Coronavirus im Landkreis Harburg
Fußball: WOCHENBLATT-Leser sprechen sich deutlich für den Abbruch der Saison aus

Deutliches Ergebnis: Bei einer Online-Befragung auf www.kreiszeitung-wochenblatt.de sprachen sich 85,48 Prozent gegen die Fortsetzung der Saison aus
  • Deutliches Ergebnis: Bei einer Online-Befragung auf www.kreiszeitung-wochenblatt.de sprachen sich 85,48 Prozent gegen die Fortsetzung der Saison aus
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(mum). Das Ergebnis ist knapp: 19 Vereine des Fußball-Kreisverbands Harburg stimmten nach WOCHENBLATT-Informationen gegen eine Fortsetzung der Saison im Jugend- und Amateurbereich ab Spätsommer. Weiterhin gab es 14 Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen. Die WOCHENBLATT-Leser hingegen haben sich deutlicher positioniert: Bis Donnerstagabend sprachen sich in einem Onlinevoting sogar 85,48 Prozent für den Abbruch der Saison aus.
Am späten Donnerstagabend lag schließlich auch das Ergebnis aller 33 Kreisverbände des Niedersächsischen Fußballverbands (NFV) vor. Nach WOCHENBLATT-Informationen sollen 61,6 Prozent gegen die Fortsetzung der Saison gestimmt haben. Zustimmung gab es von 38,4 Prozent.
Wie berichtet, hatte NFV-Präsident Günter Distelrath vorgeschlagen, den Spielbetrieb in der derzeit wegen der Corona-Pandemie unterbrochenen Saison zwischen dem 15. August und 1. September wieder aufzunehmen. "Wir werden uns im Verbandsvorstand intensiv mit den Ergebnissen auseinandersetzen und dann das weitere Vorgehen beraten", so Distelrath.
"Ich glaube, dass das größte Problem bei der Sache war, dass zu viele Fragen unbeantwortet geblieben sind", bewertet Frank Dohnke (SV Bendestorf), Vorsitzender des Jugendausschusses im NFV -Kreis Harburg, das Abstimmungsergebnis. "Man hätte sich in Barsinghausen meines Erachtens mehr Zeit für eine endgültige Lösung nehmen sollen. Nun müssen wir abwarten, ob es tatsächlich zur Einberufung eines Verbandstages kommt, um die laufende Saison abbrechen zu können."

Und das sagen die WOCHENBLATT-Leser zu dem Thema:

Mirco Steinberg (2. Vorsitzender VFL Jesteburg und Inhaber von TeaM Sports Jesteburg): "Ich persönlich würde die Saison jetzt komplett abbrechen und nur die Hinrunde werten, damit es Auf- und Absteiger gibt. Auch wenn es vielleicht für einige Vereine sehr bitter sein wird.Danach würde ich wieder im September bei null starten. Pokalspiele würde ich ersatzlos streichen.  Sollte die Saison weitergeführt werden, dann möchte ich nicht wissen, was arbeitsrechtlich mit Vertragsamateuren passieren wird." 

Swen Kröger (Fan des TSV Winsen): "Ich bin leidenschaftlicher Fan unserer 1. Herren-Mannschaft. Ich halte es für das Beste, die Saison vorzeitig zu beenden, um sich in Ruhe auf die kommende Runde vorbereiten zu können. Wenn es machbar wäre, dann würde es für mich einen Aufsteiger und einen Absteiger pro Liga geben."

Matthias Schmidthals (Vorstand FC Rosengarten):
"Es lassen sich viele Einzelpunkte anführen, die gegen eine Fortsetzung der laufenden Saison sprechen. Unter dem Strich ist es aberdie Verhinderung der Rückkehr zur Normalität, die gegen die Umsetzung der angedachten Verlängerung spricht. Die Fortsetzung der Saison in eine Zeit, in der eigentlich eine neue Spielzeit beginnen würde, weitet das durch Corona eingetretene Chaos für einen längeren Zeitraum in die Zukunft aus. Wir können uns zwei Alternativen vorstellen: Bei Variante A würden wir alle so tun, als wenn es die Saison 2019/20 gar nicht gegeben hätte. Bei Variante B wird die Halbserie als Endstand gewertet. Wir favorisieren Variante B, auch wenn wir dadurch zwei Absteiger zu beklagen hätten."

Carsten Bünger (Vorsitzender des MTV Hanstedt):
"Aus unserer Sicht wäre die Unterbrechung beziehungsweise Fortführung nur die zweitbeste Lösung. Das würde auch die kommende Saison beeinträchtigen. Ein Abbruch beziehungsweise Wertung Stand 'jetzt' (wie in der Handball-Bundesliga) wäre für alle nachvollziehbar und böte die Chance auf eine hoffentlich dann unbelastete neue Saison."

Klaas Jensen (Vorsitzender des Buchholzer FC):
"Wir stimmen gegen eine Unterbrechung der Saison und befürworten einen Abbruch mit Wertung. Uns fehlt ein Konzept mit klaren Aussagen. Wir schlagen den Abschluss der Saison mit einer Quotierungsregelung für den Auf-/Abstieg (60 bis 70 Prozent der Saison sind gespielt) vor. Somit gibt es schon eine sportliche Tabelle - auch wenn natürlich eine komplette sportliche Entscheidung besser wäre. Uns würde so eine Entscheidung positiv wie negativ treffen. Somit hätte man einen klaren Schnitt. Es betrifft doch nur die Auf- und Abstiegsplätze. Allen Mannschaften im Mittelfeld ist es doch egal, ob sie nun 5. oder 10. werden. Warum tut sich der Fußball so schwer mit der Entscheidung, die Saison zu beenden? Viele andere Verbände haben es vorgemacht, wie man es machen kann."

Rainer Selle (stv. Fußballobmann des TSV Winsen):
"Wir sind für einen Abbruch der Saison 2019/20. Da mehr als die Hälfte der Saison gespielt ist, fehlt für viele Mannschaften, die weder etwas mit dem Aufstieg noch mit dem Abstieg zu tun haben, der Reiz. Spieler, die wechseln wollen, spielen dann sicher gar nicht mehr (zumindest nicht mit dem notwendigen vollem Einsatz)."

Andreas Grube (TSV Holvede-Halvesbostel): "Ich wünsche mir, dass es mit dem Fußball auf dem Platz möglichst schnell weitergeht.  Wir werden ab Montag dazu gezwungen, in gewissen Bereichen Masken zu tragen. Damit scheint es aber, nach den momentanen Gegebenheiten, nicht möglich zu sein, in nächster Zeit Fußballspiele beziehungsweise Training zu organisieren. Sollte man die Profiligen fortsetzen, dann auch den kompletten Amateurbereich.  Ich hätte gerne diese Saison zu Ende gespielt. Diese sollte aber spätestens Ende September beendet sein. Dies ist momentan nicht in Sicht, daher scheint ein Abbruch für alle  das beste zu sein."

Michael Schröder (Vorsitzender des Skatklub SC Nordheide):  "Man sollte durch die besondere Situation vernünftig das für und wieder überlegen. Ist es zu verantworten, die Gesundheit der Spieler zu gefährden, solange kein sicherer Impfstoff existiert? Sollen die Spiele ohne Zuschauer stattfinden? Ich bin zu 100 Prozent dafür, den aktuellen Saisonverlauf zu streichen und die neue Saison wie 2019 zu starten.Da sich die Mannschaften je nach zeitlicher und finanzieller Hinsicht sich ganz anders vorbereiten können."

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Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

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