"Es ist eine Katastrophe"

Anja Knorr, Finn-Luca Böhning und die Kinder sind traurig Foto: sc
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Erziehermangel wird zur Existenzfrage beim Waldkindergarten Harsefeld / Fachkräfte fehlen

sc. Harsefeld. Die Problematik ist allgemein bekannt: Es fehlen bundesweit ausgebildete Fachkräfte im Bereich Pflege, Erziehung und Gesundheit. Dieser Mangel ist auch im Landkreis Stade deutlich zu spüren, im aktuellsten Beispiel bei den Kindergärten. Während die großen Institutionen, wie DRK und die Kita-Verbände der beiden Kirchenkreise, durch ihre umfassenden Personalstämme die schwierige Lage halbwegs überbrücken können, geraten Kitas von kleinen Trägern ganz schnell an den Rand ihrer Existenz. Hart getroffen hat es gerade den Waldkindergarten in Harsefeld: "Uns fehlt es an Erziehern", sagte Anja Knorr, Leiterin der Kita und erste Vorsitzende des Vereins "Naturerleben". Jetzt zum Monatsende geht die zusätzliche Kraft, die während ihrer Probezeit kurzfristig gekündigt hat. Eine neue Erzieherin wird dringend gesucht, ansonsten muss der Waldkindergarten schließen. "Es ist eine Katastrophe - vor allem für die Kinder", so Knorr weiter.

Im Moment spielen und lernen 15 Kinder bei den Harsefelder "Waldmäusen" - damit ist der Kindergarten voll. Eine Waldkita von so einer Größe muss von mehreren Erziehern betreut werden. Ab Februar sind sie nur noch zu zweit - Knorr und Bufdi Finn-Luca Böhning, der auch nur noch bis zum Sommer da ist. Zudem fehlt seit Oktober eine Vertretungskraft. "Es gibt keine Fachkräfte auf dem Markt", bemängelt Knorr. Auf der dringenden Suche nach Ersatz hat Knorr mehrmals inseriert und sämtliche Quellen wie Arbeitsamt, Zeitarbeitsfirmen und Bundesverband der Natur- und Waldkindergärten ausgeschöpft. Niemand habe sich gemeldet.

"Wir haben einen Notfallplan", erklärt Knorr. Dieser Plan sei offiziell mit der zuständigen Behörde in Hannover abgeklärt und mit den Eltern der Kinder besprochen. Doch auch diese Notlösung halte den Kindergarten nicht lange über Wasser. Den betroffenen Eltern stehe eine schwierige Zeit bevor. "Sie wollen die Kinder gerne bei uns lassen", sagt Knorr. Wenn es zur Schließung komme, sei es nicht einfach, auf die Schnelle neue Betreuungsplätze für die 15 Kinder zu finden. "Die Eltern sind sehr solidarisch und machen gut mit", lobt Knorr.
Im Waldkindergarten gibt es viele Besonderheiten, zusammen unternehmen die Kinder Ausflüge in die Bibliothek, zum Reiten, ins Seniorenheim oder sammeln Müll in der Umgebung ein. Die Natur entdecken, kochen, Fahrradfahren und spielen sind Bestandteil der Kita-Arbeit.

• www.naturerleben-harsefeld.de

Redakteur:

Saskia Corleis

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