Mitreden und mitgestalten
Harsefelder Bürgermeisterinnen werben für Beteiligung
- Susanne de Bruijn (li.) und Ute Kück betonen die Bedeutung lokaler Demokratie
- Foto: wd
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Kommunalpolitik betrifft den Alltag der Menschen unmittelbar – von Mobilität über Bildung bis hin zu sozialen Angeboten. Umso wichtiger ist die Beteiligung an der Kommunalwahl am 13. September 2026. „Gerade bei knappen Wahlergebnissen zählt jede Stimme“, appelliert Ute Kück an die Harsefelderinnen und Harsefelder, ihr Wahlrecht zu nutzen.
Bürgerbeteiligung in Harsefeld: Mitgestaltung über den Wahltag hinaus
Mitbestimmung endet jedoch nicht an der Wahlurne. In Harsefeld ist es ausdrücklich erwünscht, dass Bürgerinnen und Bürger eigene Ideen einbringen und den direkten Austausch mit den gewählten Vertreterinnen und Vertretern suchen.
Ein gelungenes Beispiel für Bürgerengagement in Harsefeld ist der BürgerBus:
„2011 wurde ich von Bürgerinnen und Bürgern angesprochen, die sich vor allem für ältere Menschen einen BürgerBus wünschten“, erinnert sich Susanne de Bruijn. Gemeinsam mit den Grünen setzte sich die FWG im Wahlkampf für das Projekt ein.
Nachdem Ausschuss und Rat zugestimmt hatten, wurde ein eigenständiger Verein gegründet. Dieser erhielt Zuschüsse vom Flecken Harsefeld, der Landesnahverkehrsgesellschaft sowie der Tobaben-Stiftung. Seit 2013 sorgt der BürgerBus Harsefeld für Mobilität in der Samtgemeinde – insbesondere für Seniorinnen und Senioren.
Auch der Weihnachtsbaum vor dem Rathaus geht auf eine Initiative aus der Bürgerschaft zurück, ergänzt Ute Kück.
Jugendbeteiligung: 3.000 Euro eigenes Budget pro Jahr
Besondere Mitbestimmungsmöglichkeiten haben junge Menschen in Harsefeld: Die Jugend verfügt über einen eigenen Etat von 3.000 Euro jährlich, über dessen Verwendung sie selbst entscheidet. Für eine gewünschte Graffitiwand wurde sogar drei Jahre lang gespart – ein Beispiel dafür, wie demokratische Prozesse früh erlernt und gelebt werden.
Ehrenamt stärken: Einsatz auf Landes- und Bundesebene
Über die kommunale Ebene hinaus engagieren sich beide Bürgermeisterinnen auch landes- und bundespolitisch.
Susanne de Bruijn wandte sich nach ihrer Teilnahme an der Berliner Veranstaltung „Demokratie vor Ort“ direkt an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Ihr Anliegen: Ehrenamtliche sollen ihre Aufwandsentschädigungen nicht vollständig versteuern müssen. Gerade Menschen, die sich mehrfach engagieren – etwa beim BürgerBus, im TuS Harsefeld oder in weiteren Institutionen – würden steuerlich stark belastet.
„Ehrenamt sollte belohnt und nicht mit Steuern belegt werden“, so de Bruijn.
Ute Kück setzt sich unter anderem über den Deutschen Städte- und Gemeindebund bei Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies für eine bessere Ausstattung mit Schulsozialarbeitern in Harsefeld ein. „In Harsefeld haben wir eine Schulsozialarbeiterin für vier Grundschulen – das reicht nicht“, sagt Kück. Auch an Gymnasien seien entsprechende Angebote notwendig.
Bildung als Fundament der Demokratie
Beide Bürgermeisterinnen betonen die zentrale Bedeutung von Bildung für eine lebendige Demokratie. In Harsefeld seien dafür gute Voraussetzungen vorhanden: mit Kitas, Schulen sowie vielfältigen Freizeitangeboten in Sport, Kultur und sozialem Engagement. Verwaltung und Politik arbeiteten dabei eng zusammen.
Direkter Austausch statt Diskussion nur in sozialen Netzwerken
Wer Anliegen oder Ideen hat, solle den persönlichen Kontakt suchen – etwa über Bürgermeistersprechstunden, Ratsmitglieder oder die Gemeindeverwaltung.
„Wir sind nah am Bürger“, sagt Kück. Der direkte Dialog sei konstruktiver, als Unmut ausschließlich in sozialen Netzwerken zu äußern.
Redakteur:Nicola Dultz aus Buxtehude |
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