Teures Weihnachtsgeschenk

Von vielen als nicht förderlich empfunden: In den vergangenen Monaten hatte der TuS Fleestedt u.a. durch Auftritte im Rat wiederholt starken Druck auf die Politiker ausgeübt
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Seevetaler Rat stimmt nach langem Hin und Her für den Bau eines neuen Sportzentrums am Mühlenweg

kb. Seevetal. Jetzt ist es raus. Der Gemeinderat Seevetal legt den Fleestedtern ein großes Weihnachtsgeschenk unter den Baum: Mit breiter Mehrheit stimmten die Politiker am vergangenen Mittwoch für den Bau eines neuen Sportzentrums in Fleestedt. Einzig die Freien Wähler sprachen sich gegen den Neubau am Mühlenweg aus. Zuvor hatte der Rat in geheimer Sitzung über den Ankauf des betreffenden Areals beraten. Mit 22 zu 17 Stimmen stimmte der Rat für den Grundstückskauf. Pikant: Von der Entscheidung profitieren besonders die CDU-Ratsmitglieder Adolf Wendt und Walter Schulz. Ihnen gehört der weitaus größte Teil der Fläche am Mühlenweg. Für den Grunderwerb werden in den Haushalt für das kommende Jahr 820.000 Euro eingestellt.
Die Kosten für den Bau des Sportzentrums werden auf mehrere Jahre verteilt. Im Haushalt 2014 sind 2 Millionen Euro veranschlagt, in 2015 weitere 4,5 Millionen, in 2016 ein Restbetrag von 213.000 Euro. "Wir sind der Meinung, dass dieses Geld gut und klug investiert ist", betonte Norbert Böhlke (CDU). Dass die Entscheidung für das Sportzentrum keine einfache war, machte die Ratsvorsitzende Angelika Tumuschat-Bruhn (SPD) deutlich. "Wir haben es uns in der Fraktion nicht leicht gemacht", so Tumuschat-Bruhn. "Natürlich möchte keiner, dass sich hier irgendwer seinen Acker vergoldet." Die Freien Wähler blieben bei ihrer ablehnenden Haltung gegenüber den Plänen am Mühlenweg. "Uns dauert das alles zu lange", so Willy Klingenberg. Er warf noch einmal die Alternative "Grundschule Fleestedt" in den Raum. Hier sei ein Sporthallenbau kurzfristig umsetzbar, zudem könnten die bereits vorhandenen Sportplätze zeitnah saniert werden.
Deutlich wurde: Der große Druck, den der TuS Fleestedt in den vergangenen Monaten nicht zuletzt durch die Drohung vom Ausschluss Hunderter Mitglieder ausgeübt hatte, wurde von den Ratsleuten als wenig förderlich empfunden. "Wir bauen in Fleestedt keine Sportstätte für einen Verein, sondern eine Anlage, die unter der Verantwortung der Gemeinde Seevetal betrieben wird", stellte auch Norbert Böhlke klar. Die neue offizielle Bezeichnung "Sportanlage Seevetal" statt "Sportanlage Fleestedt" ist Ausdruck dieser Haltung. "Wir müssen erreichen, dass auch in sportlicher Hinsicht in Seevetaler Dimensionen gedacht wird", so Tumuschat-Bruhn. Der Beschluss für den Bau des Sportzentrums wurde auf Antrag der SPD um einen Punkt ergänzt: Die Gemeindeverwaltung wird damit beauftragt, ein gemeinsames Nutzungskonzept für das Sportzentrum Seevetal mit den Seevetaler Vereinen zu erarbeiten.

Autor:

Katja Bendig aus Seevetal

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