Mutige Helfer in allen Lebenslagen
Feuerwehr Oldendorf blickt auf ereignisreiches Jahr zurück
- Mitglieder der Feuerwehr Oldendorf, die aufgrund ihres Einsatzes beim Weihnachtshochwassers 2023/2024 geehrt wurden
- Foto: Rolf Hillyer-Funke
- hochgeladen von Stephanie Bargmann
Am Samstagabend fand in Oldendorf exklusiv für Mitglieder und geladene Gäste die Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Oldendorf im Landgasthof Heins statt.
Schade eigentlich, dass derartige Versammlungen quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden, denn manchmal kommt der Gedanke auf, dass solche „konspirativen Sitzungen“ eigentlich ein größeres Publikum verdient gehabt hätten. Wie wäre es wohl, wenn auch Mitbürger aus der Gemeinde Zuhörer, Zuschauer und Zeuge einer örtlichen Feuerwehr-Versammlung sein könnten?
Berichte von dramatischen Ereignissen aus erster Hand
Der normale Mitbürger, soweit es ihn gibt, verpasst dadurch aus erster Hand im Detail zu erfahren, welche bemerkenswerten und dramatischen Ereignisse es im Laufe eines Jahres an seinem Heimatort oder näheren Umgebung gegeben hat und welche Leistungen seine Mitbürger als freiwillige Feuerwehrleute im Dienste für die Allgemeinheit vollbracht haben. Berichte über vermeintliche Gasaustritte, Überschwemmungen, brennende Klopapierrollen und weitere Brände in allen Kategorien, Unfälle, technische Meisterleistungen bei ausgeführten Hilfeleistungen, erfolgreiche Reanimationen und bedauerliche Todesfälle, Verletzte, Gerettete, Glück, Unglück, Schmerz, Freude, Sieger, Platzierte und bedauernswerte Verlierer und tapfere, ehrenamtliche Helfer von der Feuerwehr lassen abgesehen vom Informationswert darüber hinaus auch keine Langeweile aufkommen.
Nahezu die ganze Palette menschlicher Dramen und Auswirkungen unbändiger Naturgewalten verpackt in sachliche aber spannende Schilderungen garniert mit Tabellen und passenden Fotos präsentierte Oldendorfs Ortsbrandmeisters Thorsten Raap während der Versammlung seiner Ortsfeuerwehr. Ein Vortrag wie ein gedanklicher, feuerwehrtechnischer Parforceritt durch die Chronik der vielfältigen Feuerwehreinsätze im Berichtsjahr 2025. Mittendrin und nicht nur dabei, wie der durchschnittliche Zuschauer vorm heimischen TV, waren nicht nur virtuell sondern tatsächlich die Einsatzkräfte der Feuerwehr Oldendorf, die durch den umfassenden Bericht ihrer Führungskraft nochmals darin erinnert wurden, was sie im vergangenen Jahr so alles erlebt und geleistet hatten.
Spannender und natürlich realistischer als so mancher TV-Krimi liefen die Mehrzahl der 66 Einsätze etwa bei Menschenrettungen, Personensuchen, Hilfeleistungen auf Grund von Unwetterfolgen und Löschen von Feuern aller Größenordnungen am Heimatort, in der näheren Umgebung und im Nachbarkreis Cuxhaven ab, die die Feuerwehr Oldendorf im Jahr 2025 abzuarbeiten hatte.
Außerordendliche Leistungen und besondere Verdienste
Für Leistungen und besondere Verdienste gab es Beförderungen und Ehrungen. Der langjährige Atemschutzbeauftrage Marco Wolper, der seinen Posten aufgibt, nahm den Dank seiner Kameraden für seine langjährige Tätigkeit sowie ein Präsent in Würdigung seiner Verdienste entgegen.
Der Sicherheitsbeauftragte Holger Pankau konnte berichten, dass es zum Glück im letzten Jahr keine Verletzten gab und erhielt für seine langjährige Tätigkeit eine Auszeichnung und Urkunde der Feuerwehrunfallkasse.
Einsätze beim Weihnachtshochwasser 2023/2024, bei dem eine Reihe von den Oldendorfer Einsatzkräften beteiligt waren, wurden mit Verspätung honoriert und durch Überreichung von Orden und Urkunden an die Beteiligten belohnt.
Auch die Wettkampfgruppe, geführt von Fabian Dede, war bei Leistungsvergleichen erfolgreich und auch bei Ausflügen trotz Hindernissen kaum zu bremsen.
Der stellvertretende Ortsbrandmeister Christian Gerdts meisterte trotz seiner vielfältigen Aufgaben noch nebenbei die Leitung der Samtgemeinde Feuerwehr-Ausbildungslehrgänge und war dann zusätzlich noch mal eben mit weiteren Mitgliedern der Ortsfeuerwehr an einem Ukraine Hilfskonvoi des Landkreises Stade durch halb Europa auf Achse.
Beachtliche Erfolge der Jugendfeuerwehr
Die Jugendfeuerwehr mit ihren 28 Mitgliedern und neun Betreuern konnte unter der Leitung von Jens Stuthmann wieder auf vielen Gebieten und bei Leistungsvergleichen beachtliche Erfolge erringen und kann der Einsatzabteilung weiterhin kontinuierlich Nachwuchskräfte übergeben.
