Jesteburg: Neuer Trendsport in der Tennishalle
In Zukunft wird "gepadelt"

Ingmar Obermüller (v. li.), Dag, Gerolf und Dado Dietel sind die "Padel-Amigos"  | Foto: PA
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  • Ingmar Obermüller (v. li.), Dag, Gerolf und Dado Dietel sind die "Padel-Amigos"
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Die Heizung ist neu, das Dach - zumindest zur Hälfte - neu gestrichen, gerade wurde der Fußboden abgeschliffen: In der Jesteburger Tennishalle, Am Alten Moor 8, sind die Handwerker angerückt. In Zukunft wird dort bei den "Padel-Amigos" außer Tennis auch "Padel" gespielt, ein neuer Trendsport aus Spanien.

Fast zwei Jahrzehnte hatten die Vorbesitzer der Halle diese für die Jesteburger Tennisspieler betrieben, berichtet der neue Mitinhaber Ingmar Obermüller, der sich auch schon seit Jahren für den Tennisclub TC Jesteburg um die Plätze kümmert. Vor drei Jahren wollte man den Staffelstab weitergeben. Für den TC sei der Betrieb der Halle eine zu große finanzielle Belastung gewesen. Obermüller: "Das kann ein Verein nicht leisten."

Obermüller kaufte die Halle zusammen mit der Familie Gerolf, Dag und Dado Dietel aus Eidelstedt, die schon seit 2024 eine Padel-Halle mit je vier Innen- und Außenplätzen in Halstenbek betreiben und sich vergrößern wollten. "Das passte einfach", sagt Obermüller. Das gemeinsame Projekt heißt "Padel-Amigos".

In der Jesteburger Halle werden gerade zwei von vier Tennisplätzen für die neue Sportart "Padel" umgebaut. Es sei Bedingung der Verkäufer gewesen, dass auch Tennisplätze erhalten bleiben und der Tennisclub sie vertraglich geregelt weiter nutzen kann, sagt Obermüller. "Das liegt mir auch persönlich am Herzen."

Was ist "Padel" überhaupt? "Der Sport kommt aus Spanien, ursprünglich aus Mexiko", erklärt Obermüller. "Bei einem Familienurlaub in Spanien haben wir Padel dort kennengelernt." Das Spiel funktioniert ähnlich wie Tennis oder Squash, ist aber, so Obermüller, "viel weniger laufintensiv". Außerdem wird fast nur im Doppel gespielt: Die Plätze sind nur halb so groß wie beim Tennis, dafür sind doppelt so viele Spieler auf dem Platz.

So könnten zum Beispiel auch ältere Menschen oder Menschen mit Gelenkproblemen spielen: Der Ball hat die Größe eines Tennisballs, hat aber innen weniger Druck, fliegt daher langsamer und springt weniger hoch. Die Schläger sind kürzer als beim Tennis und unterscheiden sich durch die fehlende Bespannung. Stattdessen gibt es eine Kunststofffläche. Gespielt wird in einer Art oben offenen "Glaskästen" mit 10 mal 20 Metern Fläche, mit Rundumsicht, was Padel auch für Zuschauer spannend macht.

Für den offiziellen Start zur Indoor-Tennissaison am 15. September mussten die Padel-Amigos zügig loslegen. "Wir haben die Halle zum 1. September übernommen", sagt Obermüller, der regelmäßig von Sohn Emil bei den Arbeiten unterstützt wird. Den - übrigens kräftig blauen - Bodenbelag aus Kunstrasen und die Trennwände aus Sicherheitsglas hat man direkt bei einer spanischen Firma bestellt. Obermüller: "Wann die kommen, kann man nicht so ganz genau sagen." Die Eröffnung soll aber unbedingt noch im Herbst erfolgen.

Was schon da ist: Die nagelneue Heizung, eine sogenannte Dunkelwärme-Heizung, die unter der Decke angebracht ist, mit Gas betrieben und nach draußen entlüftet wird. Die alte sei einfach durch gewesen, so Obermüller. Und sie habe durch punktuelles Heizen viel Kondenswasser erzeugt - Ursache für dunkle Flecken an der Hallendecke, von denen man einen guten Teil jetzt schon beseitigt hat, der Rest folgt später.

Das Bistro wird auch in Zukunft geschlossen bleiben. "Der Betrieb rechnet sich einfach nicht", erläutert Obermüller. Stattdessen will man aber langfristig Geräte aufstellen, an denen die Sportler sich warmmachen können. Auch Umkleidekabinen und Duschen werden überarbeitet, "aber alles Schritt für Schritt. Das wichtigste ist für uns: Die Menschen sollen hier Spaß haben."

Ingmar Obermüller (v. li.), Dag, Gerolf und Dado Dietel sind die "Padel-Amigos"  | Foto: PA
So wie in Halstenbek soll bald auch die halbe Jesteburger Tennishalle aussehen | Foto: PA
Beim Padel gibt es Schläger mit Kunststofffläche und Bälle mit weniger Druck | Foto: PA
Redakteur:

Gabriele Poepleu aus Seevetal

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