SPD-Fraktionsvorsitzender Tobias Handtke über die Pläne des ArL
Neu Wulmstorf: "Der Wachtelkönig lacht uns aus"

Tobias Handtke (SPD)

ab. Neu Wulmstorf. Dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Tobias Handtke aus Neu Wulmstorf fehlen nach eigenen Angaben die Worte: "Um Wohngebiete werden Katzengräben errichtet, wenige hundert Meter Radweg sind nicht hinzubekommen",  so der Sozialdemokrat. "Warum nicht auch in diesem Fall über besondere bauliche Abgrenzungen zum Vogelschutz diskutieren?"

Was Tobias Handtke so fassungslos macht, ist die jüngste Pressemitteilung des Amtes für regionale Landesentwicklung (ArL) aus Lüneburg. Darin geht es um den seit Jahren umstrittenen Radweg zwischen Buxtehude und Neu Wulmstorf, der durch einen kleinen Vogel, den Wachtelkönig, verhindert wird (das WOCHENBLATT berichtete mehrfach).

Vor allem Naturschutzverbände und Fachbehörden für Naturschutz hatten bislang attestiert, dass aufgrund des dort heimischen Wachtelkönigs eine Radstrecke entlang der Bahntrasse Neu Wulmstorf - Buxtehude nicht möglich sei. Und auch jetzt heißt es in der Pressemitteilung des ArL, dass Natur und Wachtelkönig möglichst wenig beeinträchtigt werden sollten und ein Radweg entlang der Trasse nach wie vor nicht in Frage komme.

Doch der Arbeitskreis "Besucherlenkung Moore bei Buxtehude" sei laut Pressemitteilung in einer Machbarkeitsstudie zu dem Schluss gekommen, dass es drei mögliche Varianten für den Radweg gebe. Für Handtke ein rotes Tuch: "Nicht nur ich, sondern auch andere ehrenamtliche Kommunalpolitiker fragen sich, welche das sein sollen."

Ein Radweg entlang der Bahnlinie werde als ökologisch unglücklichste Variante bezeichnet. Anscheinend sei sie zu unkontrollierbar für den Vogel, so Handtke weiter. "Der Wachtelkönig lacht uns aus." Wie wolle man Radschnellwege als wichtigen Baustein für die Mobilität von morgen umsetzen, wenn nicht mal hier eine angemessene Lösung erzielt werde. 

Das Verfahren werde außerdem als schwierig bezeichnet. Für Handtke, seit Jahren mit dem Thema vertraut, eine "richtige, aber nicht neue Erkenntnis": "Mit dieser Pressemitteilung wird, ohne Hinweise auf die Wegevarianten, für mehr Unruhe als Zuversicht gesorgt. Dem Bürger ist nicht zu vermitteln, dass ein einige hundert Meter langes Teilstück an der Bahnlinie aus ökologischen Gründen nicht umgewidmet werden darf."

Von der ArL-Landesbeauftragten Monika Scherf werden die beteiligten Kommunen als Planungsträger ins Spiel gebracht. Handtke: "Natürlich werden die Gemeinden ihrer Pflicht nachkommen."

Tobias Handtke erklärt, er erwarte "keine Wunder, aber mehr Verständnis und Vermittlung für die Interessen der Menschen, die schon jetzt wegen überlasteter ÖPNV-Verbindungen mit dem Rad zur Arbeit fahren". Bei diesem Thema gehe es um Kompromisse im Sinne einer ökologischen Mobilität.

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