Energie - eingelagert tief unter der Erde
Wie Harsefeld ein Knotenpunkt für Wasserstoff werden soll
- An der Gesprächsrunde nahmen auch lokale Akteure aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung teil
- Foto: Gregor Fischer/Storengy
- hochgeladen von Jörg Dammann
Wo zwischen Harsefeld und Hollenbeck tief unter der Erde bisher Gas gespeichert wird, könnte in der Zukunft auch umweltfreundlicher Wasserstoff (H2) eingelagert werden. Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Industrie trafen sich kürzlich in Harsefeld, um über ein ehrgeiziges Projekt zu sprechen: den geplanten Wasserstoffspeicher „SaltHy“. Eingeladen hatte das Energieunternehmen Storengy Deutschland, das damit einen regen Austausch über die Zukunft der Energieversorgung anstoßen wollte.
Vorreiter bei der Energiewende
Im Fokus der Gesprächsrunde stand dabei die Frage: Wie gelingt der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft in der Energieregion Stade? Und was ist erforderlich, damit Niedersachsen beim Thema Wasserstoff ganz vorne mitmischt? Auf jeden Fall gibt es politische Unterstützung: Der niedersächsische Wirtschafts-Staatssekretär Matthias Wunderling-Weilbier (SPD) hob die Bedeutung der Region als Vorreiter in Sachen Energiewende hervor: "Die Region Stade leistet mit ihrer Industrie und Energiewirtschaft einen großen Beitrag, dass Niedersachsen Energieland Nr. 1 ist." Auch Bundestagsabgeordnete der CDU und der Grünen waren dabei und machten deutlich: Ohne Speichermöglichkeiten wird es mit der Energiewende schwierig.
- Der Storengy Gasspeicher zwischen Harsefeld und Hollenbeck
- Foto: Storengy
- hochgeladen von Jörg Dammann
Bau von zwei Speicherkavernen geplant
Genau hier kommt "SaltHy" ins Spiel. Direkt neben dem bestehenden Storengy-Gasspeicher Harsefeld sollen zwei riesige unterirdische Kavernen entstehen, in denen jeweils rund 7.000 Tonnen Wasserstoff gelagert werden können. Geplant ist, dass die erste Wasserstoff-Kaverne im Jahr 2032 in Betrieb genommen wird. Die Bedeutung dieses Vorhabens für die Energieinfrastruktur der EU wird durch den Status als "Project of Common Interest" unterstrichen. Dieser Status ist eine Voraussetzung, damit die derzeit laufenden vorbereitenden Maßnahmen zur Projektumsetzung mit EU-Mitteln gefördert werden. Die finale Investitionsentscheidung ist für das kommende Jahr vorgesehen.
Unterstützung von der Politik gefordert
Damit das Ganze funktioniert, müsse allerdings noch an vielen Stellschrauben gedreht werden, so Storengy-Geschäftsführer Daniel Mercer. Vor allem Investitionssicherheit sei ein großes Thema – denn Wasserstoffspeicher entstehen nicht über Nacht. Mercer erklärte, dass die Betreiber von Untertage-Speichern wissen müssen, ob sich eine Investition lohnt - und das lange Zeit, bevor die Industrie ihren Bedarf anmeldet. Hier fordert die Branche mehr Unterstützung von der Politik. "Eine Wasserstoffspeicherstrategie der Bundesregierung drängt sich immer mehr auf", so Mercer.
Der Stroengy-Chef betonte, dass Harsefeld mit seiner Lage nahe dem geplanten Wasserstoffkernnetz, der Möglichkeit zur Schiffsanlieferung und der Option, auch Ammoniak zu Wasserstoff zu cracken, bestens aufgestellt sei. Die Region könnte also bald eine Schlüsselrolle im europäischen Wasserstoffhandel spielen.
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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