Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Die gefährlichsten Holperpisten im Landkreis Stade

Holperpiste Nr. 1: die L130 - hier in Höhe der Abzweigung Löhe Fotos: jd
 
Holperpiste Nr. 2: Die Autos weichen der tiefen Rille in der Fahrbahn der L123 aus und fahren direkt am Mittelstreifen

Strecken müssen dringend saniert werden: Nach WOCHENBLATT-Aufruf meldeten sich zahlreiche Leser

(jd). Die A26 wird derzeit saniert. Um größere Schäden im Fahrbahnbelag der 2008 eröffneten Autobahn zu vermeiden, lässt die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr die obere Deckschicht erneuern. Das A26-Teilstück zwischen Stade und Horneburg wird hinterher wieder in einem Top-Zustand sein. Bei vielen Straßen im Landkreis sieht es anders aus. Das WOCHENBLATT hatte dazu aufgerufen, die schlimmsten Strecken zu melden. Die Redaktion erhielt zahlreiche Mails. Demnach befinden sich etliche Straßen in einem schlechten Zustand - von der Landesstraße bis hin zur kleinen Stichstraße in einem Wohngebiet. Einige besonders marode Pisten wurden von den Lesern immer wieder genannt.

Drei Straßen führen die Rangliste der "Stoßdämpfer-Killer" an:

Holperpiste Nr. 1:
L130 zwischen Sauensiek und der Kreisgrenze

Nach Angaben mehrerer Leser weist diese Straße in beiden Fahrtrichtungen erhebliche Fahrbahnschäden auf. "Als Pkw-Fahrer muss man befürchten, einen Achsbruch zu erleiden", heißt es in einer Mail. Gerade für Motorradfahrer stelle diese Strecke eine Gefahr dar, gibt Detlev Rosacha zu Bedenken. Wie Rosacha fordern zahlreiche Leser: "Diese Strecke muss dringend saniert werden."
"Wird sie auch - und zwar im Herbst", erklärt Hans-Jürgen Haase, Leiter der Stader Dienststelle der Landesbehörde. Einen genauen Termin für die Baumaßnahme könne er zwar noch nicht nennen, aber es werde eine umfangreiche Fahrbahnerneuerung vorgenommen. "Dafür erfolgt eine Vollsperrung der Strecke." Auch seine Behörde sehe bei der L130 die dringende Notwendigkeit, eine Sanierung vorzunehmen. Deshalb stehe die L130 auf der Prioritätenliste weit oben. Doch es sei kein Geld vorhanden, um notwendige Arbeiten sofort vorzunehmen, so Haase: "Wir sind für 700 Kilometer Straßen zwischen Elbe und Weser zuständig. Da können wir angesichts fehlender Mittel nur punktuell agieren."


Holperpiste Nr. 2:
L 123 zwischen Horneburg und Issendorf

Hier spricht Jürgen Reincke vielen Autofahrern aus der Seele. Seine Zuschrift fasst am deutlichsten zusammen, worüber sich etliche beklagen: "Seit vielen Jahren ist diese Strecke in desolatem Zustand. Dort gibt es tiefe Spurrillen, Bodenwellen und Schlaglöcher. Für ortsfremde Fahrer ist dieser Abschnitt lebensgefährlich, auch wenn man sich an die Geschwindigkeitsbeschränkung von 70 km/h hält."
Behördenleiter Haase verweist darauf, dass im Bereich Horneburg Ausbesserungsarbeiten erfolgt seien: "Mehr wird in diesem Jahr nicht passieren, weil - wie gesagt - kein Geld da ist." Wann eine Sanierung erfolge, sei völlig offen: "Wir 'stricken' noch am Straßenbauprogramm für das kommende Jahr." Die Auswahl der Straßen erfolge nach objektiven Kriterien: "Eine erste Entscheidungsgrundlage ist eine messtechnische Zustandserfassung der Fahrbahn." Um die gefährlichsten Stellen zu entschärfen, rücke die Straßenmeisterei aus, so Haase: "Unsere Mitarbeiter können aber nur kleinere Reparaturen vornehmen und die schlimmsten Löcher ausbessern."


Holperpiste Nr. 3:
K 49 zwischen Ruschwedel und Rutenbeck

"Wegen der tiefen Spurrillen auf dieser Straße muss man befürchten, von der Fahrbahn in den Graben oder gegen einen Baum geschleudert zu werden", schreibt Ralf Heinrich. Eine kleine Lenkbewegung - etwa um einem Hindernis auszuweichen - reiche schon aus, um von der Straße abzukommen. Denn trotz der Schäden sei dort noch immer Tempo 100 erlaubt. Die K 49 sei in einem ähnlichen Zustand wie früher die Strecke zwischen Apensen und Buxtehude, wo damals die tiefen Spurrillen Ursache für mehrere tödliche Unfälle gewesen seien.
"Es gibt Kreisstraßen, die dringender saniert werden müssen", erwidert Heiko Köhnlein, zuständiger Amtsleiter für den Straßenbau im Kreis Stade. Auch dort nehme man Messungen vor, um den Straßenzustand objektiv beurteilen zu können. Derzeit sei ein Unternehmen im Auftrag des Landkreises dabei, kleinere Instandhaltungsmaßnahmen vorzunehmen (siehe unten).



• Zahlreiche Leser haben sich auch über den mangelhaften Zustand vieler innerörtlicher Straßen beklagt. Mit diesen Straßen befasst sich das WOCHENBLATT in den kommenden Ausgaben auf den jeweiligen Lokalseiten.

Reparaturen an den Kreisstraßen

Mit kleineren Reparaturmaßnahmen an den Straßen hat der Landkreis ein Unternehmen aus Drochtersen beauftragt. Dabei geht es um Arbeiten, die unter den Begriff "Instandhaltung" fallen. Vor allem Spurrillen, Kantenabbrüche und sogenannte Versackungen werden beseitigt. Derzeit ist die Firma auf der K 53 zwischen Harsefeld und Griemshorst tätig. Dort erwies sich der Schaden unter der Deckschicht größer als erwartet.

Weitere Arbeiten sind an der K 39 in der Samtgemeinde Lühe, der K 28 bei Ritschermoor sowie der K 55 zwischen Hollenbeck und Oersdorf in Höhe von Kakerbeck vorgesehen.