Weiter Hortplatz-Ärger in Harsefeld?

Die Hortbetreuung ist ein brisantes Thema in Harsefeld  Foto: Fotolia/Robert Kneschke
  • Die Hortbetreuung ist ein brisantes Thema in Harsefeld Foto: Fotolia/Robert Kneschke
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jd. Harsefeld. Für das Hort-Problem in Harsefeld ist offenbar eine Lösung gefunden. Allerdings fällt diese Lösung - wie im Vorfeld befürchtet - nicht ganz im Sinne der betroffenen Eltern aus. Wie berichtet, hatte der Flecken sämtliche Hortverträge zum 31. Juli gekündigt, weil die Plätze voraussichtlich nicht reichen werden. Die Hortbetreuung, die bisher auf die Feldbusch-Schule konzentriert war, soll nun auf drei Standorte verteilt werden. Nach WOCHENBLATT-Informationen sollen die Hortgruppen in der Rosenborn-Grundschule sowie in den Kitas in der Mittelstraße und am Neuenteicher Weg eingerichtet werden. Für viel Ärger sorgt die Entscheidung, dass künftig nur noch Grundschüler in den Horten betreut werden. In den sozialen Medien machen die Eltern ihrem Unmut bereits Luft (siehe unten).

"Wir haben in der vergangenen Woche die noch inoffizielle Mitteilung erhalten, dass die Hortbetreuung nur noch bis zur 4. Klasse angeboten wird. Bisher war es bis Klasse 6 möglich", berichtet eine Mutter: "Sollte das tatsächlich zutreffen, hätte ich ein Riesenproblem. Ich kann ein neunjähriges Kind doch nicht den ganzen Nachmittag allein zu Hause lassen." Sie sei enttäuscht von den Verantwortlichen in Politik und Verwaltung: Viele junge Eltern seien nach Harsefeld gelockt worden, weil die Gemeinde mit einem familienfreundlichen Umfeld geworben habe.

Die ersten Elternteile sollen bereits ihren Arbeitsplatz gekündigt haben. "Das sind vornehmlich Mütter", berichtet ein Elternvertreter: "Was sollen die denn machen, wenn die Betreuung ihrer Kinder nicht gewährleistet ist?" Für manche Familie, die gerade erst in Harsefeld gebaut habe, könne das zu einem finanziellen Desaster führen, so der Elternsprecher, der namentlich nicht in Erscheinung treten will: Wenn ein Gehalt wegfalle, sei die Hausfinanzierung kaum noch zu "wuppen". Auch Arbeitgeber sollen sich bereits bei der Gemeinde beschwert haben, weil sie wegen der Kündigungen kurzfristig vor Personalproblemen stehen.

Selbst diejenigen Eltern, die eine Zusage für einen Hortplatz erhalten haben, sind wenig glücklich mit der künftigen Situation: Ihre Kinder müssen ab Anfang August quer durch den Ort gehen oder fahren, um nach der Schule den Hort aufzusuchen.

• Gemeindedirektor Schlichtmann war persönlich bei Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) vorstellig, um eine Ausnahmegenehmigung für eine Nachmittagsbetreuung in den Klassenräumen zu erhalten. Wie berichtet, dürfen aufgrund gesetzlicher Vorgaben Klassenzimmer grundsätzlich nicht für Hortzwecke genutzt werden. Es bleibt abzuwarten, wann eine Entscheidung in Hannover fällt. Rathauschef Schlichtmann war bis Redaktionsschluss für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.


Kommentare von erbosten Eltern


Viele Eltern von Hortkindern sind wütend, weil die Gemeinde in ihren Augen das Problem der fehlenden Hortplätze nicht richtig angegangen ist. Hier einige Wortmeldungen aus den sozialen Medien:

• "Schlimm ist, dass das Hin- und Her seit viereinhalb Jahren so geht."

• "Es wird wieder einmal alles auf dem Rücken der Kleinsten ausgetragen, aber was ist mit Eingewöhnung, was mit Begleitung nach der Schule, was mit Fahrkarten?"

• "Ja, B. verliert wegen dieser Sache sogar ihren Job, weil ihr Sohn „heulend“ nicht in den für ihn eigentlich vorgeschriebenen Hort will."

• "Die Harsefelder Gesamtschule (Oberschule) macht erst nach der 8. Klasse eine Nachmittagsbetreuung – voll sinnvoll."

• "Dass die Kinder zum x-ten Mal getrennt werden – das ist echt die größte Sauerei…"

• "Schei... Harsefeld, unsere Kinder müssen leiden, weil diese Schei...-Gemeinde zu schnell wächst..."

• "Die Kinder ab der 5. Klasse haben jetzt wohl keinen Anspruch mehr auf Betreuung – ein Fiasko so kurz vor den Ferien. Soll ich meinen Neunjährigen jetzt etwa nachmittags alleine zu Hause lassen? Wer haftet eigentlich, wenn etwas passiert??? Ich mag mir das gar nicht ausmalen…" 

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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