Abschied aus der Politik: Grüner Wolfgang Weh (68) aus Fredenbeck engagiert sich kulturell und sozial

Wolfgang Weh in seinem Garten in Fredenbeck
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Jetzt heißt das Motto: "Samba statt Sitzung"

tp. Fredenbeck. "Ich habe zu viel um die Ohren, um in ein tiefes Loch zu fallen": Auch nach dem Abschied aus der Lokalpolitik hat der über die Grenzen seines Wohnortes Fredenbeck bekannte Grünen-Politiker, pensionierte Lehrer und Ehrenamtliche Wolfgang Weh (68) alle Hände voll zu tun. Vorlesen, Fotografieren, Bürgerbus-Fahren und Samba-Trommeln bestimmen seinen gut gefüllten Terminkalender.

Wie berichtet, reichte das Stimmergebnis für den bisherigen stellvertretenden Bürgermeisters bei der Kommunalwahl nicht, um in den Samtgemeinde- und in den Gemeinderat einzuziehen. Weh wird den Fredenbecker Grünen als Sprecher erhalten bleiben. Zudem sitzt seine Ehefrau Elke, mit der er zwei erwachsene Töchter hat, als Grüne im Samtgemeinderat, sodass Politik in der Familie ein wichtiges Thema bleibt.

Weh stieg 1972 in Flensburg in die Politik ein. Dort besuchte der aus dem Allgäu stammende gelernte Koch, der als späterer Marinesoldat in den Norden kam, die Abendschule. Er holte erst die Mittlere Reife nach, erlangte dann die Hochschulreife und studierte Pädagogik in Lüneburg, wo er seine Frau kennenlernte.

Seinerzeit gehörte Weh der Initiative "Willi Brandt muss Kanzler bleiben" an. Er trat zunächst der SPD bei. Darüber sei sein "politisch rabenschwarzer Vater", CSU-Mitglied und Anhänger von Franz Josef Strauß, "verärgert" gewesen. Mit den Worten: "Endlich wirst du vernünftig", hingegen habe der Vater seinen Entschluss kommentiert, im Jahr 1995 während der Ära von Bundeskanzler Gerhard Schröder, nach 22 Jahren von den Sozialdemokraten zu den Grünen zu wechseln.

Inzwischen Lehrer in Fredenbeck, war Weh von 1986 bis 1991 SPD-Mitglied im Samtgemeinderat und 1991 bis 1996 SPD-Gemeinderatsmitglied. Nach seinem Parteiwechsel gründete er den örtlichen Grünen-Ortsverband, saß ab 1995 für die Grünen im Gemeinderat und zuletzt auch im Samtgemeinderat. Weitere 15 Jahre war er Mitglied im Kreistag.

In einer Dia- und Fotosammlung hielt der Hobbyfotograf Eindrückeaus seiner Politiklaufbahn fest: den ersten Schultag der Integrierten Gesamtschule in Stade, die Ausweisung von Tempo-30-Zonen in Wohngebieten, den wohltätigen Grünen-Flohmarkt vor der Geestlandhalle oder eine Anti-AKW-Demo in Glückstadt. Das Projekt "Samba-Trommeln mit Flüchtlingen" will er in Kürze neu starten.

Auch sonst gibt es viel zu tun: Wöchentlich liest der rührige Macher im "Haus für Kinder" Geschichten vor, plant Ausstellungen für die Fotogruppe des Heimatvereins oder engagiert sich als Chauffeur des Bürgerbusses. In der Freizeit stehen Radfahren und Wohnmobilreisen auf dem Programm.

Bei allen Aktivitäten verliert Wolfgang Weh eines seiner bedeutendsten politischen Projekte nicht aus dem Blick: den Bau eines Gemeinschaftszentrums auf dem "Holst'schen Grundstück", für das er seit einem Vierteljahrhundert kämpft: "Dort möchte ich meinen 75. Geburtstag feiern." Die Pläne werden konkret, sodass Weh allen Grund zur Zuversicht hat.

Autor:

Thorsten Penz aus Stade

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