Elstorf: Wohnbebauung: Ja - aber wann?

Kommt Wohnbebauung im Westen der geplanten Ortsumfahrung in die Quere? Elstorfs Zukunft wird gerade heiß diskutiert
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Falsch interpretiert? „Offener Brief“ sorgt in Elstorf und Neu Wulmstorf für Verwirrung

ab. Neu Wulmstorf.ab. Neu Wulmstorf. Der niedersächsische Verkehrsminister Dr. Bernd Althusmann (CDU) fühlt sich falsch verstanden. „In Hinblick auf die Wohnbauerweiterung bitte ich die Gemeinde Neu Wulmstorf nicht, ihre Entwicklungspläne zu stoppen.“ Ein „Offener Brief“ von ihm und dem Landtagsabgeordneten Heiner Schönecke (CDU) hatte bei einigen Politikern und Anwohnern zu der Interpretation geführt, dass erst die Ortsumgehung fertiggestellt werden sollte, bevor mit der Planung der Wohnbebauung weitergemacht wird. Doch so war es nicht gemeint.

Wie das WOCHENBLATT berichtete, waren den Elstorfer Anwohnern kürzlich die neuesten Änderungen des Flächennutzungsplans vorgestellt worden. Ausgewiesen war u.a. eine Wohnbebauung im Westen Elstorfs - eben dort, wo bisher die Trasse der Ortsumfahrung B3neu geplant war. Das sei alles noch unverbindlich, kommentierte Fachbereichsleiter Thomas Saunus und betonte mehrfach, dass nichts geplant werde, was eine Realisierung der Ortsumfahrung gefährden könnte.

„Wir bitten den Rat und die Verwaltung der Gemeinde Neu Wulmstorf, erst nach Festlegung der Trasse mögliche Wohnbauerweiterung Richtung Trasse vorzunehmen“, so ein Zitat aus dem „Offenen Brief“ der Christdemokraten Althusmann und Schönecke. Der Brief war während der Veranstaltung in Elstorf verlesen worden. Daraus abzuleiten, die Gemeinde möge ihre Entwicklungspläne stoppen, sei falsch, erklärte der Verkehrsminister jetzt in einem zweiten „Offenen Brief“.

„Es geht in unserer Stellungnahme um die konkrete Ausweisung von Bauland“, so der Minister. „Hier wäre meine Bitte, dass nicht kurzfristig und als Erstes diejenigen Flächen entwickelt werden, die im Westen von Elstorf liegen. Dort befindet sich die zurzeit am wahrscheinlichsten zu bewertende Trassenführung der Umgehungsstraße.“
Auch die SPD hatte den ersten „Offenen Brief“ anders aufgefasst. „Für uns war das wie ein Salto rückwärts. Der Minister hatte sich zuvor so geäußert, dass es keine Interessenkollision zwischen Ortsumfahrung und Ortsplanung gebe, wenn beides eng aufeinander abgestimmt werde“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Tobias Handtke gegenüber dem WOCHENBLATT. Der SPD sei daran gelegen, beide Verfahren voranzubringen. „Doch wir werden auf keinen Fall Planungen auf den Weg bringen, die in irgendeiner Form die Ortsumfahrung verhindern.“ Er sei, so Handtke, sehr unzufrieden mit der momentanen Situation. „Wir brauchen eine klare Linie aus dem Ministerium.“ 

Dazu befragt, erklärt Heiner Schönecke: „Ich bleibe bei meiner Meinung: Erst die Trasse, dann können wir weitersehen.“ Die Gemeinde habe sich in der Vergangenheit nicht so verhalten, wie die Straßenbaubehörde es erwartet hätte. „Mülldeponie, Kunstrasenplatz, Einzelgehöfte - alles Widerstände gegen die geplante Trasse, die in den vergangenen Jahren umgesetzt wurden.“

Die Unabhängige Wählergemeinschaft UWG hat in einer Pressemitteilung ebenfalls Stellung bezogen. „Wohnraum ist wichtig“, heißt es darin, „aber darf die Planung eines Wohnraumgebietes den Bau der B3neu infrage stellen oder unverantwortlich verzögern?“ Die UWG spricht sich daher für die schnelle Realisierung von Wohnraumflächen aus, die nicht im Bereich der B3neu Trasse liegen.

Wer will was?
Ortsumfahrung und Wohnbebauung bringen die Gemüter in Wallung. Doch wer will jetzt eigentlich was? Die SPD will, dass beide Planungen parallel verlaufen, sich bestenfalls gegenseitig befruchten, ohne dabei die Ortsumfahrung zu gefährden.

Die UWG will, dass Wohnbebauung geplant und umgesetzt wird - aber nicht dort, wo die Trasse verlaufen könnte, nämlich im Westen. Die CDU will das eigentlich auch, aber anscheinend nicht einheitlich. Mein Vorschlag: keine Briefe mehr, sondern Gespräche vis-à-vis am runden Tisch. Denn Zukunft muss gemeinsam und möglichst emotionsfrei geplant werden.
Alexandra Bisping

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