Was ist das Tierwohl wert?

Diskutierten über Tierwohl-Label: (v. li.): Jörn Ehlers, Dr. Tanja Busse, Ulrich Peper, Ina Müller-Arnke und Armin Valet
  • Diskutierten über Tierwohl-Label: (v. li.): Jörn Ehlers, Dr. Tanja Busse, Ulrich Peper, Ina Müller-Arnke und Armin Valet
  • Foto: as
  • hochgeladen von Anke Settekorn

Das könnte Sie auch interessieren:

Politik
Kai Seefried tritt sein Amt als Landrat am 1. November an. Gespräche mit vielen Akteuren aus Politik und Gesellschaft führt er aber jetzt schon. "Ich will Themen aufnehmen", sagt er.

Der künftige Stader Landrat legt am 1. November offiziell los
Kai Seefried: "Als Mensch, nicht als CDU-Politiker punkten"

tk. Stade. Kai Seefried (CDU), der neue Stader Landrat, wird in den kommenden Wochen viele Gespräche führen. Mit Kreistagspolitikern, aber auch mit Verbänden und Institutionen aus der Region. "Ich setze in der Politik auf ein Miteinander der Fraktionen", sagt Seefried, der am Wahlsonntag mit 55,85 Prozent auf den Chefposten im Kreishaus gewählt worden ist. Wenn er in den kommenden Wochen mit Bürgerinnen und Bürgern redet, geht es ihm vor allem darum "Themen aufzunehmen". Noch, das betont...

Panorama
Erinnerung an die Zusammenarbeit mit Dieter Bohlen: Bei Detlef Wiedeke hängen noch Platin-CDs von "Modern Talking" an der Wand   Fotos: jd
Video 3 Bilder

Seine Stimme kennt jeder: Detlef Wiedeke war Studiosänger des Pop-Titans
Auch ohne Dieter Bohlen: Der Sound von Modern Talking lebt weiter

(jd). Nach dem unfreiwilligen Abgang bei DSDS und dem Supertalent ist es ruhig geworden um Dieter Bohlen. Viele Jahre hatte der "Pop-Titan" die deutsche Musikszene geprägt wie kaum ein anderer. Zu Bohlens Erfolg beigetragen hat ein Musiker aus der Region Stade: Detlef Wiedeke, der im Ostedörfchen Behrste ein Tonstudio betreibt, bildete 16 Jahre lang mit zwei Musikerkollegen den Studiochor von "Modern Talking" und Bohlens zweiter Pop-Formation "Blue System". Wiedeke und die anderen beiden...

Blaulicht
Katze "Alfi" wurde von einem Luftgewehrschützen angeschossen
3 Bilder

In Wenzendorf
Fiese Attacke auf Katzendame "Alfi"

bim. Wenzendorf. War es ein fieser Katzenhasser, der aus dem Hinterhalt auf wehrlose Vierbeiner schießt? Oder hat ein Sportschütze in dem Wohngebiet mit seinem Luftgewehr übers Ziel hinausgeschossen? Katze "Alfi" wurde am Samstag, 4. September, gegen 14 Uhr im Bereich des Wennerstorfer Kirchwegs im Wenzendorfer Ortsteil Dierstorf-Heide von einem Luftgewehr ins Bein geschossen und schwer verletzt. Ihre Halter Melanie und Kay Lorenzen hoffen, dass der Tierquäler gefasst wird. Freigängerin und...

Panorama
Thomas Ewald zeigt den Luca-Schlüsselanhänger, den er bisher noch nicht einsetzen konnte

Wenige nutzen die analoge Corona-Kontaktnachverfolgung
Luca-Anhänger - Gut gedacht, schlecht gemacht

bim. Hollenstedt. Die Nachverfolgung von möglichen Kontakten mit Corona-Infizierten soll bei der Eindämmung der Pandemie helfen. Nicht jeder kann oder möchte dafür die Corona-Warn-App oder die Luca-App auf Handy oder Smartphone nutzen. Eigens dafür wurden die Luca-Schlüsselanhänger mit OR-Code entwickelt. Damit soll es möglich sein, ohne App und Mobiltelefon u.a. in öffentlichen Einrichtungen oder Gastronomiebetrieben einzuchecken, um nach einem möglichen Corona-Kontakt ermittelt und informiert...

