Holger Sönnichsen
Vom Glück, den "genetischen Zwilling" zu finden

Holger Sönnichsen geht es wieder  gut
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bim. Hollenstedt. Zahlreiche Menschen nahmen Anteil an seinem Schicksal: Als der damals 54-jährige Holger Sönnichsen aus Hollenstedt im September 2019 die Diagnose Blutkrebs erhielt, organisierten Freunde und Familie in Zusammenarbeit mit der Deutschen Knochenmark-Spenderdatei (DKMS) eine Typisierungsaktion, bei der sich 364 Menschen im Alter von 17 bis 55 Jahren als Stammzellspender registrieren ließen. Sein genetischer Zwilling wurde dabei zwar nicht gefunden. "Aber die Nachricht, dass es jemanden gibt, der sehr gut passt, habe ich kurz nach der DKMS-Aktion in Hollenstedt erhalten", berichtet Holger Sönnichsen. Im WOCHENBLATT-Interview beschreibt er, wie er von der Diagnose erfuhr, wie es ihm erging und worauf er sich 2021 freut.
WOCHENBLATT: Wie war es für Sie, als Sie die Diagnose Blutkrebs erhielten? Und welche Symptome hatten Sie zuvor?
Holger Sönnichsen: Im September 2019 ging es mir zunehmend schlechter. Ich hatte den Eindruck, irgendetwas „auszubrüten“. Da ich schon länger Probleme mit meiner Schilddrüse hatte, war ich deswegen in ärztlicher Behandlung. Ein Blutbild kurz vor Ende September zeigte ein großes Durcheinander und sehr hohe Infektionswerte. Meine Hausärztin hat mich dann ins Krankenhaus eingewiesen.
In Winsen wurde dann die Vermutung aufgestellt, dass es sich möglicherweise um eine Leukämie handeln könnte. Ich wurde dann in die Onkologie der Asklepios Klinik Altona überstellt und dort wurde die akute lymphatische Leukämie diagnostiziert.
Das war schon ein Schlag! Wobei ich mich nie gefragt habe: „Warum ich?“, sondern immer gesagt und gefühlt habe: „Warum ich nicht?“ Für mich war auch von Anfang an klar: Auch wenn meine Überlebenschance nur einen Türspalt groß ist, dann werde ich da durchschlüpfen.
WOCHENBLATT: Wie hat Ihre Familie reagiert, wie Ihr Arbeitgeber?
Holger Sönnichsen: Meine Familie war geschockt, hat sich aber unglaublich engagiert und mich unterstützt. Besonders meine Frau! Mein Bruder hat sich umgehend testen lassen (hat jedoch leider nicht so gut gepasst). Mein Arbeitgeber hat sich großartig verhalten. In einem Großunternehmen ist ein solcher Ausfall natürlich leichter zu verkraften. Es wurde deutschlandweit zu einem Test bei der DKMS aufgerufen, Aushänge in mehreren Niederlassungen gaben Hinweise auf die nötige Stammzellentransplantation.
WOCHENBLATT: Wie lange mussten Sie im Krankenhaus verbringen?
Holger Sönnichsen: Zu Ostern wurde ich entlassen.
WOCHENBLATT: Wissen Sie, wer Ihr Stammzellspender ist?
Holger Sönnichsen: Nein. Erst zwei Jahre nach dem Transplantationstermin darf ich meinen Spender kennenlernen, allerdings nur, wenn er es auch möchte! Im Mai erhielt ich über das Krankenhaus und die DKMS einen anonymisierten Brief von meinem Spender. Es handelt sich um einen deutschsprechenden jungen Mann. Ich habe ihm natürlich zurückgeschrieben und freu' mich darauf, ihn kennenzulernen.
WOCHENBLATT: Wie verlief die Stammzellspende? Ab wann war klar, dass der Körper die Spende annimmt?
Holger Sönnichsen: Wie die Spende verlief, kann ich nicht genau sagen. Ich weiß nur, dass mein Spender eine Knochenmarkspunktion durchführen ließ. Es gibt zwei unterschiedliche Verfahren und diese ist die aufwendigere, aber deutlich bessere. Meine Stammzellentransplantation fand am 20. Februar 2020 statt. Die Zeit nach der Transplantation war aufgrund einer massiven Ganzkörperbestrahlung und hohen Chemotherapie-Dosis die Härteste meiner gesamten Krankeit.
WOCHENBLATT: Laut Ihren Freunden lieben Sie Singen, Kajak- und Skifahren. Und Sie engagieren sich in der Kirche, im Chor und in der Flüchtlingshilfe. Nehmen Sie diese Hobbys und Ehrenämter weiter wahr, sofern es die Corona-Infektionsschutzmaßnahmen zulassen?
Holger Sönnichsen: Ja! Soweit die Pandemie, die nach wie vor für mich persönlich sehr gefährlich ist, es erlaubt, gehe ich meinen Hobbys nach. Unser Chor hat leider schon länger Pause und auch Skifahren wird es diese Saison nicht geben. Das Thema „Hilfe für die Geflüchteten“ ist mir weiterhin sehr wichtig, doch auch da hindern zurzeit die Einschränkungen. Kajak bin ich auf unserer schönen Este gefahren.
WOCHENBLATT: Hat sich Ihre Lebenseinstellung verändert? Gehen Sie nach überwundener Krankheit evtl. anders mit Corona um, als sie es zuvor getan hätten?
Holger Sönnichsen: Natürlich prägt so eine Krankheit, die ja auch zum Tode hätte führen können.
Mein Gottvertrauen wurde weiter gefestigt. Ich bin unendlich dankbar für die Unterstützung meiner Familie, meiner Freunde und unserer Gemeinde.
Bezüglich Corona kann ich nur sagen, dass ich im vergangenen Jahr ausgiebig Erfahrungen in unserem deutschen Gesundheitssystem gemacht habe. In den meisten Ländern dieser Welt hätte ich keine Überlebenschance gehabt. Wir können nur dankbar für ein solches Gesundheitswesen sein. Die Menschen, die dort arbeiten und täglich Unglaubliches leisten, mit “Corona-Ignoranz“ weiter zu stressen und Risikogruppen (wie mich) zu gefährden, halte ich für ein Verbrechen!
WOCHENBLATT: Haben Sie einen Rat für Menschen, die mit einer solchen Diagnose konfrontiert werden?
Holger Sönnichsen: Ja. Hoffnung, positives Denken und Gottvertrauen helfen durch eine solche Zeit. Daneben ist die Unterstützung und Motivation durch Familie und Freunde existenziell.
WOCHENBLATT: Welche Pläne haben Sie für 2021?
Holger Sönnichsen: Zeit mit Familie und Freunden verbringen. Ich habe diesen Monat meine Wiedereingliederung abgeschlossen. Mich wieder in den beruflichen Alltag zu integrieren, ist wichtig.
Gern würde ich auch mal in den Urlaub fahren. Das Wichtigste ist aber … gesund bleiben.
WOCHENBLATT: Herr Sönnichsen, wie bedanken uns für das Gespräch.

Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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