++ A K T U E L L ++

Wahl in Jesteburg - Haben Sie schon gewählt?

"Die Öffentlichkeit muss dringend informiert und mitgenommen werden"
Jesteburgs Politik wurden mögliche Bahnhofsstandorte vorgestellt

Jesteburg ist als Haltepunkt für den Regionalverkehr im Gespräch. Die Regionalstrecke Hannover-Soltau-Buchholz-Harburg würde dann über Jesteburg führen.
In einer Machbarkeitsstudie wurden jetzt drei mögliche Standorte in Jesteburg untersucht: Reindorfer Feldweg, Sandbarg und Bahnhofstraße. Wichtige Kriterien sind u.a., wie die Erschließung und Zuwegung erfolgt, die Anbindung an den Nahverkehr, wie viele Parkplätze eingerichtet werden können und die zu erwartenden Kosten
4Bilder
  • Jesteburg ist als Haltepunkt für den Regionalverkehr im Gespräch. Die Regionalstrecke Hannover-Soltau-Buchholz-Harburg würde dann über Jesteburg führen.
    In einer Machbarkeitsstudie wurden jetzt drei mögliche Standorte in Jesteburg untersucht: Reindorfer Feldweg, Sandbarg und Bahnhofstraße. Wichtige Kriterien sind u.a., wie die Erschließung und Zuwegung erfolgt, die Anbindung an den Nahverkehr, wie viele Parkplätze eingerichtet werden können und die zu erwartenden Kosten
  • Foto: as
  • hochgeladen von Anke Settekorn

as. Jesteburg. Reindorfer Feldweg, Sandbarg oder Bahnhofstraße - welches ist der beste Standort für einen möglichen Haltepunkt des Erixx in Jesteburg? Entsprechend dem parteiübergreifenden Antrag von SPD, CDU und Grünen wurde eine Machbarkeitsstudie über mögliche Standortvarianten für eine neue Bahnstation in Jesteburg erstellt.

Wie die SPD jetzt bekannt machte, wurden die Ergebnisse der 9.500 Euro teuren Machbarkeitsstudie jüngst in einer informellen Sitzung den Gemeinderäten sowie dem Samtgemeinderat vorgestellt. "Dabei handelt es sich zunächst um eine Empfehlung aus wirtschaftlichen, baurechtlichen, pendlerrelevanten Erwägungen. Wir sind noch am Anfang der Planungen und abhängig von vielen Faktoren (Landesnahverkehrsgesellschaft, DB Netze, DB Station & Service, Überwerfungsbauwerk in Meckelfeld usw.)", begründet die Erste Samtgemeinderätin Petra Buzina, weshalb die Sitzung nicht-öffentlich stattfand. Die Samtgemeinde werde die Öffentlichkeit zu gegebener Zeit beteiligen.

Das WOCHENBLATT hat die Fraktionen gefragt, wie sie zu den Ergebnissen des Gutachtens und den vorgestellten Standorten stehen:

CDU
Im Sinne der Transparenz möchte die CDU sich nicht für einen Standort aussprechen, bevor die Bürger informiert wurden. "Für die CDU ist es wichtig, dass es überhaupt einen Bahnhaltepunkt in Jesteburg gibt. Dafür werden wir uns einsetzen", teilen Ortsverbandsvorsitzender Dr. Reinhard Feldhaus sowie seine Stellvertreter Bernd Jost und Julia Neuhaus mit. "Die Öffentlichkeit sollte bei diesem Thema dringend informiert und mitgenommen werden." Der Standort des Bahnhaltepunktes bedeute einen vielfältigen Eingriff in die dörfliche Struktur. "Mit ihm sind viele Chancen und Möglichkeiten verbunden, wobei wir als CDU uns darauf freuen, gestalterisch an diesem Prozess mitzuwirken."

Zu der Machbarkeitsstudie hat die CDU eine Reihe von Fragen zu Aspekten, die das Dorfleben erheblich beeinflussen, z.B. Anzahl Parkplätze für Pkw und Fahrräder, Verkehrsfluss und neue Verkehrswege im Ort sowie Bus-Anbindungen. Deshalb sei eine Standortfestlegung zum jetzigen Zeitpunkt und ohne Bürgerbeteiligung nicht sinnvoll. "Uns geht es auch hier um Nachvollziehbarkeit und Transparenz für alle."