Blaulicht

Vom Balkon in die Tiefe gefallen
Junger Mann stürzt in den Tod

tk. Buxtehude. Ein junger Mann (21) ist bei einem tragischen Unglück am Samstagmorgen gegen 6 Uhr in Buxtehude ums Leben gekommen. Er war während einer Feier zum Rauchen auf den Balkon gegangen und vom sechsten Stock in die Tiefe gestürzt. Wie es zu diesem Drama kam, ist unbekannt. Die Polizei geht nach ihren Ermittlungen von einem Unglücksfall aus. ++Update++ Seevetal: Das Ende einer Verfolgungsjagd

Panorama
5 Bilder

Corona-Zahlen am 17. September
Hanstedt beklagt zwei Corona-Tote

(sv). Traurige Nachrichten: Der Landkreis Harburg meldet am heutigen Freitag, 17. September, zwei neue Corona-Tote. Die beiden Verstorbenen kamen aus der Samtgemeinde Hanstedt, die bis gestern noch die einzige Kommune im Landkreis Harburg ohne Corona-Toten gewesen war. Somit sind nun insgesamt 116 Personen im Landkreis an oder mit dem Coronavirus gestorben. Aktuell befinden sich neun Personen aufgrund einer Corona-Infektion im Krankenhaus, davon werden vier intensiv behandelt und drei beatmet....

Politik
Langes Warten auf die Ergebnisse der Kommunalwahl: Ginge das auch schneller?
2 Bilder

Lange Wartezeiten, extrem hoher Briefwahlanteil, späte Ergebnisse
Corona-Kommunalwahl: Was lief gut, was klappte gar nicht?

tk/os. Landkreis. Geduld war gefragt bei dieser Kommunalwahl. Abstandsregeln verursachten lange Schlagen vor den Wahllokalen, Senioren suchten vergeblich nach Stühlen zum Ausruhen, Stimmen wurden teils erst in den späten Nachtstunden ausgezählt: Die Kommunalwahl in Zeiten der Pandemie stellte die Organisatoren vor neue Herausforderungen, nicht überall wurden sie bewältigt. Vor allem der extrem hohe Anteil an Briefwählern verursachte Probleme. Hätten die Kommunen sich besser vorbereiten können?...

Service
Zum diesjährigen Weltkindertag: UNICEF-Mitmach-Aktion, an der sich jedes Kind beteiligen und mit bunter "Street Art" für seine Rechte einsetzen kann

Kinder haben Rechte
Weltkindertag 2021 wird mit bundesweiten Aktionen gefeiert

(wd/unicef). Nicht nur in Deutschland sondern weltweit stehen laut UNICEF Kinder im Jahr 2021 vor enormen Herausforderungen. Der Klimawandel, wachsende Armut und die gravierenden Auswirkungen der Covid-19-Pandemie bedrohen - so das Kinderhilfswerk UNICEF - das Leben und die Zukunft insbesondere der jungen Generation. Anlässlich des diesjährigen Weltkindertags möchten UNICEF Deutschland und das Deutsche Kinderhilfswerk gemeinsam mit der Installation „Lasst die Kinder nicht länger in der Luft...

