"Die gute Nachbarschaft fördern"

Werben für die neue Internet-Dorfgemeinschaft: Jim Koop und Angelika Schiro
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SPD möchte Online-Portal "nebenan.de" in der Samtgemeinde etablieren / Verbraucherschützer warnen.

mum. Jesteburg. "Digitalisierung" ist ein viel genutztes Schlagwort, das für den Wandel in vielen Bereichen steht. Diese Entwicklung ist bei zahlreichen Aktivitäten schon in gewohnte Praxis übergegangen - wer schreibt heute noch Briefe, wenn die E-Mail viel unmittelbarer zum Ergebnis führt? "Die Herstellung einer optimalen digitalen Struktur gehört zur grundsätzlichen Aufgabe einer Gemeinde. Angefangen von der Forcierung von Breitbandanschlüssen bis hin zu freien WLAN-Angeboten - zumindest in der Ortsmitte", so SPD-Ortsvereins-Vorsitzender Steffen Burmeister. Einen entsprechenden Antrag hatte die SPD bereits in der Ratssitzung im Mai diesen Jahres eingebracht. Jetzt soll der nächste Schritt folgen: Die Sozialdemokraten setzen sich für die Einrichtung eines Nachbarschaftsportals für die Samtgemeinde ein. Jim Koop betreut als Vorstandsmitglied das Projekt bei den Sozialdemokraten. "Zielsetzung ist es, jenseits der globalen sozialen Medien eine Plattform zu etablieren, die die Vernetzung im Dorf fördert, gegenseitige Hilfestellungen ohne großen Aufwand ermöglicht, Plattform für Vereine und Verwaltung sein kann." Intensiv hat sich die Arbeitsgruppe mit vorhandenen Angeboten im Markt beschäftigt und alternativ auch die individuelle Erstellung einer solchen Plattform erwogen. Inzwischen gibt es einen Favoriten, für dessen Lösung sich Koop und seine Mitstreiter bei den anderen Fraktionen einsetzen wollen. "Wir werben für das Modell der Berliner Firma nebenan.de, das in einigen Pilotprojekten bereits erfolgreich umgesetzt ist und einen echten gesellschaftlichen Mehrwert bietet", so Jim Koop.
Das Modell zeichne sich vor allem auch durch seine strengen Datenschutz-Richtlinien aus. Angelika Schiro, die ebenfalls in der Arbeitsgruppe mitarbeitet, weist auf die Besonderheiten - gerade im Vergleich zu Angeboten wie Facebook - hin. "Wer bei nebenan.de mitmachen möchte, der kann das nur mit Klarnamen und nach einer Adressprüfung tun - und es werden keine Daten an Suchmaschinen oder andere soziale Netzwerke weitergegeben. Die Informationen, die über die Plattform ausgetauscht werden, bleiben sicher im Dorf."
Laut SPD seien auf nebenan.de immerhin 170 Jesteburger organisiert. Nach den Vorstellungen der SPD soll die Verwaltung sich dort ebenfalls präsentieren, Informationen transportieren und den Dialog mit den Bürger suchen.
Eine umfassende Informationsveranstaltung zum Thema "Digitalisierung" ist von der SPD geplant und wird bereits im November stattfinden. Passende Anträge - etwa zur Gründung einer Arbeitsgruppe aus Verwaltung, Ratsmitgliedern und Bürgern zur grundsätzlichen Teilnahme der Verwaltung auf der Plattform und zur Bereitstellung der notwendigen Finanzmittel - werden in den zuständigen Ausschüssen erfolgen.

Der gläserne Verbraucher?

(mum). Ob die SPD bei ihren Recherchen über nebenan.de auch auf die kritischen Berichte in verschiedenen Medien gestoßen ist? Laut Hannoversche Allgemeine warnte die Verbraucherzentrale Niedersachsen bereits im vorigen Jahr vor dem Internetportal. Die Verbraucherschützer raten den Nutzern zu großer Vorsicht. Die Verbraucherzentrale rechne zwar nicht damit, dass Nutzer von nebenan.de künftig Geld zahlen müssten, wird Kathrin Körber, Juristin bei der Verbraucherzentrale zitiert. "Aber es kann zu einem Dienst werden, bei dem man mit seinen Daten, die man abgeliefert hat, bezahlt." Die Internetplattform sei ein weiterer Schritt zu einem gläsernen Verbraucher, meint sie.
Kommunalpolitiker aus Hannover stört der Einstieg des Medienunternehmens Burda beim Portal nebenan.de und warnen vor der Gefahr einer Weitergabe von Daten. Laut FAZ sind bislang rund 800.000 Nutzer in 6.500 Nachbarschaften in Deutschland über die Plattform vernetzt.
"Der kritische Ansatz ist mir bekannt", sagt SPD-Ortsvereins-Vorsitzender Steffen Burmeister. "Ich glaube, dass der positive Nutzen überzeugend ist. Ich kenne nebenan.de aus meinem Berliner Kietz. Da wird die Plattform intensiv und nur sinnvoll genutzt. Aber dazu wollen wir ja bei der geplanten Veranstaltung aus erster Hand mehr erfahren." Burmeister glaubt, dass gerade für große Dörfer, die sehr geprägt sind von der Problematik auswärts arbeitender Bewohner eine solche Plattform das tägliche Leben arg verbessern kann. Und gemeint ist tatsächlich das Leben außerhalb des Internets."

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