Geophysikalische Messungen und Probebohrung
Harsefelder Salzstock wird ab Mitte März genau erforscht
- Schematische Darstellung des Harsefelder Salzstocks
- Foto: jd/ Adobe Stock/Dshnrgc
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Tief in der Erde unter Harsefeld türmt sich ein riesiger Salzstock auf. Diese geologische Besonderheit rückt den Untergrund des Geestfleckens nun in den Fokus der Wissenschaft. In Kürze startet dort das Forschungsprojekt GeoMetEr. Dabei werden geophysikalische Messungen vorgenommen, um die Strukturen unter der Erdoberfläche genauer zu erkunden. Die im Rahmen von GeoMetEr erprobten Messmethoden und Verfahren zur Auswertung von Ergebnisse sollen später u.a. eingesetzt werden, wenn es um die Erkundung möglicher Standorte für die Endlagerung hochradioaktiver Abfälle geht. Die Finanzierung des Forschungsprojektes erfolgt deshalb durch die Bundesgesellschaft für Endlagerung.
Doch eine wichtige Klarstellung vorweg: Diese Untersuchungen haben nichts mit der Suche nach einem Endlager für Atommüll zu tun. Der Harsefelder Salzstock ist aufgrund bergbaulicher Aktivitäten (Aussolungskavernen der Dow) als möglicher Standort für die Deponierung atomarer Abfälle bereits ausgeschlossen und wird in der Endlagersuche nicht weiter berücksichtigt. Darüber berichtete das WOCHENBLATT bereits an dieser Stelle:
Worum geht es konkret bei GeoMetEr?
Federführend bei dem Projekt ist das Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG) aus Hannover. Ziel ist es letztlich, geophysikalische Messmethoden weiterentwickeln und neue Wege finden, die geologischen Schichten detaillierter zu erkunden. Solche Erkenntnisse sind für verschiedene Bereiche wichtig – sei es für den Schutz des Grundwassers, für die Nutzung geothermischer Energie oder für die Erforschung mineralischer Rohstoffe. Die im Rahmen von GeoMetEr entwickelten Methoden sollen langfristig helfen, den Untergrund präziser zu kartieren. Die Wahl fiel dabei auf den Harsefelder Salzstock, da von dort bereits viele geologische Daten vorliegen und sich die vorhandene Infrastruktur gut für die Messungen eignet.
- Die Skizze veranschaulicht, wie die Messungen durchgeführt werden: Fahrzeug erzeugt gezielt Schallwellen, die sich im Untergrund ausbreiten und an geologischen Schichtgrenzen reflektiert werden. Sensoren im Boden erfassen diese reflektierten Signale
- Foto: LIAG
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Welche Maßnahmen sind in Harsefeld geplant?
Ab Mitte März werden im Bereich zwischen Klein Hollenbeck und Hollenbeck erste Untersuchungen stattfinden. Dabei setzen die Forscher auf die sogenannte Reflexionsseismik. Dabei handelt es sich um ein bewährtes Verfahren, das mit Echolot-Messungen vergleichbar ist. Ein kleines Vibrationsfahrzeug erzeugt gezielt Schallwellen, die sich im Untergrund ausbreiten und an geologischen Schichtgrenzen reflektiert werden. Geophone – kleine Sensoren im Boden – erfassen diese reflektierten Signale. Auf diese Weise lassen sich die Schichtstrukturen bis zur Oberkante des Salzstocks in rund ein Kilometer Tiefe abbilden.
- Ein solches Fahrzeug wird zwischen Klein Hollenbeck und Hollenbeck unterwegs sein, um die Signale für die Messungen auszusenden
- Foto: LIAG
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Neben den seismischen Untersuchungen im Boden werden Messungen aus der Luft durchgeführt. Dazu kommen Drohnen oder Hubschrauber zum Einsatz, die das natürliche Erdmagnetfeld und die elektrische Leitfähigkeit des Untergrunds erfassen. Abschließend ist geplant, zum Ende des Projektes im Jahr 2028 eine Forschungsbohrung vorzunehmen. Diese Bohrung dient nicht der Rohstoffförderung, sondern soll lediglich die Erkenntnisse der seismischen und magnetischen Messungen überprüfen.
Keine Auswirkungen auf Anwohner oder Umwelt
Die LIAG weist darauf hin, dass für die Bevölkerung durch die Untersuchungen keine Beeinträchtigungen entstehen. Die Erschütterungen der Vibrationsfahrzeuge seien vergleichbar mit einem vorbeifahrenden LKW und somit unbedenklich. Auch die Luftmessungen erfolgen in einem für wissenschaftliche Untersuchungen üblichen Rahmen.
Informationsabend am 5. März in Harsefeld
Um Anwohnerinnen und Anwohner über das Projekt aufzuklären, lädt das LIAG am Mittwoch, 5. März, um 18 Uhr zu einem Informationsabend ins Kino-Hotel Meyer in Harsefeld (Marktstraße 17) ein. Dort wird unter anderem der Projektleiter, Professor Gerald Gabriel, Hintergründe, Ziele und Forschungsmethoden erläutern.
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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