Diskussion um Entsorgungskonzept
Weniger Container, mehr Ärger: Was in Nenndorf schiefläuft
- Seit Anfang März entfällt die Grünfallannahme und sorgt für Ärger
- Foto: tml
- hochgeladen von Tina Lüecke
Die Umstellung der Grünabfall-Annahme sorgt derzeit für Diskussionen rund um die Müllumschlagsanlage in Nenndorf. Seit dem 1. März wird dort kein Grünabfall mehr angenommen – stattdessen wurde die Entsorgung an einen externen Anbieter vergeben. Ziel des Landkreises: die Verkehrssituation vor Ort zu entlasten.Doch bei vielen Bürgern kommt die Änderung anders an. Sie berichten von längeren Wegen, zusätzlichem Aufwand und einer insgesamt unübersichtlicheren Situation.
Deutliche Kritik und konkrete Vorschläge
Kritik kommt unter anderem von Dr. Joachim Buse aus Buchholz. Er spricht von einem „katastrophalen Zustand“ und sieht die Ursachen vor allem in organisatorischen. Entscheidungen. So sei etwa die Annahmekapazität in der Vergangenheit bereits reduziert worden. Gleichzeitig kritisiert Buse den Ablauf vor Ort: Der Bezahlvorgang am Kassenhäuschen koste unnötig Zeit und sorge für zusätzliche Verzögerungen. Eine Abwicklung direkt am Fahrzeug – etwa per EC-Gerät – könne den Durchsatz deutlich erhöhen.Auch eine bessere Anordnung der Container sowie eine optimierte Verkehrsführung hält er für sinnvoll, um die Situation spürbar zu entspannen.
Mitarbeiter zwischen den Fronten
Während die Kritik von außen wächst, spitzt sich die Lage für die Mitarbeitenden vor Ort zu. Sie sind es, die den Unmut der Bürger direkt zu spüren bekommen. Ein Mitarbeiter berichtet von angespannten Situationen im Alltag. Viele Bürger seien verärgert, teilweise komme es zu Diskussionen. Gleichzeitig betonen die Beschäftigten, dass sie selbst keinen Einfluss auf die politischen Entscheidungen haben.
„Die Leute sind super verärgert und es eskaliert regelmäßig“, heißt es aus dem Umfeld der Anlage. Man habe über Jahre immer wieder auf die Problematik hingewiesen, etwa auf die beengten Platzverhältnisse und die zunehmende Verkehrsbelastung.
Landkreis sieht Entlastung als Ziel
Der Landkreis Harburg weist die Kritik in Teilen zurück und verweist auf die Hintergründe der Entscheidung. Über Jahre habe es immer wieder Verkehrsprobleme rund um die Anlage gegeben – auch Polizei und Verkehrsbehörde hätten Handlungsbedarf gesehen. Auf Empfehlung der Verwaltung habe der zuständige Ausschuss daher beschlossen, die Grünabfall-Annahme in Nenndorf einzustellen und stattdessen an einen externen Anbieter zu vergeben. Der Auftrag ging an die Firma Husen.
Ziel sei es, die Abläufe vor Ort zu optimieren und Wartezeiten zu reduzieren. Da die Grünabfall-Anlieferung einen erheblichen Teil des Verkehrs ausgemacht habe, erwarte man durch die Verlagerung eine spürbare Entlastung.
Keine Änderungen bei Bezahlung und Verkehrsführung
Auch die aus der Bürgerschaft vorgeschlagene Bezahlung direkt am Fahrzeug wurde laut Landkreis geprüft – jedoch verworfen. Der Grund: Die eigentlichen Verzögerungen entstünden nicht beim Bezahlen, sondern bei der Kontrolle und Einweisung der Anliefernden.Weitere Vorschläge, etwa eine geänderte Verkehrsführung über das Gewerbegebiet „Am Hatzberg“, werden derzeit nicht verfolgt. Man beobachte die Situation jedoch weiterhin und wolle bei Bedarf reagieren.
Zwischen Anspruch und Alltag
Fest steht: Die Ziele des Landkreises und die Erfahrungen vieler Nutzer gehen derzeit auseinander. Während die Verwaltung auf langfristige Entlastung setzt, erleben Bürger und Mitarbeitende vor Ort vor allem die unmittelbaren Folgen der Umstellung. Der Landkreis setzt darauf, dass sich die Lage insgesamt entspannt – ob das gelingt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.
Hinzu kommt Kritik an der neuen Annahmestelle im Gewerbegebiet Trelder Berg. Nutzer berichten dort von erschwerten Bedingungen – etwa durch witterungsbedingte Einschränkungen und eine insgesamt wenig komfortable Anlieferungssituation. Das WOCHENBLATT wird sich die Situation in Kürze selbst vor Ort bei der Firma Husen ansehen und darüber berichten.
Klar ist schon jetzt: Die Diskussion um die Entsorgung in Nenndorf dürfte noch nicht beendet sein.
KREISZEITUNG WOCHENBLATT
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Redakteur:Tina Lüecke aus Buchholz |
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