"Ein wichtiges Datum für die Gemeinde Jork"

Polier Heinrich Verlaat (li.) und Bauleiter André Peters von der Firma "Matthäi" koordinieren den Weiterbau
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bc. Jork. Jetzt soll alles ganz schnell gehen. Nachdem der Landkreis Stade mit dem Weiterbau der Jorker Ortsumgehung (K26 neu) ursprünglich schon im Herbst 2014 loslegen wollte, es aufgrund der fortwährenden Setzungen des Vorbelastungsdamms aber nicht konnte (das WOCHENBLATT berichtete), hat am Montag die Firma "Matthäi" mit dem Abtragen des Sandwalls begonnen. Eine Woche dauern die Arbeiten, bis der eigentliche Straßenbau beginnen kann. Laut Kreisbaurat Hans-Hermann Bode soll die Umgehung Ende Juli befahrbar sein. "Heute ist ein wichtiges Datum für Jork", verkündete Bode beim Pressetermin am Montag.

Denn: Der zunehmende Verkehr, vor allem der Schwerlastverkehr, soll künftig aus der engen Ortsmitte der Altländer Gemeinde herausgehalten werden. Ihre komplette Wirkung dürfte die 1,35 Kilometer lange Umgehung spätestens dann entfalten, wenn die A26 fertig ist. Gutachter haben im Jahr 2013 für diesen Fall vorausgesagt, dass sich die Zahl der Fahrzeuge auf der K26 (Jorkerfelde) von heute 4.700 bis zum Jahr 2025 auf 8.300 erhöhen wird (bezogen auf 24 Stunden). Ein Verkehrsstrom, den die schmale Straße am Zigarrenmacherhaus in Jork unmöglich aufnehmen könnte.

Noch ist die A26-Anschlussstelle (AS) Jork aber bekanntlich erst in eine Richtung nach Horneburg geöffnet - und auch nur für Pkw und Motorräder. Eine fertige Umgehung wäre ein weiterer Mosaikstein, um die AS Jork doch in beide Richtungen freigeben zu können. Das betonte Rot-Grün in Hannover immer wieder.

Allerdings muss vorher noch der Kreisverkehr auf der L140 fertig sein, der Anschluss der Umgehung an den Obstmarschenweg. Nach Angaben von Bode soll der Bau des überfahrbaren Rundlings Ende November abgeschlossen sein. Erst danach können Land und Landkreis mit der dritten Zählphase des Verkehrsmonitorings beginnen - die Voraussetzung für eine mögliche Öffnung der A26 in beide Richtungen. Sofern bei der Zählung herauskommt, dass die zusätzlichen Belastungen durch eine Komplettöffnung für alle Bürger zumutbar sind, könnte die A26-Einbahnstraße verschwinden.

Die Gesamtkosten der Umgehung, an der bislang kein Radweg geplant ist, betragen rund 2,6 Millionen Euro, davon 850.000 Euro für die Brücke über die Jorker Hauptwettern, eine Million Euro (einschließlich Vorbelastung) für die neue Straße K26 neu und 280.000 Euro für den Kreisverkehr. Der Grunderwerb schlägt mit 365.000 Euro zu Buche, die Planungskosten belaufen sich auf voraussichtlich 130.000 Euro.

Für die Umgehung sowie für die Brücke über die Hauptwettern hat das Land 60 Prozent Kosten dazugeschossen. Außerdem übernehmen das Land zwei Drittel und der Landkreis ein Drittel der Kosten für den Bau des Kreisels. Den Rest - immerhin noch rund eine Million Euro - bezahlt die Gemeinde Jork.

Viel Geld für die finanzschwache Kommune, der durch die Umgehung jedoch völlig neue Möglichkeiten offen stehen. So gibt es z.B. bereits eine verkehrsgutachterlich geprüfte Option, die Straße "Jorkerfelde" von der Ortsmitte bis zur Einmündung der Umgehung als Einbahnstraße auszuweisen. "Damit haben wir uns aber noch nicht näher beschäftigt", sagt Jorks Bürgermeister Gerd Hubert. Kreisbaurat Bode dazu: "Eine Einbahnstraße würde zumindest funktionieren."

Autor:

Björn Carstens aus Buxtehude

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