Hittfeld: Göhlenbach wird renaturiert
Geschwungenes Bett statt grader Graben
- Das Lufftbild zeigt erste Maßnahmen. Bei der Begehung ist ein weiterer Fortschritt zu sehen
- Foto: Gemeinde Seevetal
- hochgeladen von Gabriele Poepleu
In Hittfeld laufen derzeit die Erschließungsarbeiten für das Baugebiet "Nördlich Göhlenbach". Gleichzeitig soll der Göhlenbach renaturiert werden. Die Gemeinde Seevetal gibt den Hittfeldern am 28. August, 17 Uhr, Gelegenheit, sich den Stand der Dinge vor Ort anzusehen. Bürgermeisterin Emily Weede und Bauamtsleiterin Katrin Hilpert werden dabei sein. Treffpunkt ist an der Ecke Am Göhlenbach/Meyermannsweg. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Ende Juni hatten sich – bei 40 Grad Celsius im Schatten – immerhin 18 Interessierte das Renaturierungsprojekt im Rahmen der Woche der Natur angeschaut. „Die hohen Temperaturen passten einerseits ganz gut. Sie führten uns die Notwendigkeit von Projekten vor Augen, mit denen wir dem Klimawandel und Extremwettereignissen begegnen können. Andererseits war es so heiß, dass viele Interessierte gar nicht teilnehmen konnten. Daher haben wir versprochen, eine weitere Begehung anzubieten. Das tun wir nun im August“, erklärt Bürgermeisterin Emily Weede.
Der Göhlenbach ist bisher ein gerader Straßengraben. Das soll sich nun ändern: Der Bach soll wieder in Windungen verlaufen, drumherum soll eine feuchte Bachaue entstehen. Das ganze Baugebiet „Nördlich Göhlenbach“ wird nach dem Schwammstadtprinzip gebaut. Durch die Renaturierung kann der Bach Regenwasser besser aufnehmen. So wird das Gebiet unempfindlicher gegenüber Extremwetter wie Starkregen oder längeren Trockenphasen. Zugleich entsteht direkt vor Ort neuer Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Außerdem wird die Wohnqualität verbessert und Erholung gefördert.
Noch fließt der Göhlenbach durch den Straßengraben, doch sein neues, leicht geschwungenes Bachbett ist bereits vorhanden. Es hat eine V-Form und kann deutlich mehr Wasser zurückhalten als der bisherige Graben. Unter der Erschließungsstraße des Neubaugebiets wurde inzwischen ein Kastendurchlass gebaut. Er ist so breit ausgeführt, dass ihn nicht nur der Bach, sondern auch kleinere Tiere passieren können. Neben weiteren Veränderungen im Gebiet, kann man auch schon den Wall um die geplante Retentionsfläche erkennen. Diese Fläche nimmt Regenwasser aus dem Baugebiet auf, das langsam an den Göhlenbach abgegeben werden kann.
Die Renaturierung wurde möglich, da die Gemeinde Seevetal Zuschüsse aus dem Förderprogramm des Bundes „Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel“ bekommt. Die Gemeinde Seevetal erhält rund 2,2 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm "Anpassung urbaner Räume an den
Klimawandel“, für das bundesweit 176 Millionen Euro aufgewendet werden. Damit übernimmt der Bund 85 Prozent der Gesamtkosten. Weitere Informationen über das Projekt „Schwammstadt“ und die Renaturierung sind hier zu finden.
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