SPD
Die SPD hatte das Thema in ihren "Gemeinde-Nachrichten" aufgegriffen und spricht sich für den alten Bahnhof als Standort aus. Cornelia Ziegert, Sprecherin der Samtgemeindefraktion: "Der Standort für einen neuen Bahnhof am Sandbarg nördlich der Bahnhofstraße wurde bisher von der Samtgemeinde-SPD favorisiert. Für den Wechsel vom nördlichen zum südlichen Bahnsteig steht bei uns eine Fußgängerbrücke über die Bahngleise auf dem Wunschzettel; nördlich der Bahn sollte der zukünftige Bahnhof am Sandbarg durch eine neue Zufahrtstraße erschlossen werden. Dafür müssen die Flächen nördlich der Bahn baurechtlich gesichert werden."

Angelika Schiro spricht für die Jesteburger Gemeinderatsfraktion: "Die Lage ist ideal im Ortskern, die ÖPNV-Verknüpfung ist mit den Bushaltestellen an der Hauptstraße und am Sandbarg bestens, die Lage ist weitgehend ebenerdig. Da die Sandbarg-Fläche lediglich für eine Zufahrt zum Bahnsteig Richtung Buchholz und eine überschaubare Anzahl von Parkplätzen genutzt werden muss, gibt es keinen Druck, diese Freifläche umfassender zu überplanen."

Bündnis 90/Die Grünen
"Es wurde vereinbart, die Standortvarianten erst dann öffentlich zu diskutieren, wenn die Machbarkeitsstudie auch den Bürgern vorgestellt wurde", sagt Karl-Heinz Glaeser, Fraktionsvorsitzender im Samtgemeinderat. Die Bürger müssen alle Gewichtungsaspekte der drei Varianten nachvollziehen können, um sich ein vollständiges Bild machen zu können. Zudem sei das Standortthema für den Wahlkampf völlig ungeeignet, da die Samtgemeinde Jesteburg der Landesnahverkehrsgesellschaft, DB und dem Landtag geschlossen gegenübertreten muss.

Glaeser kritisiert die SPD: "Für uns Grüne ist es deutlich zu früh, dass wir uns auf eine Standortvariante festlegen und damit dem öffentlichen Diskussionsprozess vorgreifen. Es ist nicht hilfreich, dass die SPD parteilich vorgeprescht ist."

Die Grünen fordern zeitnah eine öffentliche Vorstellung der Standortvarianten mit einer verbindlichen Information über den Planungs- und Entscheidungsstand der Landesnahverkehrsgesellschaft und des Landtags.

UWG Jes!
„Ein möglicher Haltepunkt macht nur am alten Bahnhofsstandort Sinn. Er würde die Ortsmitte beleben und den Einzelhandel vor Ort stärken", sagt Hansjörg Siede, 1. Vorsitzender der UWG Jes!.

Doch die UWG Jes! fordert eine differenzierte Betrachtung: Die Reaktivierung der alten Bahnstrecke bedeute auch zusätzlichen Güterzugverkehr. Die damit verbundene höhere Lärmbelastung müsse den Bürgern bewusst sein.

"Wir wollen für Jesteburg ein zukunftsfähiges Gesamtkonzept, das die Mobilität verbessert, komfortabel ist und mehr Sicherheit bietet. Dafür setzen wir z.B. auf Schnellbusse für Pendler, Anruf-sammeltaxis für Nachtschwärmer, ein sicheres Radwegekonzept und 'Mitfahrbänke'. Es liegt an den anderen Fraktionen, ob wir bereits in den nächsten Monaten gemeinsam Verbesserungen für die Bürger umsetzen. Unsere entsprechenden Anträge liegen seit 2019 vor“, kommentiert Hansjörg Siede die Diskussionen um einen Bahnanschluss, der frühestens 2027 in die Umsetzung gehen könnte.

Autor:

Anke Settekorn aus Jesteburg

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Panorama

Für den 10. April 2021
Corona-Zahlen im Landkreis Harburg

(bim). Am Samstag, 10. April, meldete der Landkreis Harburg keinen weiteren Corona-Toten. Es gab 266 aktive Fälle (-8) und eine Inzidenz von 66,03, am Freitag lag der Inzidenzwert noch bei 55,81. Seit Ausbruch der Pandemie wurden 5.589 (+40) Corona-Fälle im Landkreis gemeldet, davon sind bislang 5.226 (+48) wieder genesen. 553 Personen befinden sich in Quarantäne, davon 266 positiv Getestete. Sechs Menschen werden auf Intensivstationen beatmet. Die aktuellen Corona-Zahlen in den einzelnen...

