Samtgemeinde Hanstedt beschloss kommunale Wärmeplanung

Auch diese Mitglieder des Samtgemeinderates votierten für die kommunale Wärmeplanung (v. li.): Günter Meschkat, Ulrike Müller, Günter van Weeren, Tobias Rohde, Jan Isernhagen, Wolfgang Witte und Detlef Meyer | Foto: Samtgemeinde Hanstedt
  • Auch diese Mitglieder des Samtgemeinderates votierten für die kommunale Wärmeplanung (v. li.): Günter Meschkat, Ulrike Müller, Günter van Weeren, Tobias Rohde, Jan Isernhagen, Wolfgang Witte und Detlef Meyer
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Vor gut einem Jahr erhielt die Samtgemeinde Hanstedt die Förderzusage des Bundes für ihre kommunale Wärmeplanung. Kürzlich beschloss der Samtgemeinderat den umfassenden Endbericht. Wie genau eine solche Planung auszusehen hat, ist im Wärmeplanungsgesetz des Bundes (WPG) seit 2024 dargelegt. Das hilft Ingenieurbüros, sich auf die Anforderungen einzustellen und die erwünschte Leistung zu erbringen. Gerade bei kleineren Kommunen gibt es noch Anlaufschwierigkeiten, die Samtgemeinde Hanstedt aber hat sich dem Prozess gestellt.

Die Vertragspartner der Kommune, die Tagueri Group und con|energy GmbH, haben einen „digitalen Zwilling“ des Samtgemeindegebietes ausgearbeitet und ihn mit Daten gefüllt. Alle Ergebnisse der Analyse sind in einem umfangreichen Bericht dargelegt und auf hanstedt.de zu finden. Dafür wurden zahlreiche regionale Akteure in die Erarbeitung eingebunden. Große Verbraucher wie Unternehmen, Pflegeheime, Hotels und ähnliche Einrichtungen, Produzenten von Abwärme, die Schornsteinfeger und die Energieversorger zählten dazu. Alle trugen mit ihren Daten zur soliden Grundlage für die Darstellung des Ist-Zustandes in der Samtgemeinde bei und zur Berechnung des Klimaschutzszenarios für eine CO2-freie Wärmeversorgung bis 2045. "Wenn alle mitziehen, könnte dies auch 2040 schon möglich sein", so Samtgemeinde-Bürgermeister Olaf Muus. 

Die Ergebnisse der Analysen: Dezentrale Versorgung steht im Zentrum der Wärmewende. Die zukünftige Wärmeversorgung in der Samtgemeinde wird sich voraussichtlich vereinzelt auf das Heizen mit Biomasse, aber vor allem auf Wärmepumpen konzentrieren, die eine Einheit Strom in mehrere Einheiten Wärme umwandeln und damit extrem effizient sind. Wärmenetze lohnen sich laut den Experten bisher nicht. Es gebe aber ein paar Fokusgebiete in den Ortskernen von Egestorf und Hanstedt sowie in Asendorf-Heidesiedlung, die es zu beobachten gelte. Wenn sich insbesondere die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ändern würden, könnte ein Wärmenetz rentabel werden. 

„Ein wichtiges Ergebnis ist, dass hier vor Ort in den kommenden Jahren keine Wärmenetze aus dem Boden schießen“, betont Olaf Muus. "Es ist zielführend, wenn sich alle selbst und dezentral um ihre Wärmeversorgung kümmern. Auf die Unterstützung der Samtgemeinde und der Energieversorger können die Bürgerinnen und Bürger dabei zählen.“

"Mit der Wärmeplanung als Fundament gibt es nun Klarheit, und es können realistische Maßnahmen gestaltet und umgesetzt werden", erklärt Miriam Potyka, Klimaschutzbeauftragte der Samtgemeinde. Dazu gehöre, dass sich die Kommune um ihre eigenen Baustellen kümmere und mit gutem Beispiel im eigenen Gebäudebestand vorangehe. Wichtiger denn je sei aber die Aufklärung der Bevölkerung. „Wir werden auch in Zukunft Formate veranstalten und unterstützen, die unseren Bürgerinnen und Bürgern einen Überblick über das Sanieren und Heizen geben, sie mit Dienstleistern verknüpfen und ihnen die richtigen Fördermöglichkeiten aufzeigen."

Bleibt die Frage nach dem Verbleib der Gasnetze, die ihren Nutzen verlieren, wenn langfristig die meisten Menschen in der Region mit Wärmepumpen heizen. Die ElbEnergie GmbH betreibt das Gasnetz im Norden der Samtgemeinde. „Im Rahmen unserer bestehenden Konzessions- und Netzanschlussverträge mit unseren Partnern und Kunden halten wir unsere Versorgungsversprechen verlässlich ein, was dazu führt, dass große Teile unserer Infrastruktur weiterhin für die Erdgasversorgung vor Ort benötigt werden und daher kurzfristig nicht für die Umrüstung auf Wasserstoff zur Verfügung stehen. Wir werden die Erdgasnetze sicher und zuverlässig betreiben und notwendige Investitionen tätigen, solange Kunden das Netz benötigen“, verspricht Christine Rudnik, Geschäftsführerin der ElbEnergie GmbH. "Die kommunale Wärmeplanung ist ein zentraler Baustein für eine klimaneutrale Zukunft – und wir unterstützen diesen Prozess in Hanstedt als Partner für die Energieinfrastruktur“, sagt Björn Muth, Kommunalbetreuer der EWE Netz GmbH und unter anderem zuständig für den Landkreis Harburg.

Redakteur:

Christoph Ehlermann aus Salzhausen

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