kurze Verschnaufpause auf dem Elbdeich: Stades Landrat Kai Seefried und Frau Julia genießen die morgendliche Joggingrunde
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Sechs Uhr morgens auf dem Deich bei Assel. Eine frische Brise weht von der Elbe herüber, die Luft ist klar und Stille liegt über der weiten Landschaft Kehdingens. Einen Moment später tauchen Landrat Kai Seefried und seine Frau Julia am Deichfuß auf – beide in flotter Laufmontur. Sie nähern sich mit federnden Schritten der Deichkrone. Fünf Kilometer beträgt ihr Rundkurs, der sie von der Haustür in Richtung Deich und wieder zurück führt. Für den Landrat ist diese halbe Stunde am Morgen mehr als nur Frühsport und Fitness. Sie ist sein Startknopf für den Tag.
Ruhe, Weite und klare Gedanken
„Hier bekomme ich den Kopf frei“, sagt Seefried. Er genieße die Ruhe, die Weite der Landschaft und die unverstellte Perspektive. Je nach Jahreszeit läuft er im Dunkeln, erlebt den Sonnenaufgang oder sieht die Morgensonne über Kehdingen stehen. Es ist ein Landrat mit Weitblick, der hier unterwegs ist – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Während er seinen Blick weit über das Land schweifen lässt, sortiert Seefried seine Gedanken für den Tag.
- Ein Landrat mit Weitblick - im wahrsten Sinne des Wortes
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Themen Schritt für Schritt durchgehen
„Beim Laufen kann ich mich fokussieren. Oft kommen mir hier die besten Ideen“, sagt er. Wenn wichtige Gespräche, Sitzungen oder Entscheidungen anstehen, geht er sie im Kopf durch. Schritt für Schritt, Thema für Thema. Das strukturierte Denken liegt ihm. Seefried ist Tischlermeister. Seine jetzige Tätigkeit ist in gewisser Weise auch Handwerksarbeit: Erst muss der Ablauf durchdacht sein, dann werden die einzelnen Teile bearbeitet, am Ende muss alles so zusammengefügt werden, dass es passt. Was früher für ein Möbelstück galt, gilt heute für Verwaltungsthemen und politische Vorhaben.
Lieber Deich statt Studio
Mit dem Joggen begann er erst vor rund drei Jahren. Seefried hatte seine Teilnahme an einem Charity-Lauf zugesagt. Danach blieb er dabei. Ein Fitnessstudio wäre ihm zu aufwendig. Dann lieber direkt vor der Haustür hinaus an die frische Luft. Oftmals läuft seine Frau mit, was zusätzlicher Ansporn ist. Auch Frost und Schnee halten beide nicht ab. Dann tragen sie einfach Pudelmütze und Handschuhe. Kalte Hände kann Seefried später auch nicht gebrauchen, wenn er Nachrichten ins Smartphone tippt oder am Notebook arbeitet.
- Wenn es zeitlich passt, absolvieren Julia und Kai Seefried ihre Laufrunden gemeinsam
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Eng getaktete Arbeitstage
Seefried ist Frühaufsteher. Rund sechs Stunden Schlaf reichen ihm. Gegen 5.30 Uhr schaut er auf die ersten E-Mails. Nach dem Laufen folgt, wenn es der Kalender zulässt, das Frühstück mit Ehefrau Julia und Tochter Marie. Manchmal übernimmt der Landrat anschließend den Fahrdienst zur Schule in Stade. Seefrieds Arbeitstage sind eng getaktet. Sechs bis zehn Termine stehen pro Tag im Kalender, teilweise im Stunden- oder sogar Halbstundentakt. Nicht selten endet der Arbeitstag erst gegen 22 Uhr.
Dienstwagen als mobiles Büro
Einen großen Teil seiner Arbeitszeit verbringt Seefried unterwegs. Das Verhältnis zwischen Außen- und Büroterminen beziffert er mit etwa 70 zu 30 Prozent. Im Dienstwagen sitzt der Landrat vorn neben seinem Fahrer. "Hinten wird mir übel", gibt Seefried unumwunden zu. Auf dem Schoß liegt das Notebook, in der Hand hält er das andere wichtige Arbeitsutensil: das Smartphone. Autofahrten sind für ihn Bürozeit. Zwischendurch hatte Seefried sogar über einen Kleinbus mit mobilem Büro nachgedacht. Verwirklicht wurde die Idee bislang nicht. Stattdessen bleibt es vorerst beim Arbeitsplatz auf dem Beifahrersitz.
Weiterhin gute Kontakte nach Hannover
Viele Termine führen Seefried weiterhin nach Hannover. Dort nimmt er an Tagungen teil, führt Gespräche im Landtag und pflegt Kontakte aus seiner Zeit als Abgeordneter und Generalsekretär der niedersächsischen CDU. Diese Verbindungen will er im Interesse des Landkreises nutzen. Dabei geht es unter anderem um Fördermittel, Infrastrukturprojekte und politische Unterstützung für die Region. Nach den für ihn derzeit wichtigsten Themen befragt, nennt Seefried drei Schwerpunkte.
Drei Themen-Schwerpunkte
An erster Stelle stehen Arbeit, Wirtschaft und Industrie. Dazu gehören die Sicherung und Weiterentwicklung des Industriestandortes Stade, der Weiterbau der A26 und eine verlässliche Schienenanbindung. Ein zweites zentrales Thema ist die medizinische Versorgung. Die Elbe Kliniken sollen wirtschaftlich stabil aufgestellt werden, damit die Menschen im Landkreis auch künftig ein gutes medizinisches Angebot haben. Der dritte Schwerpunkt ist der Katastrophen- und Zivilschutz. Kritische Infrastruktur müsse krisenfest sein. Gleichzeitig müsse sich auch die Bevölkerung stärker mit der Vorsorge für mögliche Ernstfälle beschäftigen.
Seit November 2021 ist Kai Seefried Landrat des Landkreises Stade. Nun tritt der CDU-Politiker für eine zweite Amtszeit an. Am Morgen auf dem Deich ist der Wahlkampf aber noch weit weg. Seefried und seine Frau setzen ihre Runde fort, um weiter Energie für den Tag zu tanken. Noch ein wenig den Kopf durchpusten lassen, während der Wind weiter auffrischt. Nach der heißen Dusche wartet der Terminkalender.
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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