Politik
Über die Abschaffung der Gelben Säcke diskutiert der Kreistag am 6. Oktober

Kreisumweltausschuss empfiehlt Wechsel in neues Sammelsystem für Plastikmüll / Über 10.000 Landkreisbewohner haben online abgestimmt
Klares Votum für die Gelbe Tonne

as. Landkreis Harburg. Haufen von gelben Säcken, die sich am Straßenrand türmen, Joghurtdeckel und Butterpapierchen, die aus zerrissenen Tüten drängen und nach der Sammlung Straßen und Plätze verschmutzen - damit könnte schon bald Schluss sein. Der Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz des Landkreis Harburg hat jetzt empfohlen, ab Januar 2023 die Gelbe Tonne einzuführen. Schon 2014 hat das WOCHENBLATT die Einführung einer Gelbe Tonne ins Spiel gebracht. Seither hat das WOCHENBLATT immer wieder...

Wirtschaft
Die "Macher" von Ankerkraut: Stefan und Anne Lemcke freuen sich auf den Umzug nach Winsen
3 Bilder

Gewürzfabrikant hat Grundstück im Gewerbegebiet Luhdorf gekauft
Ankerkraut schafft 80 neue Arbeitsplätze in Winsen

thl. Winsen. Paukenschlag für die Stadt Winsen: Die Firma Ankerkraut verlagert spätestens Ende 2022 ihren Firmensitz in das Gewerbegebiet Luhdorf, wo das Unternehmen im sogenannten zweiten Bauabschnitt ein Grundstück erworben hat. Dort sollen die bisherigen drei Firmenstandorte in Stelle (Lager) sowie in Hamburg-Heimfeld (Zentrale) und Hamburg-Sinstorf (Produktion) zusammengeführt werden. Das bestätigen die beiden Geschäftsführer Stefan (44) und Anne Lemcke (42) dem WOCHENBLATT auf Nachfrage....

"Tierwohl-Label auf dem Prüfstand": Podiumsdiskussion im Freilichtmuseum am Kiekeberg

