Bald wird wieder gemalt

Das ist kein schöner Anblick: Die Farbe der Straßenkunst 
im "Schaftrift" ist an vielen Stellen verblichen. Jetzt will Kuratorin Isa Maschewski nachbessern
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Umstrittene Jesteburger Straßenkunst muss ausgebessert werden / Die Farbmischung war falsch.

mum. Jesteburg. „Für mich ist das rausgeworfenes Geld“, sagte ein Anwohner damals stinksauer. „Meine Tochter hätte das für ein Eis gemacht und nicht für 9.000 Euro.“ Der Ärger war groß, als Kunsthaus-Kuratorin Isa Maschewski Ende Mai unangekündigt einen Teil der kleinen Wohnstraße „Schaftrift“ von der Berliner Künstlerin Monika Michalko in ein Kunstwerk verwandeln ließ. Noch größer war der Aufschrei, als bekannt wurde, dass zwei Flüchtlinge dafür ursprünglich illegal beschäftigt werden sollten (das WOCHENBLATT berichtete). Doch wie gewaltig mag die Verärgerung sein, wenn die Anwohner nun erfahren, dass das von vielen ungeliebte Kunstwerk noch nicht einmal mit der richtigen Farbmischung bearbeitet wurde. Auf Nachfrage teilte Rathaus-Mitarbeiterin Claudia von Ascheraden mit, dass mit neuer Farbe nachgebessert werden muss. „Die Farbe wurde verdünnt aufgetragen, was laut Hersteller möglich sein sollte, sich aber nicht als praktikabel erwiesen hat“, so von Ascheraden. Die Kosten für den Farb-Fehlgriff soll angeblich der Kunstverein übernehmen. Eine Kostenschätzung liege nicht vor. „Je nach Witterung soll noch in diesem Jahr mit der Ausbesserung begonnen werden“, so von Ascheraden.
Das verunglückte Mischungsverhältnis erklärt auch, warum Maschewski Farbe übrig hatte, um wenige Wochen später Künstler Michael Conrads für 3.000 Euro zu beauftragen, eine weitere Straßenfläche im Bereich der Buskehre vor dem Freibad zu bearbeiten. „Mir wurde mitgeteilt, dass Farbe übrig geblieben ist“, teilte Verwaltungschef Hans-Heinrich Höper damals mit. Die Berliner Künstlerin Monika Michalko wurde bei der ersten Aktion mit 3.200 Euro entlohnt. Weitere 6.100 Euro kostete die Farbe. Stand heute lässt sich Jesteburg die Straßenkunst mehr als 12.200 Euro kosten - ohne die Kosten für die Ausbesserung.
Und - auch das wundert in Jesteburg niemanden mehr - es gibt weitere Ungereimtheiten rund um den Kunstpfad: Der Bau des „Spiegelhauses“, das schon zu Ostern hätte fertig sein sollen, ist weiterhin fraglich. Auf Nachfrage teilte Rathaus-Mitarbeiterin Claudia von Ascheraden mit: „Die Baugenehmigung ist da. Das Ergebnis eines Bodengutachtens steht noch aus.“ Über den Sachstand des Projektes werde in der kommenden Sitzung des zuständigen Ausschusses berichtet. „Haben Sie bitte Verständnis, dass wir auch erst dort über Details hinsichtlich der Kosten berichten werden.“ Es dürfte als sicher gelten, dass auch dieses Projekt finanziell deutlich teurer wird als geplant. Fragen zum ebenfalls von Maschewski konzipierten Bushäuschen wollte die Rathaus-Mitarbeiterin ebenfalls mit Verweis auf die Sitzung Ende Oktober nicht beantworten. Zumindest auf eines ist bei Maschewski Verlass: Sie hat bereits die erste Rate ihres Honorars abgerufen. Seit 2014 lässt sich Jesteburg die Arbeit der Kuratorin jährlich 3.000 Euro kosten. Dabei spielt es offensichtlich keine Rolle, ob sie Ergebnisse liefert. 

Eröffnung schon wieder verschoben

Der etwa fünf Kilometer lange Kunstpfad soll die Kunststätte Bossard mit dem Kunsthaus verbinden und die Jesteburger Naturlandschaft durch Kunstwerke anders erlebbar werden lassen. Dieses Erlebnis soll über mehrere Jahre wachsen. Seit 2014 stellt die Gemeinde jährlich 13.000 Euro in ihren Haushalt ein. Weitere Gelder sollen über diverse Fördertöpfe eingeworben werden.
Nachdem die Eröffnung bereits mehrfach verschoben wurde, soll der Kunstpfad nun im dritten Quartal 2018 stattfinden, das sagt zumindest Rathaus-Mitarbeiterin Claudia von Ascheraden.

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Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

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