Kein Herz für Landwirte?

Landwirt Robert Böttcher aus Itzenbüttel kümmert sich liebevoll um seine 80 Kühe. Als letzter Landwirt hält er noch Tiere im Ortskern. Das möchte er ändern: Der Hof soll ausgesiedelt und die alte Hofstelle für Wohnbebauung freigegeben werden. Doch während seine Nachbarn grünes Licht für ihre Vorhaben erhalten, werden seine Vorschläge von der Politik immer wieder abgelehnt.
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  • Landwirt Robert Böttcher aus Itzenbüttel kümmert sich liebevoll um seine 80 Kühe. Als letzter Landwirt hält er noch Tiere im Ortskern. Das möchte er ändern: Der Hof soll ausgesiedelt und die alte Hofstelle für Wohnbebauung freigegeben werden. Doch während seine Nachbarn grünes Licht für ihre Vorhaben erhalten, werden seine Vorschläge von der Politik immer wieder abgelehnt.
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Bebauungsplan Itzenbüttel-Ortsmitte: Robert Böttcher hofft weiterhin auf Kompromiss

as. Jesteburg-Itzenbüttel. Landwirt Robert Böttcher kämpft um seine Existenz und fühlt sich von der Politik im Stich gelassen: Seit drei Jahren will er aussiedeln und die alte Hofstelle in Itzenbüttel für Wohnbebauung freigeben, um mit dem Geld seine Aussiedlung zu finanzieren. Verschärft wird die Situation dadurch, dass seine Tochter in den elterlichen Betrieb einsteigt - künftig müssen dann zwei Familien von der Landwirtschaft leben. Böttcher fühlt sich von der Politk nicht ernst genommen: In der Vergangenheit hat er mehrere Entwürfe präsentiert, die jedoch immer wieder von der Politik abgewiesen wurden. Böttcher sieht nur eine Lösung: Kann er nicht aussiedeln, muss er seinen Betrieb im Ort vergrößern und einen neuen Stall auf seiner Hofstelle errichten. Schon jetzt gab es mit den Nachbarn Ärger wegen Geruchsbelästigung. Kaum abzusehen, wie sie auf den neuen Stall reagieren. Hinzu kommt, dass durch einen neuen Stall in der Ortsmitte auch die Pläne der anderen Hofbesitzer, Wohnbebauung zu ermöglichen, gefährdet sein könnten. Damit wäre der Masterplan, der gemeinsam für den "Jappens Hof", "Zeckers Hof" und "Minkenhof" entwickelt wurde, hinfällig.
Hintergrund: Robert Böttcher betreibt in fünfter Generation die Landwirtschaft auf dem "Jappens Hof". Derzeit hält er dort 80 Rinder, 15 Schafe und zehn Pferde. Das wird sich allerdings bald ändern: Seine Tochter Vivien schließt in zwei Monaten ihr Studium der Landwirtschaft ab, wird dann in den Hof einsteigen. Damit zwei Familien von der Landwirtschaft leben können, muss sich der Betrieb vergrößern. Rund 300 Rinder sollen dann die Existenz der Familie Böttcher sichern.
"Ich bin der einzige, der noch mitten im Ort Tiere hält, die anderen Landwirte haben schon ausgesiedelt", berichtet Böttcher. Auch er würde seinen Hof gern an den Ortsrand verlegen und dort vergrößern. Etwa 1,5 Millionen Euro schätzt Böttcher, wird er in Abriss und Neubau investieren müssen. Um die Aussiedelung zu finanzieren, sollen deshalb auf der jetzigen Hofstelle Wohnungen entstehen. "Ich habe schon zig Bebauungsvorschläge bei der Gemeinde eingereicht, immer sollte noch etwas geändert werden. Mir sind bereits mehrere Investoren abgesprungen, weil es zu lange dauert oder zu schwierig ist, mit der Politik einen Konsens zu finden", sagt Böttcher verärgert. In seinem jüngsten Entwurf hat er die Anzahl der Wohneinheiten auf 19 reduziert. Das Problem: Um die Wohnbebauung zu realisieren, müsste die Baulinie um rund 20 Meter verschoben werden - das hat der Gemeinderat mehrheitlich abgelehnt.
Für Böttcher ist diese Entscheidung nur schwer nachzuvollziehen. "Die Fläche, auf der die Gebäude entstehen sollen, ist doch jetzt schon versiegelt. Wir bauen hier doch nicht die Felder unnötig zu. Schließlich brauche ich das Grünland noch für meine Tiere", so Böttcher. Seine Kritik: Kaum einer der Politiker habe sich die Gegebenheiten vor Ort angeschaut - und das trotz mehrfacher Einladung. "Schaut man sich nur den B-Plan an, könnte man denken, wir bebauen hier die grüne Wiese - vor Ort ergibt sich aber ein ganz anderes Bild!"
Jüngst hat Böttcher Politik und Verwaltung zu einem informellen Informationsgespräch eingeladen, wollte noch einmal darstellen, was der Beschluss des Gemeinderates, der Verschiebung der Baulinie nicht zuzustimmen, für seinen Hof bedeutet. Nur ungern würde er seinen Betrieb auf der jetzigen Hofstelle vergrößern, sagt der Itzenbütteler. "Aber es geht um unsere Existenz, nur so können wir zukunftsfähig bleiben!" Er hofft, dass es in den nächsten zwei Monaten doch noch zur Einigung mit Politik und Verwaltung kommt. "Wenn meine Tochter ihr Studium beendet hat, müssen wir entscheiden, wie es für unseren Hof weitergeht."

Autor:

Anke Settekorn aus Rosengarten

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