"Es gibt viele Ideen"

Jesteburgs Gemeindedirektor Henning Oertzen stellte gemeinsam mit den CIMA-Mitarbeiterinnen Petra Bammann (li.) und Regina Schroeder erste Ergebnisse vor
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Ortskern-Management in Jesteburg stellt nach sechs Monaten erste Ergebnisse vor.

mum. Jesteburg. Jesteburg geht einen besonderen Weg, um die Attraktivität des Ortes zu steigern - sowohl für Bürger und Gäste als auch für die Geschäftsleute. Zwei Jahre lang wird die CIMA Beratung + Management GmbH aus Lübeck im Auftrag der Gemeinde und in enger Zusammenarbeit mit allen Akteuren ein Konzept erarbeiten (das WOCHENBLATT berichtete). Bis auf Winsen leistete sich bislang keine Kommune im Landkreis Harburg einen externen Dienstleister. Jesteburg lässt sich diese Beratung 50.000 Euro kosten. Zwei Drittel der Summe wird aus Mitteln der Städtebauförderung finanziert. Nach dem ersten halben Jahr in Jesteburg zieht das Ortskernmanagement (OKM) ein erstes Zwischenfazit.
"Hinter uns liegt eine Phase der intensiven Beteiligung und des Netzwerkens im Ort", so Petra Bammann, die seit Oktober als "Gesicht vor Ort" in Jesteburg tätig ist. Mit reger Beteiligung am Aktionsstand beim Dorffest war CIMA im August 2018 öffentlich gestartet. Etwa 250 Personen nahmen damals an der Onlinebefragung zum Jesteburger Ortskern auf der eigens eingerichteten Webseite (www.jesteburg-im-kern.de) teil. "Eine wesentliche Erkenntnis aus dieser ersten Projektphase ist, dass der Jesteburger Ortskern aktuell nicht klar genug erkennbar ist", so Bammann. Es fehle unter anderem an zentralen Plätzen mit erlebbarer Aufenthaltsqualität. "Der Ortskern dient deshalb heute eher der Nahversorgung und für gezielte Erledigungen", so die Expertin. Das Gefühl der unzureichenden Verkehrssicherheit (insbesondere für Fahrradfahrer und aufgrund der fehlenden Querungsmöglichkeiten) und die hohe Verkehrsbelastung würden die Attraktivität des Ortskerns beeinträchtigen. Zwar hätte der Gemeinderat Maßnahmen zur Verbesserung beschlossen, "doch die aktuellen und geplanten Maßnahmen der Ortsumgestaltung und Verkehrsoptimierung werden dabei zu wenig in der Öffentlichkeit wahrgenommen". Die Individualität und Kleinteiligkeit des Einzelhandels- und Gastronomieangebotes sowie das Ortsbild mit Seeve, Fachwerkbauten und Begrünung würden dagegen zu den besonderen Stärken der Jesteburger Mitte gezählt.
Bei ihrer Analyse kommt CIMA unter anderem zu folgendem Fazit: "Es gibt viele gute Ideen, viele (ehrenamtliche) Macher und Akteure, aber es fehlt an der Abstimmung, gegenseitiger Einbeziehung und Koordination." Nach Abschluss der Onlinebefragung im Herbst 2018 folgten daher zunächst weiterführende Gespräche mit den Gewerbetreibenden und Vertretern von Organisationen im Ortskern, aber auch mit Politik und Verwaltung. Zweimal traf sich die Lenkungsgruppe bestehend aus Vertretern der Verwaltung, der Fraktionen sowie der Jesteburger Wirtschaft und Kultur.
Das CIMA-Team sieht den Fokus der konkreten Umsetzung des OKM künftig in den drei Handlungsfeldern Erreichbarkeit, Ortskerngestaltung und Kommunikation des Angebotes im Ortskern. Beim Thema Erreichbarkeit setzen die Maßnahmen der Städtebauförderung an, die der Sanierungsträger mittel- und langfristig umsetzt und - ab sofort auch über die Webseite www.jesteburg-im-kern.de - kommuniziert. Das Ortskernmanagement sieht jedoch auch kurzfristigen Handlungsbedarf beim Thema Parken und möchte gemeinsam mit den Gewerbetreibenden vor Ort für eine Verbesserung sorgen. Ein weiterer Ansatz im Schulterschluss mit den Gewerbetreibenden soll die bessere Kommunikation gemeinsamer Kernöffnungszeiten und der besonderen Highlights im Jesteburger Angebot sein.
Beim Thema Gestaltung steht eine attraktivere "Willkommenssituation" an den Ortskerneingängen und eine Aufwertung der Hauptstraße als zusammenhängender Hauptgeschäftsbereich im Fokus - etwa mit Begrünung, Ergänzung der Weihnachtsbeleuchtung oder anderen Gestaltungselementen.
Ein weiteres wichtiges Thema werde auch die Belebung und Gestaltung der Leerstände im Ortskern sein. Mehr Aufenthaltsqualität könne zudem durch zusätzliche Möblierung, Spielangebote und in der Gestaltung von Plätzen - etwa im Zusammenschluss mit gastronomischen Anbietern - entstehen.
Doch für die Umsetzung dieser Projektideen sei das Ortskernmanagement auf aktive Mitstreiter angewiesen. "Wir können Impulsgeber und Wegbereiter sein. In der Organisation, Mittelakquise und Umsetzung können wir professionelle Hilfe bieten", erklärt Petra Bammann die Rolle des Ortskernmanagements bei der Umsetzung der Maßnahmen. "Aber wir können nicht alles sofort und allein umsetzen und werden Prioritäten setzen müssen. Deshalb ist es uns wichtig, dass sich genügend Mitstreiter für eine bestimmte Idee zusammenfinden", so Projektleiterin Regina Schroeder.
• Wer Interesse an einer aktiven Mitwirkung hat, oder eigene konkrete Projektideen einbringen will, der kann sich über www.jesteburg-imkern.de oder via E-Mail an bammann@cima.de direkt an das Ortskernmanagement wenden.

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