Von Oslo nach Harsefeld
Sie kehrte Norwegen nach zehn Jahren den Rücken

Sara-Nikoline Scharnewski wagte den Sprung und sucht in ihrer alten Heimat das Glück
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  • Sara-Nikoline Scharnewski wagte den Sprung und sucht in ihrer alten Heimat das Glück
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jab. Harsefeld. Auetal statt norwegischem Fjord: Sara-Nikoline Scharnewski (40) kam vor eineinhalb Jahren mit ihrem Sohn Finn-Eirik (14) und ihrer Tochter Molly-Mari (3) aus Skandinavien zurück nach Harsefeld. Zwar vermisst sie die nordische Landschaft sehr, doch hier im Landkreis liegt ihre Heimat und hier möchte sie sich auch zu Hause fühlen - so wie sie es seit ihrem Wegzug nicht mehr getan hat.

Aufgewachsen ist die Halbnorwegerin in Sauensiek und hat hier 21 Jahre lang gelebt. Nachdem sich ihre Eltern getrennt hatten, verließ ihre Mutter, zu der sie ein sehr gutes Verhältnis hatte, Deutschland und ging zurück nach Norwegen. 2008 zog Scharnewskis Bruder der Mutter hinterher. Auch ihre Sehnsucht wuchs immer mehr. Ein Jahr später reiste die gelernte Bürokauffrau mit ihrem kleinen Sohn ebenfalls nach Oslo und blieb.

Neuer Job und neuer Partner

"Ich wollte die Sprache sprechen", erzählt Scharnewski. Denn die habe sie als Kind nicht gelernt. Dafür absolvierte sie ein Praktikum in einem Kindergarten. Mit Kindern sei das Lernen wirklich einfach gewesen, da sie ständig redeten. Sie entschied sich, eine schulische Ausbildung zu machen, und wurde schließlich Erzieherin. Inzwischen spricht Scharnewski fließend Norwegisch, nur über Dinge wie Gefühle zu reden, sei weiterhin auf Deutsch einfacher.

Die junge Mutter lernte einen neuen Partner kennen, bekam mit ihm eine Tochter. "In Norwegen ist es, was Kinder angeht, so viel leichter. Es wird mehr in sie investiert, auch vom Staat, und sie werden anders gefördert", sagt Scharnewski. Was in Deutschland wohl auch ungewohnt wirkt, ist, dass Kinder auch noch bei minus zehn Grad in ihren Kinderwagen draußen schlafen. "Das klappt super und sollte hier auch viel mehr gemacht werden", ist sie überzeugt.

Die norwegische Landschaft und das Skifahren haben es Sara-Nikoline Scharnewski angetan
  • Die norwegische Landschaft und das Skifahren haben es Sara-Nikoline Scharnewski angetan
  • Foto: Scharnewski
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Insgesamt würden die Menschen in Norwegen viel mehr draußen unternehmen. Auch sie war viel in der Natur unterwegs und stand sogar das erste Mal auf Skiern. "Ich bin kein Profi, aber es macht sehr viel Spaß", erklärt sie. Doch der lange Winter machte ihr zu schaffen. Bis zu sechs Monate kann es dauern, bis der Frühling sich zeigt.

Viel von den Norwegern gelernt

Immer positiv eingestellt: Sara-Nikoline Scharnewski
  • Immer positiv eingestellt: Sara-Nikoline Scharnewski
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Von den Norwegern hat sie sich während ihrer Zeit im Norden viel abgeguckt, was ihr auch jetzt noch nützt. Dort liefe alles viel entspannter und ruhiger. "Das musste ich aber auch erst mal lernen." Außerdem blicke sie nun anders auf das Leben. Sie sei zwar schon immer ein positiver Mensch gewesen, aber auch da konnte sie noch dazulernen.

Nachdem sie sich von ihrem Partner getrennt hatte, überlegte sie gemeinsam mit ihrem Sohn, ob sie in Norwegen bleiben, dafür aber aufs Land raus aus Oslo ziehen sollen. Oder ob sie den Schritt wagen und nach Deutschland zurückkehren, denn Scharnewski vermisste ihre Brüder und Freunde in der Heimat sehr. Beide entschieden sich für eine Rückkehr.

Mit ihren Kindern Molly-Mari und Finn-Eirik fühlt sie sich in Harsefeld wohl
  • Mit ihren Kindern Molly-Mari und Finn-Eirik fühlt sie sich in Harsefeld wohl
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In Harsefeld fand die alleinerziehende Mutter schließlich eine Wohnung und Arbeit in einem Kindergarten. Doch ganz zu Hause fühlt sie sich noch nicht. Daher möchte sie jetzt selbst ein Haus bauen - mit skandinavischem Flair. Dazu fehlt ihr allerdings noch das passende Grundstück.

Neue App soll Camper vernetzen
Autor:

Jaana Bollmann aus Stade

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