Der Fleestedter Storch behält sein Revier

Ortsratsmitglied Gerd Otto Kruse (Grüne) steht vor dem  eingezäunten Grundstück am Wiesengrund. Hinten links im Bild ist der Storchenhorst
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ts. Fleestedt. Der Storch in Fleestedt behalt seine Ruhe, um ungestört leben, brüten und mit seiner Partnerin Junge aufziehen zu können. Die Baumschule Lorenz von Ehren aus Hamburg-Marmstorf verzichtet darauf, ihre landwirtschaftliche Fläche am Wiesengrund wie ursprünglich vorgesehen zu kultivieren. Das Unternehmen nimmt wirtschaftliche Einbußen in Kauf, nach eigenen Angaben in fünfstelliger Höhe. "Das ist mir der Storch wert" sagt der geschäftsführende Gesellschafter Bernhard von Ehren.
Das etwa 1,3 Hektar große Grundstück des Unternehmens liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zu dem Storchenhorst in Fleestedt. Die ursprüngliche Absicht, dort Bäume in Reihen anzupflanzen, hätte den Lebens- und Brutraum des Storches, dessen Partnerin mittlerweile eingetroffen ist, gefährdet, sagt der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Fleestedter Ortsrat, Gerd Otto Kruse. "Der Storch braucht feuchte Wiesen zur Nahrungssuche", erklärt er.
Gerd Otto Kruse hat sich zusammen mit dem Storchenbetreuer des Umweltschutzverbandes NABU im Landkreis Harburg, Tom Sauerland aus Winsen, bei der Baumschule Lorenz von Ehren für den Erhalt des Storchenreviers eingesetzt. In einem 90 Minuten langen Gespräch hat Tom Sauerland Bernhard von Ehren erläutert, warum eine Kultivierung des Grundstückes den Storch bedrohen würde.
Bernhard von Ehren ließ sich überzeugen. "Mit dieser Entscheidung werden wir unserem eigenen Anspruch gerecht, die Umgebung, in der wir leben und produzieren, nachhaltig und umweltgerecht zu behandeln", sagte er. Das Unternehmen werde den Lebensraum des Storchenpaares in Fleestedt "vollumfänglich bis auf Weiteres" belassen.
Offenbar hätte das Unternehmen das Grundstück nahe des Horstes bepflanzen dürfen. Rechtlich handelt es sich um eine "Fläche mit Ackerstatus". "Das bedeutet, dass die Fläche zunächst, selbst wenn sie zwischenzeitlich eine Graseinsaat erhalten hat und wie eine Wiese erscheint, trotzdem auch wieder anders landwirtschaftlich genutzt werden darf", sagt dazu die Kreisverwaltung. Das Naturschutzgesetz räume der Land- und Forstwirtschaft beim Besonderen Artenschutz einen Sonderstatus ein. Der Storch hättet also möglicherweise den Kürzeren ziehen können.
Die vor etwa drei Wochen errichteten Zäune um das Grundstück nahe des Storchenhorstes am Wiesengrund hatten für Aufregung bei Anwohnern gesorgt. "Was passiert mit dem Storch?" fragten sie und schalteten das Ortsratsmitglied Gerd Otto Kruse ein. Die Zäune würden in vier bis fünf Wochen zurückgebaut, teilte jetzt die Baumschule Lorenz von Ehren dem WOCHENBLATT mit. Bis dahin würden Flatterbänder dafür sorgen, dass die Störche den dünnen Draht erkennen und sich nicht verletzen.
Der Storch lebt seit drei Jahren in Fleestedt. Im vergangenen Jahr hatte er einen Bruterfolg. Laut dem Experten Tom Sauerland leben zurzeit 38 Storchenpaare im Landkreis Harburg. Zusätzlich gäbe es hier noch vier oder fünf allein lebende Störche.

Autor:

Thomas Sulzyc aus Seevetal

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