Flecken Harsefeld informiert Bürger über die neuen Fahrradstraßen / Kritik der Anwohner
Mit dem Rad durch den Ort

Der von den Anwohnern kritisierte Einmündungsbereich der neuen Fahrradstraße Böberstroot in die Griemshorster Straße Fotos: sc
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  • Der von den Anwohnern kritisierte Einmündungsbereich der neuen Fahrradstraße Böberstroot in die Griemshorster Straße Fotos: sc
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sc/jd. Harsefeld. Der Flecken Harsefeld hat sich auf die Fahne geschrieben, fahrradfreundlicher zu werden. Wichtiger Baustein im neuen Radwegeverkehrskonzept ist die vor Kurzem eröffnete Fußgänger- und Radfahrerbrücke mit der gleichzeitigen Umgestaltung der Böberstroot und des Querwegs. Auf einer Informationsveranstaltung im Rathaus wurden jetzt die Anwohner und interessierte Bürger mit den neuen Verkehrsregeln vertraut gemacht. Mit dabei waren Experten der Polizei, der Verwaltung sowie der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen (AGFK).

Noch seien die Verkehrsregeln bezüglich von Fahrradstraßen nicht allgemein bekannt, so Edwin Süselbeck, Geschäftsführer der AGFK. Zudem könne jede Stadt und jede Kommune selber über die Art entscheiden, wie sie eine Fahrradstraße markieren wollen. Eine bundesweite Regelung gebe es nicht. Laut Süselbeck ist eine Fahrradstraße als eine Straße definiert, die in ihrer ganzen Breite als Radweg ausgewiesen ist. Grundsätzlich gilt: Der Radverkehr hat Vorrang und das Tempolimit liegt bei 30 km/h.

In den Harsefelder Fahrradstraßen ist der Autoverkehr weiterhin erlaubt, doch müssen die Autofahrer Rücksicht nehmen. Der Radverkehr darf weder gefährdet noch behindert werden. Die Fahrradfahrer dürfen in den Fahrradstraßen nebeneinander fahren, allerdings gilt auch hier wie auf jeder Straße das Rechtsfahrgebot und die gegenseitige Rücksichtnahme.

Um den Verkehrsfluss für die Radfahrer zu fördern, erhalten die Fahrradstraßen Vorrang. Im Querweg ändert sich die Verkehrssituation in dem Sinne, dass alle Fahrzeuge, die aus den Seitenstraßen in den Querweg einfahren wollen, nun Vorfahrt gewähren müssen. An der Böberstroot endet die Fahrradstraße und damit das Vorrecht für Radler an der Einmündung in die Griemshorster Straße. Wer aus der Böberstroot kommt, hat aber Vorfahrt gegenüber allen Fahrzeugen, die auf der Griemshorster Straße unterwegs sind.

Fußgänger sind, soweit kein Gehweg vorhanden ist, am rechten oder linken Fahrbahnrand unterwegs und können ebenso wie Skater und Inlineläufer die neue Brücke nutzen. Pkw dürfen wie gehabt in den Fahrradstraßen abgestellt werden. "Hier gelten die ganz normalen Parkregeln", so Süselbeck.
Kritik kam aus den Reihen der Querweg-Anwohner. Sie beklagten sich über den schlechten Zustand der dortigen Fußwege. Das sei vor allem für die Bewohner der Seniorenwohnanlage ein Problem. Das Thema soll im Bauausschuss behandelt werden.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die hohe Geschwindigkeit der vornehmlich jungen Radler, die von der Brücke die Böberstroot mit hohem Tempo hinunterfahren und dann ungebremst in die Griemshorster Straße einbiegen. Diese Situation müsse schleunigst entschärft werden, bevor es zu einem Unfall komme.

Für großen Unmut sorgen die hohen Huckel, die sogenannten Berliner Kissen, in der Griemshorster Straße. Viele Autofahrer beklagen sich über diesen extrem holperigen Straßenabschnitt. Die jetzige Kennzeichnung mitsamt der hohen Huckel sei aber nur vorübergehend und stelle nicht die endgültige Lösung dar, so Verwaltungschef Rainer Schlichtmann. Eine neue Pflasterung, bei der die Vorfahrt optisch gekennzeichnet werden soll, sei in Planung. Zudem werden die Huckel schon jetzt stärker abgeflacht. Die Polizei will diesen Bereich nach den Herbstferien stärker ins Visier nehmen und wenn nötig eingreifen.
"Wir wollen mit diesen Fahrradstraßen jetzt Erfahrungen sammeln", erklärt Schlichtmann.

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