Die Diskussion um die Zukunft des Kunstvereins Jesteburg geht weiter. Jetzt hat sich Volker Pompe, bis vor Kurzem noch zweiter Vorsitzender, zu Wort gemeldet. Er sagt, Kuratorin Isa Maschewski habe von einem privaten Gönner für ein Jahr 20.000 Euro erhalten, und nicht, wie das WOCHENBLATT berichtete, lediglich 10.000 Euro. Der Verein „Kunstwoche Jesteburg“ könne sich aber künftig einen solchen Aufwand nicht leisten.

mum. Jesteburg. Die nächste Runde ist eingeläutet - und offensichtlich scheint es im Verein „Kunstwoche Jesteburg“ unterschiedliche Wahrnehmungen in Bezug auf die Wahrheit zu geben: „Die Kritik von Rainer Löding an Kassenwartin Harriet Romanowski kann ich so nicht im Raum stehen lassen“, sagt Volker Pompe.
Bis Anfang des Jahres war der Bendestorfer zweiter Vorsitzender des Vereins „Kunstwoche Jesteburg“. Seine Frau Alwine saß als Beirätin ebenfalls im erweiterten Vorstand. Aus persönlichen Gründen legten beide ihre Ämter nieder. „Wie Frau Romanowski habe auch ich Bedenken in Bezug auf die Finanzen des Vereins“, so Pompe. Er betont, dass seine Kritik kein Nachtreten sei. „Es geht mir darum, dass der Vorstand nicht sehenden Auges in eine Katastrophe steuert.“
Laut Pompe habe der private Sponsor Isa Maschewski nicht 10.000 Euro zur Verfügung gestellt, sondern 20.000 Euro. Es sei eine Art Startfinanzierung für ein Jahr gewesen, die ausschließlich für Isa Maschewski bestimmt war. „Der Betrag wurde auf ein Sonderkonto geparkt und Frau Maschewski hat regelmäßige Rechnungen in Höhe von rund 1.600 Euro eingereicht“, so Pompe. Das Geld stehe ihr zu, da sie gute Arbeit leiste. Aber, so fürchtet Pompe: „Diese Summen kann sich der Kunstverein auf Dauer nicht leisten.“ Sollte es niemanden geben, der die Kuratorin finanziert, stehe das Kunsthaus vor dem Aus.
Und noch eine Frage bleibt unbeantwortet: Haben Isa Maschewski und der damalige Vereins-Vize Rainer Löding die Öffentlichkeit bewusst getäuscht? Unterlagen aus Vorstandskreisen, die dem WOCHENBLATT vorliegen, erwecken den Eindruck, dass Isa Maschewski monatlich einen erheblichen Betrag bereits während ihrer Tätigkeit als ehrenamtliche Vorsitzende erhalten hat. Erst als das Duo von Dritten darauf hingewiesen wurde, dass dies nach Vereinsrecht nicht erlaubt sei, trat Isa Maschewski als Vorsitzende zurück.
„Für mich war es von Anfang an klar, dass ich niemals dauerhaft Vorsitzende des Kunstvereins bleibe“, sagt Isa Maschewski heute. „Das wollten wir damals zum Wohle des Vereins aber nicht so kommunizieren.“ Die Frage, ob sie monatlich die gleiche Summe erhalten hat, wollte sie nicht beantworten.
Jede Woche würde sie mindestens 60 Stunden Arbeit in das Kunsthaus investieren. Aufgrund dieser Arbeitsbelastung habe sie ihren eigenen Kunstraum in Hamburg schließen müssen. Auch ein Magazin, dessen Herausgeberin sie ist, erscheine nicht mehr. „Ich muss Geld verdienen. Sollte der Verein mich nicht bezahlen können, werde ich nicht den Job an den Nagel hängen. Aber ich werde mein Engagement reduzieren.“
Und dann ein Satz, der die Jesteburger Kunstszene aufhorchen lässt: „Die Leitung des Kunsthauses mache ich zwei bis drei Jahre. Dann sollte jemand aus Berlin oder Köln kommen, um die Arbeit fortzusetzen.“ Kontinuität sieht anders aus.

Kommentar:

Was kann sich
der Kunstverein auf Dauer leisten?

20.000 Euro für ein Jahr Arbeit als künstlerische Leitung! Das Geld sei Isa Maschewski gegönnt. Und dass ein Privatier sein Vermögen altruistisch verwendet, ist lobenswert.
Kritisch ist im Fall Mascheswki anzumerken, dass - so gibt sie selbst zu - die Öffentlichkeit getäuscht wurde. Ohne ersichtlichen Grund. Warum hat die junge Frau einen ehrenamtlichen Job angetreten, von dem sie wusste, dass sie ihn gar nicht machen will? Die Frage ist jetzt: Kann sich der Kunstverein seine teure Kraft auch in Zukunft leisten? Manch einem mag auch sauer aufstoßen, dass da ein Verein, der nicht einmal ansatzweise ohne die finanzielle Unterstützung der Gemeinde und anderer Sponsoren überleben kann, sich eine teure Kuratorin leistet.
Die Gemeinde Jesteburg ist gut beraten, wenn sie mit wachem Blick das Treiben im Kunsthaus beobachtet. Ansonsten hat Jesteburg insgesamt weit über eine halbe Million Euro in ein Luftschluss gepumpt.
Sascha Mummenhoff

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Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

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