Mobilitätskrise im Winter
So hart trifft das Schneechaos Menschen ohne Auto
- Bushaltestelle im Schnee.
- hochgeladen von Stefanie Schimanski
Ohne Auto geht heute nichts mehr. Was sich sonst wie eine überzogene Klage anhört, ist im Schneechaos bittere Realität. Busse bleiben im Depot, Bahnen fallen aus, Fahrpläne verlieren jede Bedeutung.
Der öffentliche Verkehr, sonst Rückgrat der Mobilität, bricht bei Schnee binnen Stunden zusammen.
Wer heute ohne Auto zur Arbeit, zum Arzt oder zu einem wichtigen Termin muss, ist auf sich alleine gestellt. Fußwege sind nicht geräumt, Haltestellen unzugänglich. Selbst kurze Strecken werden zum Risiko. Mobilität wird plötzlich zur Frage des Besitzes - wer ein Auto hat, kommt irgendwie durch, wer keines hat, bleibt stehen. Bei extremen Wetterlagen zeigt es sich besonders deutlich. Menschen ohne Führerschein oder grundsätzlich mobilitätseingeschränkte Fahrgäste müssen deutlich vorausschauender planen. Wer vollständig auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen ist, sollte bereits einige Tage im voraus einkaufen und sicherstellen, dass alle notwendigen Besorgungen erledigt sind, mit dem Ziel, während eines angekündigten Wettereinbruchs möglichst keine Wege mehr zurücklegen zu müssen.
"In extremen Wetterlagen sind verlässliche Auskünfte zum Busverkehr kaum möglich" sagt Anna Taach von der KVG Stade. Überlandfahrten werden oft gestrichen, da Straßen und Gräben unter Schnee kaum zu unterscheiden sind Jeder Fahrer entscheidet meist individuell, trägt aber die volle Verantwortung für Sicherheit und Fahrzeug. Wenn Überlandfahrten ausfallen, warten die Fahrer vor Ort auf Stadtfahrten oder Schienenersatzverkehre.
"Das Anfahren an Haltestellen ist bei Schnee und Eis besonders schwierig: Fahrer können den Kantenstein oft kaum sehen und müssen berücksichtigen, wie sich die Türen öffnen- nach innen, nach außen oder seitlich. Daraus entstehe der Eindruck, der Bus stehe zu weit weg, obwohl die Fahrer ihr Bestes geben. Schnell verlieren manche Fahrgäste ihre Geduld", so Anna Taach.
Fahrgäste, Busfahrer, Menschen mit oder ohne Auto - wer die Perspektive der anderen versteht und hilft, kommt gemeinsam besser durch schwierige Tage.
Redakteur:Stefanie Schimanski aus Buxtehude |
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