Gemeinde reagiert auf Kritik am Winterdienst
Streusalz Engpass in Seevetal sorgt für unterschiedliche Darstellungen

Symbolbild eines Streusalzlagers im Landkreis Harburg | Foto: sh
  • Symbolbild eines Streusalzlagers im Landkreis Harburg
  • Foto: sh
  • hochgeladen von Stefanie Hansen

Nach Vorwürfen der Fraktion der Freien Wähler im Rat der Gemeinde Seevetal hat die Gemeindeverwaltung ihre Vorgehensweise im Zusammenhang mit Lieferengpässen beim Streusalz erläutert. Die Sicherheit der Einwohnerinnen und Einwohner habe jederzeit oberste Priorität gehabt.

Während der Winterperiode sei es Ziel gewesen, Gefährdungen zu vermeiden und transparent zu informieren. Am 30. Januar sowie erneut am 16. Februar habe der Landkreis Harburg kurzfristig mitgeteilt, dass kein Streusalz für Gemeindestraßen geliefert werden könne. Beim ersten Vorfall sei innerhalb kurzer Zeit eine Notfallmenge bereitgestellt worden, um den Winterdienst insbesondere vor dem bevorstehenden Wochenende sicherzustellen.

Hoher Bedarf bei winterlicher Witterung

Beim zweiten Lieferstopp befanden sich nach Angaben der Gemeinde noch 175 Tonnen Streugut in der Halle der Betriebsgemeinschaft Straßendienst, wie diese der Gemeinde mitteilte. Der Landkreis bestätigte dem WOCHENBLATT, dass am 16. Februar vormittags 100 Tonnen vorhanden waren und im Laufe des Tages aus den Notreserven des Landes um 75 Tonnen aufgestockt werden konnten. Vertraglich habe Seevetal Anspruch auf 43,75 Tonnen, ein Viertel der Gesamtmenge, sowie zusätzlich auf 10 Tonnen, die nach dem ersten Vorfall eingelagert worden seien. Der Zugriff auf diese Mengen sei am 16. Februar jedoch verweigert worden. Zur Einordnung: Um die Bundes-, Landes- und Kreisstraßen zu streuen, werden bei einem Umlauf rund 50 Tonnen verbraucht. „Diese Menge erhöht sich, wenn mehrere Umläufe innerhalb von 24 Stunden aufgrund der Wetterverhältnisse nötig sind, wie das Mitte Februar der Fall war. Grundsätzlich gilt: Bei etwaigen Lieferengpässen werden im Rahmen der Gefahrenabwehr prioritär die Strecken mit dem höchsten Verkehrsaufkommen gestreut“, sagt Landkreissprecher Andres Wulfes.

Demnach war es für den Landkreis an diesem Tag absehbar, dass die vorhandenen Salzmengen deutlich zur Neige gingen. Weitere Salzmengen waren bereits bestellt, aber noch nicht eingetroffen. Die BGS streute am betreffenden Tag alle Bundes-, Landes- und Kreisstraßen mit reduzierter Salzmenge. Der Gemeinde Seevetal wurde schriftlich und mündlich mitgeteilt, dass die Salzabgabe ebenfalls eingeschränkt werden müsse. „Ein kompletter Zugriff wurde nicht verweigert, auch wurde die Beladung von Gemeindefahrzeugen gewährleistet“, sagt Landkreissprecher Andres Wulfes. Der Gemeinde sei laut Landkreis also nicht, wie von ihr dargestellt, der Zugriff auf das Salz verwehrt worden, sondern sie hätte anteilig aus der vorhandenen Menge beliefert werden können.

Eigenes Salz für Seevetal

Bürgermeisterin Emily Weede und die Verwaltung hätten auf die Mitteilung jedoch umgehend reagiert und eigene 50 Tonnen Streusalz bestellt, die am Folgetag geliefert worden seien. "Der zwischenzeitlich eingeschränkte und kurz darauf wieder aufgenommene Winterdienst sei über die Website der Gemeinde, über soziale Medien sowie durch lokale Medien kommuniziert worden. Bereits nach einem Tag habe sich die Lage stabilisiert", so die Sprecherin der Gemeinde Seevetal Anne Strauch. Eine offizielle Pressemitteilung zum Engpass erfolgte nicht (Anm. der Redaktion).

Die Gemeinde und der Landkreis beteiligen sich jeweils zur Hälfte an der Salzhalle der Betriebsgemeinschaft Straßendienst. Der Landkreis verantwortet die Bestellungen, der Gemeinde steht ein Viertel der gelagerten Menge zu. Diese Zusammenarbeit habe über Jahre hinweg funktioniert.

Die Gemeinde kündigte an, die Schnittstellen mit dem Landkreis erneut abzustimmen und die eigene Vorratssicherung zu stärken. Ziel sei es, vergleichbare Engpässe künftig noch unwahrscheinlicher zu machen. Man bleibe handlungsfähig und werde Sicherheit sowie transparente Information weiterhin in den Mittelpunkt stellen.

Verwandte Artikel: 

Winterdienst in Seevetal kann wieder streuen
Freie Wähler kritisieren die Verwaltung
Redakteur:

Sven Rathert aus Seevetal

Webseite von Sven Rathert
Sven Rathert auf Instagram
Sven Rathert auf YouTube

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

8 folgen diesem Profil

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.