Raser riskiert Menschenleben
Das ist Wahnsinn: Mit Tempo 113 statt 50 durch Brest gerast
- In Brest wurde ein Auto mit polnischem Kennzeichen mit Tempo 113 geblitzt (Symbolbild)
- Foto: KI-generiert
- hochgeladen von Jörg Dammann
Mehr als doppelt so schnell wie erlaubt: Ein Autofahrer ist am Montagabend mit 113 Stundenkilometern durch das Dörfchen Brest (Samtgemeinde Harsefeld) gerast. Erlaubt waren 50 km/h. Wer derart aufs Gaspedal tritt, gefährdet nicht nur sich selbst, sondern nimmt schwerste Unfälle mit Verletzten oder Toten in Kauf. Andere europäische Länder reagieren auf solche Exzesse erheblich härter als Deutschland.
Spitzenreiter bei der Geschwindigkeitskontrolle
Drei Stunden lang kontrollierte der Landkreis Stade am Montagabend den Verkehr auf der Kreisstraße 48 in Richtung Bredenbeck. Insgesamt passierten 145 Fahrzeuge die Messstelle. Drei Verstöße wurden dokumentiert.
Mit großem Abstand trauriger Spitzenreiter war der Fahrer eines Opel mit polnischem Kennzeichen: Das Messgerät zeigte 113 Stundenkilometer an – 63 mehr als erlaubt. Das entspricht einer Geschwindigkeitsüberschreitung um 126 Prozent.
Nach Angaben des Landkreises drohen dem Fahrer mindestens rund 700 Euro Bußgeld, mehrere Punkte in Flensburg und ein mehrmonatiges Fahrverbot. Gehen die Behörden wegen der massiven Überschreitung von Vorsatz aus, kann sich das Bußgeld verdoppeln.
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In Polen wären 2.000 Złoty fällig
Auch in Polen käme der Fahrer nicht glimpflich davon. Bei einem vergleichbaren Verstoß – 114 statt erlaubter 50 Stundenkilometer – verhängt die polnische Polizei ein Bußgeld von 2.000 Złoty (ca. 470 Euro) , 14 Strafpunkte und einen dreimonatigen Führerscheinentzug. Bei einem erneuten schweren Geschwindigkeitsverstoß innerhalb von zwei Jahren verdoppelt sich das Bußgeld auf 4.000 Złoty. Seit März 2026 wird der Führerschein bei einer Überschreitung um mehr als 50 Stundenkilometer für drei Monate eingezogen – innerorts und unter bestimmten Voraussetzungen auch außerorts.
Dänemark: Haft, Führerschein weg, Auto beschlagnahmt
Noch deutlicher ist die Ansage in Dänemark. Dort gilt eine Fahrt als sogenannte „vanvidskørsel“ – Wahnsinnsfahrt, wenn die zulässige Geschwindigkeit um mehr als 100 Prozent überschritten wird und das Auto zugleich schneller als 100 Stundenkilometer fährt. Tempo 113 statt 50, wie jetzt in Brest gemessen, würde diese Voraussetzungen erfüllen.
Beim ersten Verstoß sieht die dänische Strafverfolgung grundsätzlich 20 Tage unbedingte Haft vor. Hinzu kommt in der Regel der Entzug der Fahrerlaubnis für mindestens drei Jahre. Das eingesetzte Fahrzeug wird beschlagnahmt und kann per Gerichtsbeschluss dauerhaft eingezogen werden. Das gilt nicht nur für das eigene Auto. Auch geliehene, geleaste oder im Ausland zugelassene Fahrzeuge können betroffen sein. Die Botschaft unserer nachbarn im Norden ist unmissverständlich: Wer ein Auto für eine derartige Raserei benutzt, muss damit rechnen, es zu verlieren.
Schweiz: Ein Fall für den Raserartikel
Auch in der Schweiz wäre die Fahrt kein gewöhnlicher Tempoverstoß mehr. In einer Tempo-50-Zone greift der sogenannte Raserartikel ab einer Überschreitung um 50 Stundenkilometer. Mit 113 statt 50 läge der Fahrer 13 Stundenkilometer über dieser Schwelle. Bei einem solchen Raserdelikt drohen in der Regel eine Freiheitsstrafe von einem bis vier Jahren sowie der Entzug des Führerausweises für mindestens zwei Jahre. Die Fahrerlaubnis wird regelmäßig erst nach einer positiven verkehrspsychologischen Begutachtung zurückgegeben. Darüber hinaus kann das Tatfahrzeug eingezogen, verkauft oder verschrottet werden.
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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