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Altes Land: "In diesem Jahr ist die Ernte gut"

Packen bei der Apfelernte kräftig zu: die Erntehelfer Florin Ginga (v. li.), Petrich Mamassoi und Ionel Ursachi
 
Gruppenleiter Marian Bodnar ist seit sechs Jahren zur Erntezeit im Alten Land

Apfelernte im Alten Land: Das WOCHENBLATT schaut Erntehelfern über die Schulter

ab. Jork-Ladekop.
Sie pflücken bis zu 150 Kilogramm Äpfel pro Mann und Stunde: Die Erntehelfer Marian Bodnar, Florin Ginga, Petrich Mamassoi und Ionel Ursachi packen auf den Apfelplantagen von Peter Rolker im Alten Land richtig an. Seit Jahren kommen die vier Rumänen schon zur Apfelernte nach Jork, beginnen mit ihrer Arbeit am 1. August und bleiben bis Mitte November. Gerade ernten sie die Apfelsorte "Elstar".

Der 29-jährige Marian Bodnar kommt aus dem kleinen Dorf namens Straja, in dem etwas mehr als 5.000 Einwohner leben. Seit sechs Jahren arbeitet er als Erntehelfer und ist der Gruppenleiter auf der Plantage. "Zu Hause in Rumänien habe ich ein dreijähriges Kind", erzählt er. Bisher habe es ihn noch nie ins Alte Land begleitet, dabei reist Bodnar sogar zwei Mal im Jahr an - neben der Apfelernte im Spätsommer ist er auch im Frühjahr zum Beschneiden der Bäume da. Ob er in Rumänien noch einen anderem Beruf ausübt, darüber möchte er nicht sprechen.

"Die meisten Rumänen erfahren über Rufpropaganda von dem Job", erzählt Peter Rolker. Insgesamt beschäftige er 40 Helfer auf 60 Hektar an drei Standorten, auch Polen seien dabei. Ihre Deutschkenntnisse erlangen sie während der Arbeit, der sie täglich von sieben bis 17 Uhr nachgehen. "Mit regelmäßigen Pausen", betont Rolker, dessen Erntehelfer zum großen Teil fest angestellt sind und jedes Jahr zur Erntezeit wiederkommen. 
"In diesem Jahr ist die Ernte gut", sagt der Obstbauer, "nicht rekordverdächtig, aber gut." Im vergangenen Jahr habe sie aufgrund des schlechten Wetters bei nur 60 bis 70 Prozent gelegen. Bereits im Jahr 1990 hatte Peter Rolker auf Bio umgestellt, verwendet schon lange keine synthetischen Pflanzenschutzmittel und Dünger mehr. Bewässert werden die Plantagen aus einem Beregnungsbecken.

Mit der Bepflanzung der Randstreifen mit Büschen und Bäumen würden Insekten zur Bestäubung angezogen. "Außerdem möchten wir etwas zur Erhaltung der Artenvielfalt beitragen, denn die ist nicht nur für den Obstbau wichtig." 


"Trotz tollem Sommer Ernte nur gut"
Knapp 300.000 Tonnen Äpfel - so wird die Apfelernte in diesem Jahr an der Niederelbe ausfallen, prognostiziert Dr. Matthias Görgens vom Esteburg Obstbauzentrum Jork. "Das ist eine gute Ernte, aber kein Rekordjahr", betont er. Im Vergleich zum Vorjahr - dort war die Ernte aufgrund des Frostes mit 240.000 Tonnen ziemlich mager - sei sie in diesem Jahr zwar gut, aber nicht so gut wie erwartet. "Die Zeichen standen auf Rekord, doch dann kam nach der Trockenphase ab April im Juni der Regen und die Bäume haben Apfel abgeworfen. Die fehlen jetzt im Ernteertrag." Außerdem habe das Beregnungswasser einen extrem hohen Salzgehalt aufgewiesen. "Das schadet nicht der Frucht, aber der Photosynthese der Blätter, was die Leistung und damit den Ertrag reduziert." Ein Rekordjahr habe es 2014 gegeben, mit einem Ernteertrag 375.000 Tonnen. Die Qualität des Obstes allerdings sei sehr gut. Görgens: "Aufgrund der Sonne haben die Äpfel sehr hohe Zuckerwerte von 14 Prozent. Darum schmecken sie besonders gut."