Ein letzter Rundgang
Abriss der alten Rosenborn-Grundschule in Harsefeld gestartet

Ein letzter Besuch der Rosenborn-Grundschule in Harsefeld: Walter Wehrenberg (li.) und Bernd Meinke
5Bilder
  • Ein letzter Besuch der Rosenborn-Grundschule in Harsefeld: Walter Wehrenberg (li.) und Bernd Meinke
  • Foto: jab
  • hochgeladen von Jaana Bollmann

jab. Harsefeld. Das letzte Stündlein der Rosenborn-Grundschule in Harsefeld hat geschlagen. Denn in dieser Woche haben die Abrissarbeiten des alten Gebäudes begonnen. Das WOCHENBLATT machte mit Bernd Meinke, Harsefelds Fachbereichsleiter Zentrale Dienste, Jugend und Bildung, einen letzten Rundgang durch das alte Schulgebäude.

Die Rollläden sind heruntergelassen, in den Klassenzimmern ist es dunkel. Überall hängen gemalte Bilder. Ausgestopfte Tiere stehen noch in ihrer Vitrine. Sie werden später entsorgt, da bei ihrer Präparation damals giftige Stoffe verwendet wurden. Die wichtigsten Lehrmaterialien wurden in das neue Gebäude direkt nebenan geschafft. Stühle und Tische, die ihre besten Zeiten bereits hinter sich haben, stehen noch in den Klassenräumen und auf dem Flur. "Die meisten Möbel wurden für die neue Schule neu beschafft", erklärte Meinke. Doch das alte Mobiliar wird nicht einfach weggeworfen. Soziale Einrichtungen und die Grundschule Bargstedt durften noch Brauchbares mitnehmen.

Der Rest wird in Container sortiert, das Gebäude entkernt und abgerissen. Eine gute Nachricht: Asbest soll es nicht im Gebäude geben. Das erleichtert die Arbeiten und die Entsorgung. Rund zwei Monate dauern die Abrissarbeiten, schätzt Meinke. Danach geht es an den Außenbereich, der neu gestaltet werden soll. Der Kindergarten, der an die Schule angrenzt, bleibt von den Abrissbaggern verschont, ebenso die kleine Sporthalle, die kürzlich neue Fenster erhalten hat.

Dass sich eine Sanierung des Schulgebäudes, das 1956 errichtet wurde, nicht gelohnt hätte, zeigen die Kosten: 8,6 Millionen Euro wurden hierfür veranschlagt. "Die Wärmeschutzrichtlinien hätten wir dennoch kaum erfüllen können", sagte Meinke. Auch weil die Schule durch die zahlreichen Treppen nicht behindertengerecht ist, habe sich die Verwaltung für einen Neubau entschieden. Kosten hierfür: 11,6 Millionen Euro.

Einen letzten Blick auf die alte Schule wollte auch Walter Wehrenberg werfen. Er war einer der ersten Schüler der damaligen Volksschule. Der 76-Jährige kam aus der inzwischen abgerissenen alten Schule in der Schulstraße, wo heute die Rotenburger Werke stehen, in die achte Klasse am Rosenborn. "Das war ein Riesensprung, ein richtiger Aufbruch", sagte Wehrenberg. Es gab Gruppenräume, in denen die Schüler selbstständig arbeiten sollten. "Das hat etwas gedauert, denn da wurde vieles gemacht, nur nicht gearbeitet", erinnert sich der Senior. Auch die Lehrerschaft hat er noch gut vor Augen: "Da herrschten noch andere Sitten." Bei seinen Erzählungen lässt sich dann doch ein wenig Wehmut spüren. "Es ist ein Abschnitt des Lebens, der mit vielen Erinnerungen verbunden ist", sagte er. Außerdem seien viele aus seiner damaligen Klasse schon nicht mehr.

Über die Nachricht, dass die eingemauerte Zeitkapsel der Schule gefunden wurde, freut sich Wehrenberg. Er meint sich zu erinnern, dass dort u.a. eine Liste der Lehrer eingeschlossen wurde. Aber: "Das waren nicht viele, die könnte ich auch noch aufzählen."

• Mehr zum Inhalt der Zeitkapsel gibt es in einer folgenden WOCHENBLATT-Ausgabe.

