Der Kampf gegen die Fluten

Sieht auf den ersten Blick recht idyllisch aus, führt bei Starkregen aber zu Problemen: der Unterlauf des  Rellerbaches zwischen Klosterpark und Herrenstraße
  • Sieht auf den ersten Blick recht idyllisch aus, führt bei Starkregen aber zu Problemen: der Unterlauf des Rellerbaches zwischen Klosterpark und Herrenstraße
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jd. Harsefeld. "Kritische Situation" am Rellerbach-Unterlauf: Harsefeld will sich gegen Hochwasser wappnen. Vor rund einem Jahr stand nach heftigen Regengüssen halb Harsefeld unter Wasser - und das gleich zweimal innerhalb von wenigen Tagen. Der kleine Rellerbach, der mitten durch den Geestflecken fließt, schwoll zum reißenden Strom an. Doch das schmale Bächlein packte die Regenmengen nicht. In einigen Straßen standen die Anwohner bis zu den Knien im Wasser. Nun will die Gemeinde Harsefeld den Kampf gegen die Fluten aufnehmen: Der Unterlauf des Rellerbaches soll künftig wesentlich mehr Wasser aufnehmen können. Außerdem ist geplant, das Stauvolumen der Teiche im Klosterpark zu erhöhen. Als dritte Maßnahme ist vorgesehen, zusätzliche Regen-Rückhaltebecken im Oberlauf des Rellerbachs zu schaffen. Doch die Umsetzung dieses Vorhabens bleibt fraglich, da sich die erforderlichen Flächen in Privateigentum befinden.

"Es muss etwas passieren, besonders beim unteren Abschnitt des Rellerbaches", erklärte Bauamtsleiter Peter Walthart jetzt gegenüber den Mitgliedern des Bauausschusses. Die Politiker berieten über die Möglichkeiten, Harsefeld vor einem weiteren "Jahrhunderthochwasser" zu bewahren. Guido Majehrke vom Planungsbüro Grontmij stellte die verschiedenen Lösungsansätze vor. Im Fokus stand vor allem die "kritische Situation" an der Herrenstraße. Kurz vor der Straßenbrücke sei der Rellerbach in ein extrem schmales Bett gezwängt, so der Experte. Dieser Engpass müsse unbedingt beseitigt werden.

Majehrke empfiehlt, in den rund 150 Meter langen Abschnitt Stahlbeton-Halbschalen einzubauen. Diese haben ein u-förmiges Profil, das ein Maß von 1,25 x 1,25 Metern aufweist. Er halte es für besser, den Bachverlauf offen zu lassen, meint der Planer: "Wenn wir alles verrohren, gestalte sich die Instandhaltung wesentlich schwieriger." Die einzelnen Stahlbeton-Elemente müssten wegen ihres ennormen Gewichts - sie bringen rund zwei Tonnen auf die Waage - per Bagger aus Richtung Klosterpark in den Boden verlegt werden.

Angepeilt ist die Baumaßnahme für das kommende Jahr. Die Anwohner müssen sich dann darauf einstellen, ihre Zäune, Palisaden und Stege, die über den Bach führen, abzubauen. "Anders wird das nicht funktionieren", erklärte Walthart. Schließlich sei eine rund drei Meter breite "Bautrasse" erforderlich, um die Erdarbeiten zu bewerkstelligen. Das Wasser soll während dieser Zeit über Rohrleitungen in den Regenwasserkanal unter der Herrenstraße umgeleitet werden.

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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