Miriam Staudte besucht die Esteburg
Grünen-Politikerin informiert sich über Schwerpunkte des Obstbauzentrums

Miriam Staudte und Ralf Poppe (vorne, li.) von den Grünen mit 
Dr. Karsten Klopp (hinten, v. li.), Hans-Joachim Harms, Jens Stechmann und Johann Knabbe
  • Miriam Staudte und Ralf Poppe (vorne, li.) von den Grünen mit
    Dr. Karsten Klopp (hinten, v. li.), Hans-Joachim Harms, Jens Stechmann und Johann Knabbe
  • Foto: Ziegeler/Landwirtschaftskammer Niedersachsen
  • hochgeladen von Lena Stehr

lt/nw. Jork. Die Anpassung des Obstbaus an die Bedingungen des Klimawandels, künftige Strategien beim Pflanzenschutz und zur Förderung der Biodiversität sowie Herausforderungen beim Wassermanagement für Obstbaubetriebe - diese und andere Themen kamen jetzt auf den Tisch beim Besuch von Miriam Staudte, Sprecherin für Landwirtschaft und Ernährung in der Fraktion der Grünen im Niedersächsischen Landtag, in der Obstbauversuchsanstalt Esteburg der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Jork-Moorende.
„Wir brauchen das unabhängige, wissenschaftlich arbeitende Versuchswesen, um die produzierenden Betriebe möglichst konkret dabei zu unterstützen, Herausforderungen wie den Klimawandel zu meistern und weiterhin erfolgreich zu wirtschaften“, so Kammerdirektor Hans-Joachim Harms.
OVA-Leiter Dr. Karsten Klopp betonte, dass der Klimawandel im Alten Land bereits deutliche Spuren hinterlasse. Durch den Temperaturanstieg und die verlängerte Vegetationszeit gediehen neue Apfel-sorten und Birnen an der Niederelbe besser – zugleich nehme jedoch das Risiko durch Blütenfrost, Starkregen, Trockenheit und Schadinsekten zu.
Im Rahmen der Flur-Anpassungen im Sondergebiet und um für die Frostschutzberegnung immer genügend Wasser vorzuhalten, hätten viele Obstbaubetriebe mittlerweile Teiche angelegt. Dadurch sei im Alten Land eine neue Biotop-Struktur entstanden, die eine erhebliche Aufwertung der Artenvielfalt zur Folge habe, so Klopp weiter.
Durch die sinkende Zahl zugelassener Wirkstoffe und strenger werdender Auflagen gehöre insbesondere die Weiterentwicklung der Pflanzenschutzstrategien zu einem wesentlichen Arbeitsgebiet der Obstbauversuchsanstalt. „Es ist sehr wichtig, dass wir dazu unabhängig Forschungsergebnisse erarbeiten, um den Praxisbetrieben zügig Lösungen anbieten zu können“, sagt der OVA-Leiter.
Im Obstbauzentrum Esteburg arbeite man zudem auch an der Optimierung der sortenspezifischen Lagerung, denn jede Apfelsorte benötige während der monatelangen Lagerung eine spezielle Zusammensetzung der Luft aus Sauerstoff, Stickstoff und Kohlendioxid, damit sie möglichst lange haltbar und schmackhaft bleibt.
Als Kompetenzzentrum für den norddeutschen Obstbau betreut die Esteburg 1.000 Obstbaubetriebe in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt. Auf 25 Hektar Versuchsfläche wird unter anderem der Anbau neuer Apfel-, Birnen- und Kirschsorten getestet. In Laboren und Versuchslagern analysieren Fachleute die Qualitätseigenschaften zahlreicher bestehender und neuer Kern-, Stein- und Beerenobstsorten.
An der Niederelbe produzieren etwa 750 Betriebe auf 10.000 Hektar pro Jahr rund 300.000 Tonnen Äpfel und Birnen sowie die bekannten Knubberkirschen und weiteres Steinobst. Jeder Dritte in Deutschland produzierte Apfel kommt von der Niederelbe. Zu den am häufigsten angebauten Apfelsorten gehören derzeit Elstar, Red Prince und Braeburn. Neuere Sorten wie Wellant und Kanzi sind mittlerweile bei den Verbrauchern bekannt und werden zunehmend nachgefragt.

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