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Erinnerung an Besuch des einstigen Kanzlers
Gedenkstein für Konrad Adenauer wurde in Wulfsen enthüllt

Der Gedenkstein im Bahnhofsgarten erinnert an den Tag, als Konrad Adenauer Wulfsen besuchte | Foto: ce
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  • Der Gedenkstein im Bahnhofsgarten erinnert an den Tag, als Konrad Adenauer Wulfsen besuchte
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  • hochgeladen von Christoph Ehlermann

Ein kleines Stück deutscher Nachkriegsgeschichte erhielt jetzt im Wulfsener Bahnhofsgarten einen dauerhaften Platz: Die Ortseinwohner John Mahn und Andreas Krecek hatten zum Fest eingeladen, um gemeinsam mit Wulfsenern und zahlreichen Gästen an eine Übernachtung des ersten deutschen Bundeskanzlers Konrad Adenauer (1876 - 1967) in Wulfsen im Jahr 1955 zu erinnern. Höhepunkt war die Enthüllung eines Gedenksteins.

Unter den Gästen waren auch Wulfsens Bürgermeister Matthias Kruse und der Historiker Dr. Rolf Wenzel.

Konrad Adenauer hatte sich 1955 im niedersächsischen Landtagswahlkampf engagiert. Nach einer Veranstaltung in Lüneburg hielt sein Sonderzug abends am Wulfsener Bahnhof, blieb dort über Nacht und setzte anderntags die Fahrt fort. Kurz vor der Abreise brachten ihm Schulkinder aus der Region ein Ständchen. 

Auf die Begebenheit stieß der Wulfsener John Mahn beim Lesen der Dorfchronik von Jürgen Persiel und Hans Dieter Müller. Daraus entstand die Idee, dauerhaft an Adenauers Besuch zu erinnern. "Mich hat fasziniert, dass unser kleines Wulfsen für einen kurzen Moment unmittelbar mit der großen deutschen Geschichte verbunden war“, erklärte Mahn bei der Steinenthüllung.

Um das Vorhaben auf eine möglichst breite Basis zu stellen, initiierte Mahn einen Einwohnerantrag. Die Resonanz war groß: Nahezu 100 Wulfsener Bürger unterstützten die Initiative mit ihrer Unterschrift.  Im Gemeinderat gab es aufgrund des Vetos der SPD jedoch keine Mehrheit für den Antrag, weshalb Mahn ihn zurückzog. Daraufhin sagte ihm CDU-Ratsherr Andreas Krecek seine Unterstützung zu. Gemeinsam mit John Mahn wollte er das Projekt ohne finanzielle Beteiligung der Gemeinde verwirklichen: „Für mich war sofort klar, dass diese schöne Idee nicht an unterschiedlichen Auffassungen im Gemeinderat scheitern darf." Beide beschlossen, die notwendigen Mittel einzuwerben und das Adenauerfest gemeinsam zu organisieren.

Der Verwaltungsausschuss der Gemeinde stimmte schließlich einstimmig der Durchführung des Adenauerfestes im gemeindeeigenen Bahnhofsgarten zu. Dort begründete der Historiker Dr. Rolf Wenzel den Zwischenstopp Adenauers in Wulfsen damit, dass sich der Kanzler seinerzeit im Landtagswahlkampf stark auf die ländlichen Regionen Niedersachsens konzentriert habe. 

"Geschichte findet nicht nur in Bonn, Berlin oder den großen Hauptstädten statt“, betonte John Mahn. „Manchmal führt sie mitten durch ein kleines Dorf wie Wulfsen. Genau solche Geschichten sollten wir bewahren und weitererzählen.“ Mahn und Andreas Krecek dankten den zahlreichen Unterstützern, die mit Spenden, Sachleistungen, Anregungen und tatkräftiger Hilfe zur Umsetzung des Vorhabens beitrugen, sowie der Gemeinde für die Genehmigung der Veranstaltung.

Der Gedenkstein im Bahnhofsgarten erinnert an den Tag, als Konrad Adenauer Wulfsen besuchte | Foto: ce
Andreas Krecek (2. v. li. am Tisch) war einer der privaten Initiatoren der Gedenkstein-Aktion | Foto: John Mahn
Auch John Mahn gehörte zu den Initiatoren der Gedenkstein-Aktion | Foto: CDU Samtgemeinde Salzhausen
Konrad Adenauer machte während seiner Amtszeit als erster deutscher Bundeskanzler in einem Sonderzug Station in Wulfsen | Foto: KAS/Peter Bouserath
Redakteur:

Christoph Ehlermann aus Salzhausen

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