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Von Donovan zum Country

In den 1960er und 1970er Jahren wurde Singer-Songwriter "Marcel" als "der deutsche Donovan" berühmt, heute ist Marcel Schaar Solo und mit den "Little Country Gentlemen" erfolgreich (Foto: as)
 
Im Star-Club wurde "Marcel" größer als Toni Sheridan angekündigt
Marcel Schaar und die "Little Country Gentlemen" spielen am Sonntag in Bendestorf

as. Klecken. Er stand in den 1960er und 1970er Jahren als "Marcel" mit Pop-Größen wie Joan Baez und Simon and Garfunkel auf der Bühne, heute tourt er solo und mit den "Little Country Gentlemen" erfolgreich durch die Republik. Vielen Menschen aus dem Landkreis Harburg dürfte er jedoch aus einem anderen Grund bestens bekannt sein: Marcel Schaar (72) hat Hunderte von Schülern im Gitarrenspiel unterrichtet. "Es bringt einfach Mordsspaß, andere zum Mitsingen und Musizieren zu bringen", sagt der Singer-Songwriter.
Rückblick: Als Jugendlicher entdeckt der Autodidakt seine Liebe zum Rock 'n' Roll. "Ich hatte mir eine Gitarre zu Weihnachten gewünscht - bekommen habe ich aber ein Akkordeon. Ich habe nur geheult", erinnert sich Schaar. Mit 14 erhält er endlich seine erste Gitarre. Die Griffe schaut er sich bei anderen Musikern ab, schreibt schon bald selbst Songs. Auftritten in Schulen und Vereinen folgen Gigs als Folk-Sänger in Clubs wie dem legendären "Danny’s Pan" in Hamburg. Bei einem dieser Auftritte kam Wolfgang Schaar, wie der Musiker bürgerlich heißt, auch zu seinem Namen: "Alle anderen Musiker hatten tolle, internationale Namen - Wolfgang Schaar fand ich dagegen total bescheuert. Als ich gefragt wurde, wie ich angekündigt werden soll, habe ich mich spontan für Marcel, den Namen meines französischen Brieffreundes, entschieden. Der Name ist geblieben, mittlerweile steht er auch in meinem Ausweis."
In den späten 1960ern steht "Marcel" als "der deutsche Donovan" mit eigenen Protestliedern und Songs von Dylan und Co. auf der Bühne des Hamburger Star-Clubs, trampt mit Gitarre und Rucksack durch England und landet 1966 in London im Vorprogramm von Simon and Garfunkel. Eigentlich will er sich ganz der Musikkarriere widmen, seiner Mutter zuliebe studiert er aber Lehramt. "Das war die richtige Entscheidung", sagt Schaar rückblickend.
Mit seinem Song "Wer weiß, wohin der Wind mich weht", gewinnt er 1967 den ersten deutschen Nachwuchs-Schlagerwettbewerb des ZDF. "Ich bin heute noch stolz auf einige meiner frühen Texte, spiele immer noch Songs, die ich mit 15 schrieb."
Von seiner 1971 veröffentlichten LP "Dreams Consumed" verkaufen sich über 10.000 Exemplare, ein Achtungserfolg für den jungen Musiker. Ab 1973 ist er hauptberuflich als Lehrer an einem Hamburger Gymnasium tätig, zahlreiche Medien berichten über den singenden "Pauker". Dort gründet und leitet er auch den erfolgreichen Kinderchor "Die Pop-Spatzen", der in den 1980er Jahren Gast in großen deutschen TV-Shows ist.
Heute ist er Countryfans im In- und Ausland vor allem durch die zahlreichen Konzerte mit seiner erfolgreichen Band "Little Country Gentlemen" ein Begriff. Die Gruppe spielte beispielsweise als Headliner des "Visagino Country Festivals", einem der größten europäischen Events dieser Art, vor 15.000 Zuschauern. "Bei uns geht die Post ab", ist Gitarrist und Leadsänger Marcel Schaar überzeugt. Nachdenkliche Songs über das Auf und Ab des Lebens präsentiert Schaar auf seinem Solo-Album "8rBahn". Er freut sich schon auf die nächsten Gigs: "Es wird nie langweilig. Jeder Auftritt ist spannend, ob vor 50 oder vor 1.000 Leuten."
• Dass sie zu Recht zu den besten Countrybands in Deutschland gehören, stellen die "Little Country Gentlemen" am morgigen Sonntag, 1. Juli, ab 11 Uhr im Makens Huus (Poststraße 4) in Bendestorf unter Beweis. Eintritt: 10 Euro. Solo ist Marcel Schaar am Freitag, 6. Juli, um 16 Uhr bei Smile Records (Bremer Straße. 1) in Buchholz zu hören. Er stellt sein Album "8rBahn" vor.