Paris-Brest-Paris: "Die mentale Stärke ist das Wichtigste"
1.200 Kilometer in 80 Stunden: Radrennfahrer Stefan Jaks startet bei der Fernfahrt in Frankreich

Bereit für den Radmarathon: Stefan Jaks 
mit seiner "Rennmaschine"
  • Bereit für den Radmarathon: Stefan Jaks
    mit seiner "Rennmaschine"
  • Foto: Kerstin Heisel
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os. Jesteburg. "Ich rede nicht so viel darüber, ich mache es einfach!" Radrennfahrer Stefan Jaks (57) hat es aufgegeben, sein Vorhaben zu erklären. Viele seiner Gesprächsteilnehmer verstehen nicht, warum man sich solch eine Tortur antut: Jaks, im Hauptberuf Vertriebsleiter, startet am morgigen Sonntag, 18. August, in Frankreich bei der Fernfahrt Paris-Brest-Paris. Für die rund 1.200 Kilometer lange Strecke von der Hauptstadt in die Bretagne und zurück haben der Jesteburger und die anderen Teilnehmer aus seiner Startergruppe nur 80 Stunden Zeit. "Der Schlafmangel ist das größte Problem", weiß Jaks aus Gesprächen mit Radenthusiasten, die bereits bei Paris-Brest-Paris gestartet sind. Weil das Rennen nur alle vier Jahre stattfindet, wird es auch als "Olympiade der Randonneure" (Randonneur ist ein Langstreckenradfahrer, d. Red.) bezeichnet.
Jaks, der beim VfL Jesteburg auch Tischtennis spielt, fährt seit vielen Jahren Radrennen. Nach zehn Teilnahmen bei den Cyclassics in Hamburg suchte er nach neuen Herausforderungen. Die fand er zunächst bei Radmarathons in den Alpen, z. B. den Ötztal-Marathon über rd. 240 Kilometer mit 5.500 Höhenmetern. Bei einem dieser Rennen lernte er Teilnehmer von Paris-Brest-Paris kennen, die ihm von der besonderen Stimmung bei dem außerordentlich gut organisierten Rennen in Frankreich berichteten. Jaks nahm sich vor, diese besondere Herausforderung auch zu meistern, und stellte sich in diesem Jahr dem Qualifikationsmarathon: Um mitmachen zu dürfen, muss man vorher bei Brevets - vorgegebene Radstrecken, die in einer gewissen Zeit zu absolvieren sind - über 200, 300, 400 und 600 Kilometer teilgenommen haben. Das schaffte Stefan Jaks zwar, verpasste dann aber die Anmeldefrist. Doch Jaks hatte Glück und gelangte über das Nachrückverfahren in das Starterfeld. Insgesamt nehmen 6.000 Radrennfahrer teil.
Am Sonntag wird es nun für Jaks ernst: Um 17 Uhr startet er in Rambouillet westlich von Paris in einem 300er-Block. Die Strecke führt zunächst um Paris herum und dann in Richtung Nordwesten. Der Radmarathon erfolgt auf öffentlichen Straßen, die Teilnehmer müssen also auf den Verkehr achten. Lichtanlagen an den Fahrrädern und Warnweste sind Pflicht, damit die Radrennfahrer auch in der Nacht gesehen werden. "Ich plane, die erste Nacht durchzufahren", erklärt Stefan Jaks. Unterwegs müssen die Teilnehmer Kontrollpunkte in Villaines-la-Juhel, Fougères, Tinténiac, Loudéac und Carhaix ansteuern. Wie sie dorthin kommen, ist jedem Fahrer selbst überlassen.
Wichtig auf der langen Tour ist die Verpflegung. Jaks wird sich auch Geld einstecken, denn es kann durchaus sein, dass er in eine Bäckerei einkehren wird. "Mir wurde gesagt, dass die offiziellen Verpflegungsstellen an den Kontrollpunkten stark überlaufen sind", erklärt Jaks. Das würde zuviel Zeit kosten. Zur Ausrüstung der Teilnehmer gehört auch eine Aluminiumdecke für die Schlafpausen. Jeder darf selbst entscheiden, wann und wo er eine Pause macht. "Geschlafen wird schon mal in einem Bushäuschen oder auf einem Acker", berichtet Stefan Jaks schmunzelnd.
Der Jesteburger wird sich die Strecke in einzelne Teile herunterrechnen. "Das ist wichtig für den Kopf. Das Mentale ist das Wichtigste", betont er. Die letzten Kilometer wird er wohl getragen durch die Vorfreude auf das Wiedersehen: Im Ziel wartet Jaks' Lebensgefährtin Kerstin Heisel.

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