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Zwei weitere Personen im Landkreis Stade im Zusammenhang mit Corona gestorben

Kaffee, Schuhe und Mode

Ein echter Hingucker: Das komplett restaurierte "Försters Hus" im Herzen Jesteburgs
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Nach zwei Jahren Leerstand: "Försters Hus" ist endlich vermietet / SHG Ruhr plant neues Shop-Konzept.

mum. Jesteburg. Hossein Salehmanesh atmet erleichtert auf. Der Eigentümer des "Försters Hus" im Herzen Jesteburgs hat am Dienstag den Pachtvertrag für das wunderschöne Fachwerkhaus unterschrieben. Fast zwei Jahre stand das Gebäude nach seiner Fertigstellung Anfang 2016 leer (das WOCHENBLATT berichtete). "Ich bin sicher, dass die Entscheidung zu warten, richtig war", sagt der Jesteburger. Zwar habe es eine ganze Reihe von Interessenten gegeben. "Doch vor allem mögliche Pächter aus dem Bereich Gastronomie konnten nicht nachweisen, dass sie über die finanziellen Mittel verfügen", erklärt Salehmanesh. Jetzt steht der neue Mieter fest: Einziehen wird die Schuhhandelsgesellschaft Ruhr mbH (SHG Ruhr, siehe Kasten) mit ihrem Konzept "Café und Mode". Die Schlüsselübergabe mit Eigentümer Salehmanesh und Heribert Brune, Geschäftsführer der SHG Ruhr, fand bereits statt. Für das Unternehmen ist Jesteburg eine doppelte Premiere: Es ist der erste Standort in Norddeutschland und zugleich zum ersten Mal die Kombination aus Café und Geschäft.
"Jeder, der Wert auf hochwertige Schuhe legt und dennoch keine Einbußen in der Optik hinnehmen möchte, wird bei uns ab Ende März fündig werden", kündigt Brune an. Angeboten werden unter anderem die Marken Think!, Vabeene, Brako, Mephisto und Ganter. "Jede Marke bietet Bequemlichkeit gepaart mit einer Passform, die den Kunden ein langfristig gesundes Gehen ermöglicht", so der Unternehmer. Bei der Herstellung der Schuhe werde Wert auf Nachhaltigkeit, Qualität und schonenden Umgang mit den Ressourcen gelegt. Dieses Qualitäts- und Nachhaltigkeits-Bewusstsein findet sich auch bei der Kleidungsauswahl wieder. Im "Försters Hus" sollen Produkte aus der jeweils aktuellen "Heidekönigin"-Kollektion angeboten. Die Waren des Wetzener Unternehmens werden ausschließlich in Europa gefertigt. Außer Schuhen und Bekleidung runden Taschen und Gürtel das Angebot für Damen ab. Für Herren wird es ausschließlich Schuhe zu kaufen geben.
Das Café wird sowohl im Innen- als auch im Außenbereich Platz für Besucher bieten. "Natürlich sind auch Gäste willkommen, die nicht Schuhe oder Kleidung kaufen möchten", sagt Brune, der großen Wert auf Qualität und Regionalität legt. Die frisch zubereiteten Kuchen und Torten werden von einem Lieferanten aus der Region bezogen und sowohl saisonale als auch regionale Zutaten beinhalten.
Saisonbedingte Aktionen sollen das Angebot erweitern: Vorstellbar ist etwa ein Spargelverkauf im Frühjahr oder ein kleiner Weihnachtsmarkt in Kooperation mit regionalen Höfen aus der Umgebung.
• Das "Försters Hus"-Team ist noch nicht komplett: Bis zur Eröffnung Ende März muss noch eine Caféleitung, die Verkaufsleitung für Schuhe und Textilien (beide in Vollzeit) sowie Verkaufspersonal und Bedienungen in Teilzeit gefunden werden. Aussagekräftige Bewerbungen nimmt Sonja Nehm gern per E-Mail an s.nehm@shg.ruhr entgegen.
"Wir freuen uns auf den Start in Jesteburg und auch darauf, die Bedürfnisse der Kunden nach Qualität und Komfort bei Schuhen und Bekleidung und nach geschmacklichem Genuss im Café erfüllen zu können", so Brune.

Neu im Norden: SHG Ruhr

Seit 1920 verkauft Familie Brune erfolgreich Schuhe. In dritter Generation betreibt Heribert Brune das Geschäft. Zunächst mit stationären Filialen, seit 2010 auch mit Online-Shops. Inzwischen bestehen in NRW und Süddeutschland zehn Filialen und insgesamt 14 Online-Shops mit fast ausschließlich Mono-Marken-Konzepten, in denen jeweils Schuhe nur einer bestimmten Marke angeboten werden (etwa www.think-schuhe-online.de). Die einzige Ausnahme bildet bis jetzt das Schuhhaus Brune in der Essener Innenstadt. Dort werden seit Anfang 2017 Schuhe verschiedener Marken angeboten. Nach dem erfolgreichen Start dieses Geschäfts wagt Brune sich jetzt an das "Försters Hus", das durch das integrierte Café noch einmal eine neue Herausforderung bietet.

Die Geschichte des "Försters Hus"

Das "Försters Hus" ist eines der absoluten Leuchtturm-Objekte in Jesteburg. Der Weg dorthin war allerdings steinig. Noch Ende 2014 hatte es Spekulationen gegeben, Hossein Salehmanesh würde das denkmalgeschützte Objekt absichtlich verfallen lassen. Ende 2012 hatte die Gemeinde das Gebäude sowie ein dazugehöriges etwa 1.500 Quadratmeter großes Grundstück für 100.000 Euro an Salehmanesh verkauft. Ursprünglich hatte der Unternehmer mit einer Investionssumme von 1,5 Millionen Euro gerechnet - für das "Försters Hus" und einen daran anschließenden "Markt der Möglichkeiten". Inzwischen sind allein zwei Millionen Euro nur in das "Försters Hus" geflossen.
Salehmanesh ließ das ursprüngliche Gebäude komplett abtragen. Die Einzelteile wurden restauriert oder ersetzt. Dabei wurde das Holz mit Trockeneis gereinigt. Die Fassade des Gebäudes wurde rekonstruiert und dem Ursprungsbau von 1855 angepasst, die Sparrengebinde sowie die noch erhaltenswerten Deckenbalken wurden wieder eingebaut. Weniger Probleme hatte Salehmanesh, die beiden Büroräume im ersten Stock zu vermitteln. Eine Hälfte nutzt Salehmanesh selbst. Außerdem: Die wirklich sehenswerten Außenanlagen sind inzwischen auch für die Öffentlichkeit zugänglich.

Lesen Sie auch:
Der Investor mit Herz: Hossein Salehmanesh
Leerstand trotz Top-Lage

Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

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