WOCHENBLATT hilft: Größter Weihnachtswunsch ist ein neues Zuhause

Janette Sander hat im Flur eine Art Altar für ihren verstorbenen Ehemann aufgebaut
  • Janette Sander hat im Flur eine Art Altar für ihren verstorbenen Ehemann aufgebaut
  • hochgeladen von Katja Bendig

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Es war am 9. September dieses Jahres als Janette Sander, die halbtags als Verkäuferin bei einem Discounter in Hittfeld arbeitet, zur Frühschicht aufbricht. Am Abend zuvor hat sie mit ihrem Mann fern gesehen, es wurde viel gelacht. Ein ganz normaler Tag - bis zum Feierabend. Als Janette Sander gegen Viertel vor drei nach Hause kommt, läuft ihr ihre Tochter schon entgegen. Sie vermisst ihren Papa, macht sich Sorgen. Eigentlich müsste ihr Vater zu Hause sein, er ist krankgeschrieben.
Janette Sander versucht vergeblich ihren Mann auf dem Handy zu erreichen. Schließlich geht sie zur Garage - hier hat sich der 46-Jährige oft aufgehalten und mit Holz gearbeitet. „Ich habe die äußere Eisentür geöffnet, die innere Tür war dann aber verschlossen und der Code für das Garagentor verstellt“, erinnert sich Janette Sander. Die Mutter rüttelt am Tor, nimmt Gasgeruch war. „Da hat es dann 'klick' gemacht“, sagt sie. Geistesgegenwärtig bringt sie ihre Tochter zu Nachbarn, ruft die Polizei an. Die Feuerwehr bricht schließlich das Garagentor auf und findet den Familienvater leblos auf. Für ihn kommt jede Hilfe zu spät.
Für Janette Sander und ihre Kinder bricht die Welt zusammen. Keiner hatte Anzeichen für den Suizid bemerkt. Familie und Freunde sind erschüttert. „Es war vorher wirklich alles wie immer“, sagt die 47-Jährige. Ihr Mann sei ein zurückhaltender, liebevoller Mensch gewesen. „Wir waren 20 Jahre zusammen und haben eigentlich nie wirklich gestritten.“ Eine Welle der Hilfsbereitschaft hilft der Familie die ersten Wochen zu überstehen. „Freunde, Bekannte, aber auch völlig Fremde haben uns unterstützt. Dafür bin ich wahnsinnig dankbar“, sagt Janette Sander. In der Schule ihrer Tochter werden Spenden gesammelt, ein Feuerwehrkamerad ersetzt das defekte Garagentor.
Nach dem ersten Schock und trotz vieler quälender Fragen muss Janette Sander nun die Familie über Wasser halten. Kaum zu schaffen mit einer Halbtagsstelle als Verkäuferin, das Gehalt von Janette Sander wird bereits vom Amt aufgestockt. Große Sprünge sind nicht drin. Und auch nicht die Miete für die bisherige Wohnung der Familie. Zur Trauer über den Tod ihres Mannes kommen nun Existenzängste. Denn die Sozialwohnungen in Seevetal sind alle belegt. „Ich hätte mich auf eine Warteliste setzen lassen können, aber da sind 60 Personen vor mir“, erzählt Sander. Sie hat schon zwei Dutzend Wohnungen besichtigt. „Doch bekommen haben wir keine“, sagt sie. Die Nachfrage nach Wohnungen ist einfach zu groß. „Obwohl das Amt die Miete  bezuschusst, hatte ich bisher keine Chance.“ Hinzu kommt: Die Mutter würde gerne in Hittfeld oder der näheren Umgebung wohnen bleiben. „Ich will meine Tochter nicht auch noch aus ihrem gewohnten Umfeld reißen. Und ich habe leider weder Führerschein noch Auto, wir sind auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen, um zur Schule bzw. zur Arbeit zu kommen.“
Der Hilferuf über das WOCHENBLATT - für Janette Sander der letzte Hoffnungsschimmer. Sie sucht eine Drei- oder Vier-Zimmer-Wohnung mit einer Warmmiete von maximal 900 Euro. Große Ansprüche hat sie nicht. „Es wäre für die ganze Familie ein wichtiger Neustart, es fällt uns allen schwer, noch hier im Haus zu wohnen, in dem die ganzen Erinnerungen stecken“, sagt Janette Sander.
WOCHENBLATT-Leser, die kurzfristig eine Wohnung in Hittfeld oder der näheren Umgebung zu vermieten haben und den Sanders helfen möchten, melden sich unter Tel. 0173 - 6807394. Vielleicht erfüllt sich dann ja doch noch der größte Weihnachtswunsch der kleinen Familie.

Autor:

Katja Bendig aus Seevetal

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