Autor:

Jaana Bollmann aus Stade

Service
Aus den beiden Grafiken geht hervor: Der Anteil der Altersgruppe "Ü 70" liegt im Landkreis Stade bei 16 Prozent. Aus dieser Gruppe kommen aber mit Abstand die meisten Corona-Toten (88 Prozent)

Sieben-Tage-Inzidenz weiter unter dem Grenzwert 50
Über 70-Jährige stellen nur 16 Prozent der Bevölkerung im Landkreis Stade, aber 88 Prozent der Corona-Toten

jd. Stade. Die Warteliste für das Impfzentrum in Stade ist abgearbeitet. Daher ruft der Landkreis Stade die über 80-Jährigen dazu auf, bei der Impf-Hotline des Landes einen Impftermin zu vereinbaren. "Auf der Warteliste des Landes stehen für den Landkreis Stade zurzeit keine Namen mehr von Personen, die 80 Jahre oder älter sind", sagt Nicole Streitz, Leiterin des Impfzentrums in Stade. Menschen aus dieser Altersgruppe, die sich impfen lassen möchten, können laut Streitz im Moment zeitnah einen...

Panorama
Die Entwicklung des Inzidenzwertes in den vergangenen zwei Wochen im Landkreis Harburg

Die aktuellen Corona-Zahlen vom 5. März
Inzidenz wieder bei 56,6 im Landkreis Harburg - 200 aktive Fälle

(sv). Nachdem es am Donnerstag noch aussah, als würde der Inzidenzwert im Landkreis Harburg wieder unter die 50er-Grenze sinken, stieg er am heutigen Freitag, 5. März, wieder an - auf 56,60. In den Kommunen bleibt die Gemeinde Stelle weiterhin an der Spitze der Inzidenzwerte (132,68), gefolgt von der Gemeinde Neu Wulmstorf (94,08). Die Samtgemeinde Jesteburg (8,97) und die Samtgemeinde Salzhausen (13,80) verzeichnen immer noch die niedrigsten Werte. Der Landkreis Hamburg kommt am Freitag auf...

Politik
Dr. Dunja Sabra
2 Bilder

Rassismus bekämpfen: WOCHENBLATT-Serie begleitet Online-Veranstaltungen
"Man hat mir den Tod durch Vergasung gewünscht"

tk. Stade. Ein breites Bündnis von verschiedenen Akteuren lädt im Landkreis Stade dazu ein, sich in digitalen Formaten mit dem gesellschaftlichen Problem des Rassismus auseinanderzusetzen (das WOCHENBLATT berichtete). "Solidarität-Grenzenlos" ist der Leitsatz. In den kommenden Wochen schreiben Menschen aus dem Landkreis Stade, wie sie selbst Rassismus erleben und wie sie mit den Herausforderungen einer Gesellschaft umgehen, die sich von Vorurteilen befreien will. Wir drucken die Texte...

Politik
Winsens Bürgermeister André Wiese (CDU)   Foto: Stadt Winsen

André Wiese redet Klartext über Winsen 2030

Bürgermeister setzt sich auf seiner privaten Facebook-Seite mit der Kritik an Baumfällungen auseinander thl. Winsen. Seit Bekanntwerden der Planung für den Umbau der Haupteinkaufsstraßen im Rahmen des Projektes "Winsen 2030", hagelt es immer wieder Proteste gegen die damit verbundenen Baumfällungen. Diese hatten sich noch verstärkt, als am Montag vergangener Woche die Kettensägen ratterten und die Bäume zwischen dem Südertor und der Rathausspitze fielen. Jetzt platzte Bürgermeister André Wiese...

Politik
Deutlich zu sehen: Das Baugebiet Seevekamp/Schierhorner Weg liegt etwa 1,5 Meter höher als der Seevekamp. "Darauf noch ein elf Meter hohes Haus zu setzen, ist zu viel", sagt Heike Paulick-Stein Foto: as
2 Bilder

Jesteburg
Anwohner fordern Anpassung des B-Plans "Seevekamp-Süd"

as. Jesteburg. "Wir sind nicht gegen die Bebauung, sondern wir sind für eine moderate Planung", betont Heike Paulick-Stein. Die Jesteburgerin wohnt am Seevekamp und setzt sich gemeinsam mit weiteren Anwohnern dafür ein, dass die geplanten Mehrfamilienhäuser auf dem Areal zwischen Seevekamp, Waldwinkel und Schierhorner Weg an den Bestand angepasst werden. Auf den 49.452 Quadratmetern zwischen Seevekamp, Waldwinkel und Schierhorner Weg möchte Investor Steffen Lücking insgesamt 106 Wohneinheiten...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen