Wolfssichtung am Deich / "Der liebe Gott hat uns beschützt"
Altes Land: "Die Schafe akzeptieren keinen Hund mehr"

Den Wolf auf Hahnöfersand hatte ein Justizvollzugsbeamter der JVA im Foto festgehalten
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  • Den Wolf auf Hahnöfersand hatte ein Justizvollzugsbeamter der JVA im Foto festgehalten
  • Foto: Hans-Jürgen Mattern
  • hochgeladen von Alexandra Bisping

ab. Altes Land. Die einen begrüßen es, wenn sich der Wolf wieder vermehrt in der Region ansiedelt. Die anderen sehen dem mit Sorge entgegen. Am Samstag wurde nun im Alten Land vor der Justizvollzugsanstalt (JVA) Hahnöfersand vermutlich ein junger Wolf gesichtet - unter anderem auch zwischen Obstplantagen. Auf Hahnöfersand war er gar nicht weit weg von Vasile Buzas Schafen. Der Deichschäfer sagt: "Zum Glück waren meine Schafe nicht in Gefahr. Der liebe Gott hat uns beschützt."

Manchmal, erzählt Vasile Buza, verschließe er abends das Tor nicht, wenn die Schafe am Haus seien. Das befindet sich ebenfalls in Deichnähe, nicht weit weg von der Stelle, an der der mutmaßliche Wolf gesehen wurde. "Als ich davon gehört habe, bekam ich im ersten Moment einen großen Schreck. Aber zum Glück hatte ich am Vorabend alles zugemacht." Vor zwei Jahren sei schon mal ein Wolf in Deichnähe unterwegs gewesen, erinnert sich der Schäfer. "Damals habe ich das noch locker gesehen, aber jetzt ist es schon irgendwie anders." Seinen Betrieb hat Vasile Buza 2015 aufgenommen, damals mit 140 Schafen, Muttertieren. Inzwischen seien es 800, da brauche man dementsprechend mehr Platz. Und der muss ausreichend gesichert sein.

"Unser Zaun hatte mal eine Höhe von 90 Zentimetern. Nun sind wir bei über einem Meter. Wir Schäfer brauchen mehr Material. Das Aufstellen wird beschwerlicher." Der Einsatz von Herdenschutzhunden sei am Deich nicht möglich. "Dazu gibt es hier zu viel Publikumsverkehr und Touristen. Wenn da mal etwas passiert, werde ich verklagt", ist Vasile Buza überzeugt. Er wisse, dass es viele Menschen "schön finden, wenn der Wolf da ist". Er selbst sei aber besorgt um seine Schafe, denn die seien das erste Ziel.

Und es gibt noch ein weiteres Problem: Wird eine Herde einmal angegriffen, wird ein Hund von den überlebenden Schafen anschließend nicht mehr akzeptiert. Für einen Schäfer der absolute GAU. Buza: "Ein Hund beschützt die Herde, er tut ihr nichts. Werden Schafe aber von einem Wolf attackiert, überträgt sich die Angst auf die gesamte Herde. Danach klappt es mit dem Hüten nicht mehr. Die Schafe laufen weg, gehen durch die Zäune." Eine Herde zu halten, sei mit diesen verängstigten Tieren nicht mehr möglich. "Und ein einzelnes Schaf", so der Deichschäfer, "kann nicht überleben."

Dass es für den Schäfer in diesem Fall um eine existenzielle Bedrohung geht, weiß auch Oberdeichrichter Wilhelm Ulferts. Gleich nach der Sichtung wollte er sich davon überzeugen, ob es sich bei dem Wolf um ein Einzeltier gehandelt hatte. "Ich habe mich auf mein Motorrad geschwungen und bin dort hin- und hergedonnert", berichtet er. "Ich habe extra viel Krach gemacht, denn Lärm verscheucht Wölfe. Den mögen sie nicht." Da er keinen weiteren Wolf entdecken konnte, geht Ulferts davon aus, dass es ein einzelnes junges Männchen war, das möglicherweise vom Rudel weggebissen wurde und jetzt ein neues Rudel sucht.

Den Wolf auf Hahnöfersand hatte ein Justizvollzugsbeamter der JVA im Foto festgehalten
"Wir hatten Glück", sagt Deichschäfer Vasile Buza. Seine Schafe hatten sich zur Zeit der Wolfssichtung in Sicherheit befunden

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