Nächtlicher Großbrand / Mit Video
Über 230 Jahre altes Reetdach-Haus in Emmelndorf wurde durch Feuer zerstört
- Das 1790 erbaute, reetgedeckte Fachwerkhaus wurde ein Raub der Flammen
- Foto: Andreas Feldtmann/stellv. Pressesprecher der FF Seevetal
- hochgeladen von Christoph Ehlermann
Bei einem verheerenden, aus bislang ungeklärter Ursache ausgebrochenem Feuer wurde am Freitagabend ein Fachwerkhaus von 1790 in Emmelndorf komplett zerstört. Personen kamen nicht zu Schaden.
Kurz nach 22 Uhr wurden die Feuerwehren Hittfeld, Lindhorst, Helmstorf und Fleestedt zum Dachstuhlbrand des historischen reetgedeckten Fachwerkhauses in der Emmelndorfer Bahnhofstraße gerufen. Aufgrund der weiterhin eingehenden Notrufe wurden zusätzliche Wehren alarmiert. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte brannte das Dach bereits über die komplette Länge des rund 25 mal 12 Meter großen Gebäudes. Da dessen Bewohner das Haus bereits vor Eintreffen der Retter unverletzt verlassen hatten und sich auch keine Tiere mehr in den Räumen befanden, konnten sich die Einsatzkräfte direkt auf die Brandbekämpfung konzentrieren. Umgehend begannen sie mit einem massiven Löschwassereinsatz. Zusätzlich wurden mit einer sogenannten „Riegelstellung“ umliegende Gebäude in der Nachbarschaft geschützt und so eine Brandausbreitung verhindert.
In der Spitze waren 135 Kräfte der zehn alarmierten Feuerwehren aus Seevetal und Rosengarten unter der Einsatzleitung des Seevetaler Gemeindebrandmeisters Rainer Wendt vor Ort. Davon bekämpften bis zu 46 Einsatzkräfte unter umluftunabhängigem Atemschutz mit zehn Strahlrohren zeitgleich die Flammen. Die Drohnenstaffel der Feuerwehr Seevetal, die bei der Ortsfeuerwehr Ramelsloh angesiedelt ist, versorgte die Einsatzführung mit Informationen aus der Luft. Die Drohne ist unter anderem auch mit einer Wärmebildkamera ausgerüstet.
Trotz des schnellen und massiven Feuerwehreinsatzes brannte das aufwendig und mit viel Liebe sanierte Fachwerkhaus komplett nieder. Im Gebäude befanden sich eine Arztpraxis und eine Wohnung. Der Feuerwehreinsatz dauerte bis 5 Uhr am Samstagmorgen. Nette Nachbarn versorgten die Einsatzkräfte mit warmen Getränken und Süßigkeiten. Am Samstag wurde die Feuerwehr Hittfeld gegen 7.30 Uhr zu Nachlöscharbeiten des Hauses erneut alarmiert. "Das ist nichts Ungewöhnliches bei einem Gebäude dieser Größe, da das Gebäude nur von außen gelöscht werden kann. Aufgrund der hohen Einsturzgefahr des Gebäudes kann es nicht betreten werden", so Andreas Feldtmann, stellvertretender Pressesprecher der Feuerwehr Seevetal.
Die Hausbewohner sind unterdessen anderweitig untergekommen. Bezüglich der Brandursache hat die Polizei die Ermittlungen aufgenommen.
Redakteur:Christoph Ehlermann aus Salzhausen |
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