Mediziner gesucht: Harsefeld plant Ärztezentrum
Diagnose Ärztemangel: Eine Kommune sucht Lösungen

Gerade für ältere Menschen ist die Hausarztversorgung in Wohnortnähe von großer Bedeutung
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jd. Harsefeld. Die Einrichtung eines Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) galt eine Zeit lang fast als Allheilmittel, wenn es darum ging, die (haus-)ärztliche Versorgung vor Ort zu verbessern. Aber es gibt in diesen Zeiten wohl kaum eine Gemeinde, die dieses finanzielle Risiko auf sich nehmen und mal eben so ein MVZ aus dem Boden stampfen würde. Eine Kommune, in der bereits seit 2015 mit einem Ärztezentrum oder MVZ - wie auch immer man solch eine Einrichtung nennen mag - geliebäugelt wird, ist Harsefeld. Noch laufen die Planungen und es werden Gespräche mit Ärzten geführt. Im Sommer 2022 soll das Vorhaben nach Angaben von Noch-Rathauschef Rainer Schlichtmann endlich realisiert werden.

Dabei ist die wichtigste Frage noch gar nicht geklärt: Wer bezahlt am Ende die Musik, die bestellt wurde? Welche Antwort auf diese Frage gegeben werden kann, hängt davon ab, wer das Ärztehaus in der Geestmetropole bauen wird. Nachdem Anfang des Jahres erste Pläne für das Gebäude in der Presse präsentiert wurden, meldeten sich offenbar einige Investoren.

Schlichtmann selbst verkündete bereits 2017 und sagt das seitdem immer wieder: Er betrachte eine Trägerschaft der Gemeinde nur als letzte Option, wenn sich kein anderes Betreibermodell finde.
Ein MVZ in kommunaler Hand wurde zu Beginn der Planungen allerdings noch intensiv diskutiert. Die SPD hatte damals das sogenannte "Büsumer Modell" auf das Tapet gebracht. In dem Nordseebad betreibt eine kommunale Tochtergesellschaft ein MVZ. Dort sind die Ärzte angestellt, erhalten ein Grundgehalt nebst Leistungsbonus, haben reguläre Arbeitszeiten und müssen sich nicht mit den Problemen eines Freiberuflers herumschlagen.

Ärzte im Angestelltenverhältnis: Das soll es auch in Harsefeld geben - wenn denn die Ärzte partout nicht selber Chef sein wollen, sondern auch in ihrem Job eine ausgewogene Work-Life-Balance einem höheren Einkommen, das man als selbstständig praktizierender Arzt hätte, vorziehen.

Ein passendes Grundstück hat der Flecken Harsefeld längst gefunden. Das neue Ärztezentrum soll auf dem Gelände eines früheren Aldi-Marktes entstehen. Zunächst sollte nur der Markt umgebaut werden, indem Zwischenwände eingezogen werden. Jetzt ist ein kompletter Neubau geplant: unten fünf Praxisräume, oben Wohnungen - und in einem weiteren Trakt nebenan sollen Apotheke, Physiotherapeut und Bäcker einziehen.

So weit, so gut - doch böse Zungen behaupten, für das geplante Ärztehaus gebe es derzeit mehr Investoren als Ärzte. Das will Rathauschef Schlichtmann so nicht bestätigen. Fakt ist aber: Die Resonanz auf eine vom Flecken auch überregional platzierte Anzeigenkampagne ("Arztkoffer - gefunden in Harsefeld") ist nicht gerade überwältigend.

Dabei lockt Harsefeld durchaus mit attraktiven "Goodies": Die Gemeinde hält Kita-Plätze für den Ärzte-Nachwuchs bereit, hilft bei der Haus- oder Wohnungssuche und bietet auch Unterstützung an, wenn es darum geht, dem Partner des Mediziners einen Job zu vermitteln. Und ein Mitspracherecht bei der Gestaltung der Praxen gibt es auch.

Das klingt doch alles wunderbar. Eigentlich müssten die Ärzte in Harsefeld Schlange stehen.

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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