as. Ehestorf. "Für mehr Tierschutz", "Initiative Tierwohl", "Tierschutz kontrolliert", "Neuland", "Demeter", "Bio" oder das jüngst von Agrarministerin Julia Klöckner angekündigte staatliche Tierwohl-Label - immer mehr Verbraucher möchten wissen, wie die Tiere gehalten wurden. Die Vielzahl der Tierwohl-Label mit ihren unterschiedlichen Richtlinien sorgt häufig aber eher für Verwirrung als Klarheit.
Das war jetzt Thema einer Podiumsdiskussion im Freilichtmuseum am Kiekeberg. Ina Müller-Arnke ("Vier Pfoten" Stiftung für Tierschutz), Schweinelandwirt und Vizepräsident des Landvolkes Niedersachsen Landesbauernverband, Jörn Ehlers, Ulrich Peper (Landwirtschaftskammer Niedersachsen) und Armin Valet (Verbraucherzentrale Hamburg) haben über die Label und den Tierschutz diskutiert. Moderiert wurde die Veranstaltung von der Journalistin Dr. Tanja Busse. Konsens herrschte darüber, dass ein solches Tierwohl-Label nur zu einem Wandel in der Tierhaltung funktionieren kann, wenn die Verbraucher bereit sind, für mehr Qualität auch mehr zu zahlen.
Landwirt Jörn Ehlers hat in seinem Betrieb 2.000 Schweine, davon rund 1.600 in konventioneller Haltung und 400 auf Stroh. Seit drei Jahren ist er Teil der "Initiative Tierwohl", einer Gemeinschaftsaktion der Landwirtschaft, der Fleischwirtschaft und des Lebensmittelhandels. Ziel der Initiative ist es, möglichst vielen Tieren zu besseren Lebensbedingungen zu verhelfen. Betriebe, die über die gesetzlichen Anforderungen hinaus etwas für das Tierwohl tun, werden aus einem Fonds finanziell belohnt. Tierschützer kritisieren u.a., dass die Standards zu niedrig seien. Im Stall von Jörn Ehlers haben die Tiere jetzt ein bisschen mehr Platz (1,1 Quadratmeter pro Tier statt des gesetzlich vorgeschriebenen einen Quadratmeters), er hat u.a. mehr Fenster eingebaut und den Tieren Beschäftigungsmaterial zur Verfügung gestellt. Rund 15.000 Euro hat er dafür investiert. "Der Vorteil dieses Labels ist, dass sich der Landwirt aus einem Maßnahmenkatalog die Maßnahmen aussuchen kann, die zu seinem Betrieb passen", sagt der Landwirt. Denn nicht alle Maßnahmen könnten in jedem Betrieb erfolgreich umgesetzt werden. Dass Handelskonzerne wie Lidl jetzt eigene Label auf den Markt bringen, hält er für bedenklich. "Der Erzeuger macht sich so abhängig von einem Händler." Eine staatliche Regelung mit einem einheitlichen Tierwohl-Siegel halte er für sinnvoll. "Die Initiative Tierwohl hat gezeigt, dass die Landwirte mitmachen - wenn sie dafür bezahlt werden".
Auch Ulrich Peper von der Landwirtschaftskammer sieht den Knackpunkt im Preis. "Für eine artgerechte Haltung müssten Fleischpreise erzielt werden, für die man derzeit bei den Verbrauchern keine Bereitschaft erkennen kann." Und er gibt zu bedenken: "Das Label allein sorgt nicht dafür, dass es dem Tier gut geht." Gut gehe es den Tieren nur, wenn die Summe der Rahmenbedingungen in Ordnung sei. "Tiere auf Stroh sind nicht per se glücklich." Auch konventionelle Ställe würden gut funktionieren.
Die Tierschützer von "Vier Pfoten" haben mit dem Label "Tierschutz kontrolliert" bereits ein zweistufiges freiwilliges Label auf dem Markt, dessen Anforderungen Haltung, Transport und Schlachtung betreffen. Dennoch fordert Ina Müller-Arnke trotz zahlreicher freiwilliger Siegel eine verpflichtende Haltungskennzeichnung mit klaren Kriterien. "Nur so kann der Verbraucher eine fundierte Entscheidung treffen!" So könnte das System, mit dem Eier gekennzeichnet werden, auch für Fleisch- und Milchprodukte umgesetzt werden. Stufe 3 erfüllt dabei den gesetzlichen Mindeststandard und Stufe 0 entspricht dem EU-Bio-Standard. "Es gibt viele verschiedene Label-Modelle. Aber alles steht und fällt mit den Kriterien für die Einstiegsstufe", sagt Müller-Arnke. Ein staatliches Label solle höhere Anforderungen stellen als z.B. die Initiative Tierwohl. Wie bei Eiern aus Käfighaltung können so ein Haltungskennzeichen zu wesentlichen Änderungen im Haltungsystem führen. "Dann kann der Verbraucher entscheiden und den Markt umwandeln!"
Armin Valet vom Verbraucherschutz hofft, dass ein staatliches Siegel dem "Label-Dschungel" ein Ende bereitet. "Zwei Drittel der Verbraucher würden mehr Geld für Fleisch bezahlen, wenn die Tierhaltung tatsächlich besser wäre", so Valet. Dafür müssten sie das aber auch auf den ersten Blick erkennen können. Valet betonte zudem die große Rolle, die dem Handel dabei zukomme. "Die Verbraucher können ja nur kaufen, was im Handel angeboten wird". Das staatliche Label solle die Verbraucher überzeugen, für mehr Qualität auch mehr Geld zu zahlen.
Bei der Veranstaltung meldeten sich auch einige Landwirte zu Wort. "Der Verbraucher will alles, aber es darf nicht mehr kosten", ärgerte sich ein Landwirt. Label seien eine gute Sache, aber Landwirte müssten wirtschaftlich denken. "Wir werden uns den Ansprüchen der Verbraucher stellen müssen, dafür müssen wir aber auch mehr Geld erhalten."

Autor:

Anke Settekorn aus Jesteburg

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen