Bürgermeister-Stichwahl in Seevetal
Weede tritt gegen Röntsch an
- Hier kommen die Briefwahlunterlagen für die Stichwahl am Rathaus an
- Foto: Gemeinde Seevetal
- hochgeladen von Gabriele Poepleu
Jetzt steht es fest: Die Seevetaler müssen am Sonntag, 27. September, noch einmal an die Wahlurne treten: Die beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen, Emily Weede (CDU) und Timo Röntsch (Freie Wähler) treten noch einmal gegeneinander an, da keiner von beiden mehr als 50 Prozent aller Stimmen auf sich vereinigen konnte.
Zweite Stichwahl für Weede
Für Emily Weede ist dieser Ablauf schon bekannt: Auch 2021 musste sie mit 40,75 Prozent aller Stimmen in die Stichwahl mit dem zweiten Kandidaten Manfred Eertmoed (SPD), der damals noch mit 19,11 Prozent auf Platz zwei gelandet war. Weede siegte mit 56,97 Prozent vor Eertmoed (43,3 Prozent). In diesem Jahr hatte die SPD gar keinen eigenen Bürgermeisterkandidaten aufgestellt. Timo Röntsch (Freie Wähler) – auch schon 2021 angetreten und damals mit 16,4 Prozent noch Dritter hinter Eertmoed – erreichte 2026 zum ersten Mal die "zweite Runde".
Beide Kandidaten hoffen nun auf viele zusätzliche Stimmen: Weede vor allem von den Grünen-Wählern. "Am wichtigsten ist, dass wirklich alle Seevetaler nochmal zur Wahl gehen." Röntsch - entsprechend seiner Wahlkampagne - von allen, die mit der "Situation in Seevetal unzufrieden sind".
Timö Röntsch lädt zur Wurst und Fragen
Röntsch will den "Blick jetzt nach vorne" richten: Am Samstag, 19. September, lädt er zur kostenlosen Bratwurst und Gesprächen bei einem "offenen Bürgerdialog" vor dem örtlichen Edeka-Markt, Am Saal 2. Von 9 bis 13 Uhr soll es noch einmal darum gehen, für welche Probleme Meckelfeld welche Lösungen braucht.
Stichwahl: Grüne unterstützen Emily Weede
Die Grünen rufen jetzt wie von Weede gewünscht, ihre Wähler auf, die amtierende Bürgermeisterin mit ihrer Stimme zu unterstützen. Das habe man in einer Mitgliederversammlung einstimmig so beschlossen, teilte Peter Stielert, Vorsitzender der Seevetaler Grünen, in einer Pressemitteilung mit.
FDP unterstützt Röntsch
„Das ist bemerkenswert“, erklärt Jens Schnügger, Vorsitzender der FDP Seevetal. „Denn damit wird deutlich, wie eng die politischen Wege zwischen Emily Weede und den Grünen inzwischen sind. Und auch bei verschiedenen Sachentscheidungen der vergangenen Jahre war für uns immer wieder erkennbar, dass die Bürgermeisterin den Grünen politisch gewogen ist.“
Man wolle kein Seevetal, in dem CDU und Grüne nach der Wahl den politischen Kurs bestimmen und sich anschließend gegenseitig erklärten, warum Dinge nicht vorankommen, kommentiert der Fraktionsvorsitzende der FDP, Wolfgang Ivens die gute Zusammenarbeit von CDU und Grünen in Seevetal. Deshalb fordert er auf, "Röntsch statt Weede" zu wählen. Die FDP stellt Timo Röntsch außerdem ihre Wahlplakate zur Verfügung.
AfD unterstützt niemanden
Die AfD-Seevetal spricht sich zwar gegen eine Wahl von Emily Weede aus, unterstützt aber auch Timo Röntsch nicht. Man wolle den Wählern nicht vorschreiben, wer zu wählen sei, so AfD-Seevetal-Vorsitzender Robert Offermann. Dann gibt es aber doch eine Empfehlung: „Klar ist: Wir unterstützen Emily Weede nicht." Stattdessen solle sich jeder selbst ein Bild machen und seine Entscheidung treffen.
Briefwahl ist möglich
Für die Stichwahl wäre es ideal, den schon für die gestrige Wahl verwendeten Wahlschein mitzubringen. Wer den schon entsorgt hat, darf trotzdem nochmal wählen – Personalausweis im Wahllokal vorzeigen reicht.
Trotz der kurzen Vorbereitungszeit von zwei Wochen kann auch per Briefwahl gewählt werden - mit Einschränkungen, teilte die Gemeinde mit.
Die Briefwahlunterlagen für die Stichwahl waren bereits zwei Tage nach der Kommunalwahl am Dienstag gedruckt und im Rathaus angekommen. Doch das Zeitfenster bis zum 27. September ist sehr kurz. Daher rät die Gemeindeverwaltung vom postalischen Versand ab. Stattdessen können die Briefwahlunterlagen auch im Wahlbüro im Seevetaler Rathaus, Kirchenstraße 11, abgeholt und zu Hause ausgefüllt werden.
Rückgabe über Ortsverwaltungen möglich
Die Wahlbriefe können im Rathaus und den Ortsverwaltungen abgegeben oder in deren Briefkästen geworfen werden. Wichtig: Die Briefkästen der Ortsverwaltungen sind bis zum 25. September geöffnet. Der Briefkasten am Rathaus Hittfeld sogar bis zum Wahltag, 18 Uhr.
Oder die Seevetaler wählen gleich im Rathaus zu den üblichen Öffnungszeiten per Briefwahl. Das ist noch bis zum Freitag, 25. September, zu den Öffnungszeiten des Rathauses (mo, mi, do 8–15 Uhr, die 8–18.30 Uhr, fr 8–12 Uhr) möglich.
Bei Fragen zur Stichwahl ist die Gemeinde per Tel. 04105 – 552208 oder per E-Mail an meldeamt@seevetal.de zu erreichen. Die gesetzliche Frist für die Meldung nicht erhaltener Wahlscheine endet übrigens am Freitag, 25. September.
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.