Derart vielfältige und erfolgreiche Aktivitäten verdienten natürlich Lob und Anerkennung. Oldendorfs Bürgermeister Johann Schlichtmann lieferte die perfekte Diagnose: „Ihr seid die Männer und Frauen für alle Lebenslagen. Es macht Spaß zu hören wie ihr für die Menschen da seid.“
Diese Beobachtung und Aussage dürfte zutreffend sein, denn Schlichtmann hat 18 Jahre lang an den Feuerwehr-Jahreshauptversammlungen seiner Ortsfeuerwehr teilgenommen. Als lang gedienter und erfolgreicher Bürgermeister und Polizist im Ruhestand kann er die erbrachten Leistungen gut beurteilen und weiß recht genau was seine ehrenamtlichen Feuerwehrleute jedes Jahr im Dienste für die Allgemeinheit vollbringen.
Lob von mehreren Seiten
Nicht nur der Bürgermeister lobte die „tolle und hervorragende Truppe“ sondern auch der Ortsbrandmeister. Thorsten Raap dankte besonders denjenigen Feuerwehrkameraden, die im Winter neben ihrem regulären Dienst auch noch in der Freizeit dafür gesorgt haben, dass der Schnee ums Gerätehaus immer schnell in Eigenleistung geräumt wurde und somit keine fremde Hilfe benötigt wurde.
Als Gast nahm Mathias Reichert an der Versammlung teil und nutzte die Gelegenheit sich als Kandidat für die anstehende Samtgemeinde-Bürgermeister-Wahl im September vorzustellen. Für die versammelten Feuerwehrleute gab es somit die Chance sich einen ersten Eindruck von dem potentiell neuen Samtgemeinde-Bürgermeister zu verschaffen, während der Kandidat hautnah erfahren konnte zu welchen Leistungen ehrenamtliche Helfer in einer Gemeinde fähig sind.
Wichtige Investitionen
Feuerschutzausschussvorsitzender Frank Wassermann zeigte sich ebenso beeindruckt von den Aktivitäten und Leistungen der Oldendorfer Feuerwehrkameraden und hatte positive Botschaften im Gepäck. Er konnte berichten, dass die Anschaffung eines neuen Tanklöschfahrzeugs und der Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses für die Feuerwehr Oldendorf durch den Samtgemeinderat auf den Weg gebracht worden sind.
Während für den Kauf des neuen Fahrzeugs mit Kosten in Höhe von mehr als 500.000 Euro und einer Lieferzeit von etwa 48 Monaten gerechnet werden muss, wird der geplante Gerätehaus-Neubau nach derzeitigem Stand voraussichtlich Kosten in Höhe von etwa fünf Millionen Euro verursachen.
Bürgermeister Schlichtmann und die Gemeinde Oldendorf sowie die Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten konnten sich über die Modalitäten einer notwendig gewordenen Übertragung des Grundstücks für das neue Feuerwehr-Domizil in Oldendorf einigen.
Die ersten Zeichnungen vom geplanten neuen Gerätehaus präsentierte Thorsten Raap. Die Mitglieder der Ortsfeuerwehr wurden animiert Anregungen und Vorschläge hinsichtlich der Gestaltung des zukünftigen Gebäudes zu machen.
Insgesamt erfreuliche Nachrichten für die Oldendorfer Feuerwehr. Thorsten Raap hatte bereits vor zehn Jahren erstmalig auf die Notwendigkeit eines größeren und moderneren Feuerwehrgerätehauses hingewiesen und ist erleichtert, dass das Projekt jetzt genehmigt und die Finanzierung gesichert ist.
Etwas getrübte Stimmung und Unverständnis bei der Mannschaft verursachte hingegen die vom Land Niedersachsen verordnete Neuregelung der Dienstgrade und Umgestaltung der Dienstuniformen, als Frank Wassermann darauf hinwies, dass allein die Umstellung auf die neu verordneten Dienstgradabzeichen für 18 Ortsfeuerwehren die Samtgemeinde mehrere zehntausend Euro kosten wird.
Feuerwehrleute, die sich freuen, wenn sie trotz knapper Gemeindekassen neue gute Sicherheits-Einsatzbekleidung tragen dürfen, sind bei derartig entstehenden Sonderausgaben für die Kommunen verständlicherweise verärgert und werden aufgrund der negativen finanziellen Auswirkungen keine Unterstützer der vom Land Niedersachsen erzwungenen Neuerungen.
Bericht aus der Alters- und Ehrenabteilung
Als Sprecher der Alters- und Ehrenabteilung wies Manfred Leudolph in seinem Bericht über die Aktivitäten der älteren Kameraden nicht ganz ohne Überraschung extra darauf hin, dass sie weiterhin die alten Uniformen tragen wollen.
Gegen Ende der Versammlung hatten die Oldendorfer Männer und Frauen für alle Lebenslagen hingegen die Gelegenheit und das Recht noch zwei sehr wichtige Entscheidungen zu treffen.
Wichtige Wahlen
Wer soll zukünftig als Ortsbrandmeister und als dessen Stellvertreter die Geschicke der 72 aktiven und 25 passiven Mitglieder der Ortsfeuerwehr Oldendorf lenken?
Nach 18 Jahren gemeinsamer Führungstätigkeit stellten sich Ortsbrandmeister Thorsten Raap und sein Stellvertreter Christian Gerdts erneut zur Wahl. Weitere Bewerber gab es nicht.
Beide Kandidaten bekamen bei den beiden Abstimmungen zusammen weniger als eine Handvoll Gegenstimmen und wurden mit diesem überragenden Ergebnissen für weitere sechs Jahre wiedergewählt und bilden somit weiterhin das Führungsduo der Feuerwehr Oldendorf.
Mit dem sehr erfahrenen Führungspersonal und leistungsstarker Truppe in allen Altersklassen bleibt die Ortsfeuerwehr Oldendorf mit ihren Männern und Frauen für alle Lebenslagen der bewährte Garant für eine erfolgreiche Gefahrenabwehr und für den ehrenamtlichen Dienst am Nächsten.
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.