Service
Die Grafik zeigt, wie stark die Zahlen in dieser Woche gestiegen sind

Inzidenzwert im Landkreis Stade über 100: Jetzt droht verschärfter Lockdown
Wert in vier Tagen verdoppelt: Höchste Sieben-Tage-Inzidenz in diesem Jahr im Kreis Stade

jd. Stade. Die Corona-Zahlen im Landkreis Stade gehen gerade durch die Decke: Erstmals in diesem Jahr ist die Sieben-Tage-Inzidenz über den Wert von 100 gestiegen. Am Sonntag, 11. April, wird ein Inzidenzwert von 113,0 gemeldet. Zuletzt gab es einen so hohen Wert am 28. Dezember (112,5). Damit hat sich die Sieben-Tage-Inzidenz innerhalb von nur vier Tagen verdoppelt. Am Mittwoch lag sie noch bei 56,2. Die hohe Sieben-Tage-Inzidenz von 113,0 ist Folge der seit Tagen steigenden Zahl an...

Politik
Hier werden Snacks hergestellt: Ministerpräsident Stephan Weil (li.) und "Paradise Fruits"-Geschäftsführer Kurt Jahncke in der Produktionshalle des Drochterser Familienunternehmens

Politiker zu Gast
Ministerpräsident Stephan Weil besucht Unternehmen in Drochtersen

jab. Drochtersen. Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) besuchte am Freitag den Bundestagswahlkreis Cuxhaven-Stade II. Dabei machte er unter anderem beim Hersteller für gefriergetrocknetes Obst und Gemüse "Paradise Fruits" in Drochtersen Halt. In dem familiengeführten Unternehmen ließ der Politiker sich nicht nur die Produktionsstätte sowie die dort hergestellten Snacks zeigen. Er informierte sich auch über die besonderen Vorkehrungen, die das Unternehmen aufgrund der...

Panorama
Mit der Fotografie fing er an, nun dreht er auch Hochzeits- und Businessfilme, fertigte unter anderem einen Imagefilm für die Stadt Buchholz an und übertrug einen Livestream für die Buchholzer Wirtschaftsrunde aus dem Impfzentrum
6 Bilder

WOCHENBLATT-Serie Traumberufe:
Markus Höfemann ist leidenschaftlicher Fotograf und Ingenieur

sv. Buchholz. Markus Höfemann hat seinen Traumberuf zu seinem zweiten Standbein gemacht: Die eine Hälfte seiner Zeit arbeitet er als Teilzeit-Ingenieur bei der Deutschen Bahn, den Rest der Woche begleitet er Brautpaare mit seiner Kamera an ihrem großen Tag und präsentiert Unternehmen in authentischen Businessfilmen. Vor Kurzem drehte er z.B. einen Imagefilm für die Stadt Buchholz. "Diese immense Wertschätzung gibt dir kein anderer Job der Welt", schwärmt Markus Höfemann. "Der Moment flasht...

Panorama
Ein Hinweisschild - wie auf dieser Fotomontage - könnte bereits am Eingangstor des Impfzentrums für Klarheit sorgen

Stader Impfzentrum: "Heute nur AstraZeneca im Angebot"
Impfen ist kein Wunschkonzert: Wer umstrittenen Impfstoff nicht will, muss wieder gehen

jd. Stade. "Hier gibt es nur Astra": Hängt solch ein Schild an einer Kneipe, dann weiß jeder Gast, dass nur diese eine Biersorte im Ausschank ist. Ähnlich wie ein Kneipenwirt würde auch Nicole Streitz, Leiterin des Stader Impfzentrums, es gern handhaben. Am Eingang des Impfzentrums könnte dann der Hinweis stehen: "Heute nur AstraZeneca." Damit würde sie sich und ihren Mitarbeitern möglicherweise viel Ärger ersparen, meint Streitz. "Wer draußen das Schild liest und nicht mit AstraZeneca geimpft...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen